Flüchtlingsdebatte
Stegner: AfD mitverantwortlich für Attacken auf Flüchtlingsheime

Berlin (dts) – In der Flüchtlingsdebatte hat der SPD-Bundesvize Ralf Stegner die Alternative für Deutschland (AfD) scharf attackiert und ihr eine Mitverantwortung für die Attacken auf Asylbewerberunterkünfte gegeben. „Mit den menschenfeindlichen Positionen der Rechtspopulisten haben wir nichts gemein“, sagte Stegner dem „Handelsblatt“. „Wer das in der Verfassung verankerte Grundrecht auf Asyl angreift, wird auf unsere geschlossene und entschlossene Ablehnung stoßen.“ Stegner betonte, dass Deutschland die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik bewältigen könne. Demokratische Parteien wollten allerdings „mit Angstparolen von rechts und Ressentiments gegen Flüchtlinge“ nichts zu tun haben. „Wer in Zeiten von zunehmenden Übergriffen und Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte solche Hetze betreibt, ist politisch mitverantwortlich für jedes einzelne Opfer“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die AfD und deren Pläne, mit dem Thema Asyl und Flüchtlinge Wahlkampf zu machen. CDU-Vize Thomas Strobl warnte davor, die Flüchtlingskrise für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren. „Natürlich versuchen rechte Populisten, die Flüchtlingspolitik für ihre Stimmungsmache zu missbrauchen. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind aber viel zu groß, um billige parteipolitische Spielchen zu treiben“, sagte Strobl dem „Handelsblatt“. Er glaube allerdings nicht, dass die „rechtspopulistischen Parolen“ bei den Wählern verfangen, „da wir gute Antworten auf die Herausforderungen geben“. Zum einen sei die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung „riesengroß“, zum anderen sei man mit den Beschlüssen zur Asyl- und Flüchtlingspolitik, die die Große Koalition am Sonntag gefasst habe, auf dem richtigen Weg. „Regierung und Parlament handeln – die Alt-AfD beschäftigt sich mit sich selber und denen, die nicht mehr dort sind“, sagte der CDU-Politiker.

Tarifstreit
Lufthansa: Normaler Flugplan ab Donnerstag

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Frankfurt/Main (dts) – Die Lufthansa will nach der Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgerichts, das den Streik der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gestoppt hatte, ab Donnerstag zu einem „weitestgehend normalen Flugplan“ zurückkehren. Der Sonderflugplan für Mittwoch werde zur Planungssicherheit der Fluggäste aufrechterhalten, teilte die Kranich-Airline mit. Zugleich zeigte sich die Lufthansa gesprächsbereit: „Unser Ziel ist es, nach wie vor gemeinsam mit der VC eine Lösung für alle offenen Tarifverträge durch Verhandlungen zu finden“, sagte Konzern-Personalvorstand Bettina Volkens. Das Hessische Landesarbeitsgericht hatte den Arbeitsausstand der Lufthansa-Piloten zuvor als „evident rechtswidrig“ bezeichnet und eine einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft erlassen. Gegen das Urteil sind keine Rechtsmittel möglich. Wegen des erneuten Piloten-Streiks bei der Lufthansa fallen am Mittwoch rund 1.000 Flüge aus. Von den Flugstreichungen sind nach Angaben der Airline etwa 140.000 Passagiere betroffen.

Flüchtlingskrise
Merkel: Deutschland soll in Flüchtlingskrise vorangehen

Berlin (dts) – Deutschland soll nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise vorangehen. „Wenn wir mutig sind und vorangehen, wird es wahrscheinlicher, dass es eine europäische Lösung geben wird“, sagte die Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag. Wenn die EU in der Flüchtlingskrise versage, würden die Fundamente der europäischen Gemeinschaft beschädigt, warnte die Kanzlerin: „Wenn Europa in der Flüchtlingsfrage versagt, ginge ein entscheidender Gründungsimpuls eines geeinten Europas verloren. Nämlich die enge Verbindung mit den universellen Menschenrechten, die Europa von Anfang an bestimmt hat und die auch weiter gelten muss.“ Deutschland werde „nicht einfach weitermachen können wie bisher“, mahnte Merkel. Höchste Priorität habe die Integration der Asylbewerber: So müsse den Menschen, die im Land bleiben dürften, deutlich gemacht werden, welche Regeln hierzulande herrschten. Die Menschen, die aus wirtschaftlichen Motiven nach Deutschland kommen, würden nicht in Deutschland bleiben können, so Merkel weiter. Die Flüchtlingskrise könne nicht allein auf nationaler Ebene gelöst werden, betonte die Kanzlerin. Vielmehr sei ein Kraftakt der gesamten EU notwendig.

Spritpreise
ADAC: Benzin und Diesel werden wieder teurer

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München (dts) – Die Preise für Benzin und Diesel steigen wieder. In der aktuellen ADAC-Auswertung kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,351 Euro – das sind 0,1 Cent mehr als in der Vorwoche, teilte der Automobilclub am Mittwoch mit. Deutlicher aufwärts geht es beim Diesel: Der Preis für einen Liter ist um 1,5 Cent auf durchschnittlich 1,148 Euro gestiegen. Diesel setzt damit den Aufwärtstrend aus der Vorwoche fort, als der Kraftstoff erstmals seit Ende Juni wieder teurer wurde. Erstmals in diesem Jahr ist die Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel mit rund 20 Cent geringer als die steuerliche Spreizung von 22 Cent.

Börse Frankfurt
DAX am Mittag mit deutlichen Gewinnen

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Frankfurt/Main (dts) – Die Börse in Frankfurt hat am Mittwochmittag zunächst deutliche Kursgewinne verzeichnet. Kurz vor 12:30 Uhr wurde der Deutsche Aktienindex mit 10.450,34 Punkten berechnet. Dies entspricht einem Plus von 1,74 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste stehen die Anteilsscheine von Daimler, BMW und HeidelbergCement. Die Aktien der Lufthansa, Commerzbank sowie von RWE bilden die Schlusslichter der Liste.

Tarifstreit
Gericht stoppt Piloten-Streik bei der Lufthansa

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Das Hessische Landesarbeitsgericht hat den Pilotenstreik bei der Lufthansa vorerst gestoppt. Das Gericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen die streikende Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

Wahltrend
Umfrage: Leichte Gewinne für Union

Berlin (dts) – Die Union hat in der Wählergunst leicht Gewinne verbuchen können: Im aktuellen „Stern“-RTL-Wahltrend kommen CDU/CSU auf 41 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Während die SPD weiter ihre 24 Prozent behauptet, verlieren im Vergleich zur Vorwoche sowohl Grüne als auch Linke einen Punkt auf jeweils zehn Prozent. Auch die FDP büßt einen Punkt ein und rutscht auf vier Prozent ab. Die AfD gewinnt einen Punkt hinzu auf nun ebenfalls vier Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen sieben Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 30 Prozent.

Politik
Studie: Weniger Interesse an politischer Beteiligung im Osten

Berlin (dts) – 25 Jahre nach der Einheit ist das grundsätzliche Interesse an Politik in Ost- und Westdeutschland zwar ähnlich ausgeprägt, jedoch ist im Westen die Bereitschaft zum eigenen Engagement größer und die feste Bindung an Parteien nach wie vor stärker. Das ergab eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW), über die die „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe) berichtet. Demnach geben sich 50 Prozent der Westdeutschen als Anhänger einer bestimmten Partei aus, während es nur 41 Prozent der Ostdeutschen sind. Auch die Beteiligung an Bundestagswahlen ist im Osten seit der Einheit durchweg um drei bis acht Prozent niedriger als im Westen, und das in allen Altersgruppen. Also auch bei jenen, die erst nach der Wiedervereinigung groß wurden. Bei Landtagswahlen driften die Teilnehmerzahlen erst seit kurzem auseinander – sie lassen in den neuen Ländern noch stärker nach als im Westen und liegen zum Teil schon unter 50 Prozent. Auch die geringere Zahl von Initiativen für Volksentscheide – 4,5 je 100.000 Einwohner im Osten, 6,7 im Westen – deutet laut der Studie auf ein niedrigeres Interesse an konkreter politischer Beteiligung in den Neuen Ländern hin. Erstaunlich ähnlich sind sich Ost- und Westdeutsche hingegen inzwischen in ihren Auffassungen über den Sozialstaat. 91 Prozent der Ost- und 88 Prozent der Westdeutschen sahen ihn 2014 in der Pflicht, bei Krankheit, Not, Arbeitslosigkeit oder im Alter für ein Auskommen zu sorgen. Kurz nach der Wende waren die Ostdeutschen noch zu 99 Prozent dieser Meinung gewesen, die Westdeutschen zu 91 Prozent. Allerdings finden Ostdeutsche weiterhin die sozialen Unterschiede in Deutschland häufiger zu groß und Gewinne eher ungerecht verteilt als Bürger in den alten Ländern.

Flüchtlingskrise
Union kritisiert Moscheebau-Angebot aus Saudi-Arabien

Berlin (dts) – Berichte über ein Angebot aus Saudi-Arabien für den Bau von 200 Moscheen für muslimische Flüchtlinge in Deutschland sind in der Union auf Ablehnung gestoßen. Gegenüber „Bild“ (Mittwoch) erklärte der stellvertretende CDU-Vorsitzende und Integrationsexperte Armin Laschet: „Statt darüber nachzudenken, in Deutschland in Moscheen zu finanzieren, sollte Saudi-Arabien lieber Flüchtlinge aufnehmen und die Finanzierung des IS einstellen.“ Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), forderte mehr Solidarität mit den Flüchtlingen in Deutschland. Gegenüber „Bild“ erklärte Mayer: „Saudi-Arabien ist ein so unermesslich reiches Land, dass es mit Leichtigkeit eine hohe Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen könnte. Deutschland braucht keine Spende von 200 Moscheen, sondern Solidarität mit den Flüchtlingen.“ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erklärte: „Das Verhalten Saudi-Arabiens, selbst keine Flüchtlinge aufzunehmen, aber in Deutschland Moscheen bauen zu wollen, ist mehr als zynisch. Wo bleibt die Solidarität in der arabischen Welt. Europa muss von der gesamten arabischen Welt einen echten Beitrag bei der humanitären Aufnahme der Flüchtlingsströme einfordern.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte am Dienstag unter Verweis auf die libanesische Zeitung „al Diyar“ berichtet, die Regierung in Riad biete der Bundesregierung den Bau von 200 Moscheen an. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu gegenüber „Bild“: „Sollte ein entsprechender Vorschlag die Bundesregierung erreichen, werden wir ihn in aller Sorgfalt prüfen.“

Piloten-Streik
Lufthansa-Piloten dürfen weiterstreiken

Frankfurt/Main (dts) – Die Piloten der Lufthansa dürfen ihren Streik fortsetzen. Das entschied das Arbeitsgericht Frankfurt am Main am Dienstag. Die Lufthansa hatte zuvor den Erlass einer entsprechenden einstweiligen Verfügung gegen die Vereinigung Cockpit beantragt. Wegen des erneuten Piloten-Streiks bei der Lufthansa fallen am Mittwoch rund 1.000 Flüge aus. Von den Flugstreichungen seien 140.000 Passagiere betroffen, teilte die Lufthansa am Dienstag mit. Am Nachmittag kündigte die Fluggesellschaft außerdem an, eine Schadenersatzklage gegen Cockpit einzureichen. Dabei geht es allerdings um den Pilotenstreik im April 2014. Damals hatte die Vereinigung Cockpit die Lufthansa Cargo bestreikt, obwohl der entsprechende Tarifvertrag noch galt, so die Lufthansa. Der Schaden für den Lufthansa-Konzern aus dem Streik im April 2014 belief sich auf insgesamt rund 60 Millionen Euro.