Flüchtlingskrise
Bayern und NRW wollen mehr Geld für Krankenhäuser

Düsseldorf/München (dts) – Bayern und Nordrhein-Westfalen haben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) aufgefordert, die Krankenhäuser mit den Kosten für die Behandlung von Flüchtlingen nicht alleine zu lassen. Angesichts steigender Behandlungszahlen rund um Erstaufnahmelager drohe den Kliniken ein finanzieller Aderlass, warnt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in einem Schreiben an Gröhe, über das das „Handelsblatt“ berichtet (Dienstagausgabe). Grund ist eine gesetzliche Vorschrift, wonach Kliniken Vergütungsabschläge von 65 Prozent drohen, wenn sie mehr Patienten behandeln als in ihrem mit den Krankenkassen ausgehandelten Jahresbudget vorgesehen. Außerdem drohen sogenannte Mehrleistungsabschläge. Sie wurden eingeführt, um Kliniken davon abzuhalten, aus rein ökonomischen Gründen medizinisch nicht erforderliche Behandlungen durchzuführen. „Ich halte diese Kürzungen im Fall der Behandlung von Asylbewerbern nicht für gerechtfertigt“ schreibt Huml. Auch Nordrhein-Westfalen bittet um Hilfe. „Ich bitte Sie, sich der Problematik höherer Fallzahlen“ bei der anstehenden Klinikreform anzunehmen, heißt es in einem Brief der grünen Gesundheitsministerin, Barbara Steffens, an Gröhe. Der Aufwand für die Versorgung „der vielfach aus Kriegsgebieten stammenden Flüchtlinge“ sei „deutlich erhöht“ schreibt Steffens. Beide Bundesländer sind am stärksten von der aktuellen Flüchtlingswelle betroffen. Konkret fordert Huml, Flüchtlinge außerhalb der vereinbarten Budgets abzurechnen. Das sei gerechtfertigt, da nicht die Krankenkassen die Kosten tragen müssten, sondern die öffentliche Hand. In Gröhes Ministerium sieht man gleichwohl bislang keinen akuten Handlungsbedarf: „Das geltende Recht sieht bereits Möglichkeiten vor, um auf neue Situationen wie die wachsende Zahl von Flüchtlingen zu reagieren“, sagte eine Sprecherin. So könnten Kliniken „bei unzumutbaren Härten“ Leistungen aus dem Mehrleistungsabschlag herausnehmen oder die Budgets neu verhandeln.

Gipfeltreffen
Merkel und Faymann wollen EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise

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Berlin (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann haben einen EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise gefordert. Auf dem Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs solle es unter anderem darum gehen, wie die Herkunftsländer von Flüchtlingen besser unterstützt werden können, sagte die Kanzlerin am Dienstag nach einem Treffen mit Faymann in Berlin. Weiteres Thema soll demnach der Aufbau von Erstaufnahmezentren an den EU-Außengrenzen sein. Die Kanzlerin erklärte zudem, dass sie Drohungen ablehne, EU-Mittel für Mitgliedstaaten zu kürzen oder zu streichen, die sich gegen eine verbindliche Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen stemmen. „Drohungen sind nicht der richtige Weg“, so Merkel, die sich zugleich gegen Vorwürfe verteidigte, sie habe mit ihren Worten Flüchtlinge nach Deutschland gelockt: „Wenn wir jetzt anfangen uns dafür entschuldigen zu müssen, dass wir Menschen in Notsituationen helfen, dann ist das nicht mein Land“, betonte die deutsche Regierungschefin.

Möglicher Bundeswehreinsatz
CDU-Politiker für Militäreinsatz unter deutscher Beteiligung in Syrien

Berlin (dts) – Die Äußerungen des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, über mögliche Militärmaßnahmen in Syrien finden auch unter Mitgliedern des CDU-Bundesvorstands Zustimmung: Mit dem Hamburger CDU-Landesvorsitzenden Roland Heintze spricht sich in „Bild“ (Mittwoch) erstmals öffentlich ein CDU-Bundesvorstand für ein aktives militärisches Eingreifen unter deutscher Beteiligung in Syrien aus. „Wir müssen die Menschen vor Ort in Syrien schützen, damit sie keinen Fluchtgrund mehr haben. Und das geht nur militärisch, mit einem internationalen Mandat“, sagte Heintze gegenüber dem Blatt. Es gehe darum, „in Syrien Auffanglager für Flüchtlinge zu schaffen, die militärisch gesichert sind“. Über diesen Auffanglagern müssten Flugverbote durchgesetzt werden, forderte er. Ischinger hatte zuvor erklärt, das entschiedene Nachdenken über militärische Handlungsoptionen dürfe nicht ohne Deutschland stattfinden.

Bundeshaushalt
Schäuble plant Sparpaket wegen Flüchtlingskrise

Berlin (dts) – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) plant nach einem Bericht von „Bild“ (Dienstag) ein kleines Sparpaket. Wegen der Flüchtlingskrise soll es noch in diesem Jahr eine „globale Minderausgabe“ im Bundeshaushalt geben, meldet „Bild“ unter Berufung auf Regierungskreise. Im Gespräch sei ein Betrag von insgesamt 500 Millionen Euro, den alle Ministerien zusammen einsparen sollen. Wie hoch der Sparanteil der einzelnen Ministerien ist, stehe aber noch nicht fest. Mit der „globalen Minderausgabe“ wolle Schäuble die Ministerien an den Kosten für die Flüchtlingsaufnahme und -Unterbringung beteiligen, hieß es nach Angaben von „Bild“.

Rosch ha-Schana
Türkei: Erdogan und Davutoglu gratulieren zum jüdischen Neujahrsfest

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Ankara (nex) – Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu haben der jüdischen Gemeinde in der Türkei zum Neujahrstag Rosch ha-Schana gratuliert. Erdoğan sagte in seiner Botschaft: „Ich gratuliere unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zum Fest Rosch ha-Schana, das für den jüdischen Glauben zu den wichtigsten religiösen Festtagen zählt. Wir, als die Mitglieder einer Tradition, in der die Vielfalt als ein Reichtum betrachtet, den Grundrechten eine große Bedeutung beigemessen und das friedliche Zusammenleben aller ethnischen und religiösen Gruppen seit Jahrhunderten gewährleistet wird, sind stolz darauf, dass all unsere Staatsbürger ihre eigene Kultur, Religion und Tradition frei ausleben können.“ Ferner sagte Erdoğan, er wünsche sich, dass das friedliche Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Religionen auch in Jerusalem und der gesamten Region vorherrscht. Er verurteilte das Eingreifen israelischer Sicherheitskräfte auf dem Tempelberg aufs Schärfste und sagte, „Am Rande des Rosch ha-Schana Festes wurden auf dem Tempelberg Muslime verletzt. Mit Bedenken verfolgen wir diese Despotie, wegen der die Lage in der Region sich noch verschärfte.“ Auch Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu gratulierte den Juden zu ihrem Neujahrstag: „Seit Jahrhunderten leisten die Juden in allen Epochen der Geschichte der Entwicklung unseres Landes bemerkenswerte Dienste.“. Davutoğlu wünschte allen Juden in der Türkei ein gesundes, friedliches und gesegnetes neues Jahr.

Grenzschließung
CSU: Mindestens sechs Monate lang Grenzkontrollen

Berlin (dts) – In der Unions-Bundestagsfraktion wird angesichts des Flüchtlingszustroms der Ruf nach längeren Grenzkontrollen laut: Der CSU-Innenexperte Michael Frieser fordert jetzt aus Sicherheitsgründen, dass sie mindestens sechs Monate dauern. „Um der aktuellen Entwicklung bezüglich der Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze Nachdruck zu verleihen, sollten wir die laut dem Schengener Grenzkodex möglichen Grenzkontrollen mindestens sechs Monate aufrecht erhalten“, sagte Frieser der „Welt“. Bislang ist es so, dass Deutschland und andere Staaten des Schengen-Raums Grenzkontrollen nur temporär durchführen dürfen – also für eine deutlich kürzere Zeit, in der Praxis maximal bis zu zwei Monate. Der bayerische Abgeordnete Frieser verlangt außerdem auch von anderen EU-Staaten, dass sie genauso wie Deutschland wieder Grenzkontrollen einführen. „Um Ausweichrouten Einreisewilliger entgegenzuwirken, sollte man über eine Ausweitung der Grenzkontrollen an der tschechischen und der polnischen Grenze verhandeln“, sagte der CSU-Politiker. Er plädiert für bilaterale Gespräche der Bundesregierung mit beiden Ländern, „um gemäß des Dublin-III-Abkommens rechtzeitig grenznahe Asylbewerberunterkünfte im europäischem Ausland aufbauen zu können“. Frieser ist Mitglied des Innenausschusses im Bundestag.

Hotpantsverbot
USA: Nach Aus für „Saggypants“ droht nun auch ein Hotpants-Verbot

USA: Kurze Röcke und Baggy Pants in Dadeville vor dem Aus Dadeville City (nex) – Dadeville City macht guten Geschmack zum Thema der Kommunalpolitik: Nachdem im Stadtrat der 3200-Seelen-Gemeinde im Tallapoosa County, Alabama (USA) bereits vor einem Monat ein Verbot des Tragens von Saggy Pants – also weit herunterhängenden Hosen, wie sie meist von männlichen Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene getragen werden – beantragt worden war, soll nun auch das Tragen von kurzen Shorts und Miniröcken untersagt werden. Das Vorgehen gegen die Saggy Pants ging von Stadtratsmitglied Frank Goodman aus, nun hat seine Kollegin Stephanie Kelley nachgezogen und gefordert, dass das Untersagen provokativer Kleidung nicht allein auf Männer beschränkt werden solle. „Mir ist es wichtig, dass es Regelungen gibt, die alle betreffen“, erklärte Kelley im Rahmen der Stadtratssitzung des letzten Dienstags. „Ich denke, wir sollten auch keine Unterstützung signalisieren, was Mädchen anbelangt, die so kurze Hosen oder Kleider tragen, dass man noch die Unterwäsche sehen kann.“ Der Stadtbevollmächtigte Robin Reynolds soll nun bis zur nächsten Stadtratssitzung die entsprechende Verfügung vorbereiten. „Es geht um den Respekt“, macht Goodman deutlich. „Wer wird jemanden respektieren, der sich nicht einmal selbst respektiert? Ich habe das aufgebracht, weil ich denke, Menschen verdienen Respekt, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen. Ich denke, sich gehen zu lassen ist respektlos. Und das verschafft unserer jungen Generation ein falsches Bild davon, was ‚cool‘ wäre.“ #hotpantsverbot

Flüchtlingskrise
DRK-Präsident hält Zeltstädte im Winter für nicht akzeptabel

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Berlin (dts) – Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hat an die deutsche Politik appelliert, die Flüchtlinge so schnell wie möglich winterfest unterzubringen: „Zeltstädte sind schon jetzt eine absolute Notlösung und für den Winter nicht akzeptabel“, sagte Seiters der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Das wird eine der großen Herausforderungen für die nächsten Wochen sein.“ Seine Organisation und das Technische Hilfswerk würden „bei der Lösung dieser Probleme voll im Einsatz sein“. Die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern „für mehr Flexibilität im Bau- und Vergaberecht“ trügen zur Entspannung bei, sagte Seiters.

Flüchtlingskrise
Flüchtlinge: Beamtenbund befürchtet Kollaps der öffentlichen Verwaltung

Berlin (dts) – Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsdynamik befürchtet der Deutsche Beamtenbund einen Zusammenbruch in Teilen der öffentlichen Verwaltung. „In manchen Kommunen, wo die Behörden unmittelbar den Zustrom bewältigen müssen, steht das System vor dem Kollaps“, sagte Beamtenbund-Chef Klaus Dauderstädt der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). Auch an manchen Schulen wachse die „Gefahr kollabierender Verhältnisse“. Dauderstädt verwies auf die vielen vom Krieg traumatisierten Kinder und Jugendlichen, die integriert werden müssten. Auch die Gesundheitsbehörden seien mit den nötigen Untersuchungen „völlig überfordert, weil in diesem Bereich schon vor der Zunahme der Flüchtlingszahlen viel Personal fehlte“, sagte Dauderstädt.

Heißer Sommer
DLRG: 374 Badetote bis Ende August

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Bad Nenndorf (dts) – In deutschen Gewässern sind von Januar bis Ende August dieses Jahres 374 Menschen ertrunken, 55 mehr als von Januar bis August 2014. Die Todesfälle durch Ertrinken stiegen damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,24 Prozent, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Montag im niedersächsischen Bad Nenndorf mitteilte. Allein in den Ferienmonaten Juni bis August kamen demnach 249 Menschen im Wasser ums Leben. „Das sind leider die Schattenseiten eines schönen Sommers. Das heiße Wetter mit teilweise tropischen Temperaturen hat den Anstieg wesentlich begünstigt“, sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje. „Viele Menschen sind zur Abkühlung an die Küsten und Binnengewässer geströmt. Nach unseren Erfahrungen ertrinken in einem schönen Sommer mehr Menschen als in einem durchschnittlichen.“