Terror und Wirtschaft
DIW: Zunahme von Terrorattacken könnte Wirtschaftsentwicklung in Westeuropa bremsen

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Berlin (dts) – Nach Einschätzung führender Ökonomen in Deutschland könnten neue Terrorattacken die Wirtschaftsentwicklung in Westeuropa bremsen. Falls es zu einer „Serie ähnlich schlimmer Anschläge“ wie in Frankreich kommen sollte, „könnte es zu mehr als kurzzeitigen Auswirkungen auf den privaten Verbrauch und die Investitionsneigung der Unternehmen kommen“, sagte der Chefökonom der Berenberg Bank, Holger Schmieding, dem „Handelsblatt“. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn: Bislang habe die Wirtschaft zwar besonnen reagiert. „Neue terroristische Attacken, auch ein Kriegseintritt weiterer Länder, würden freilich zu Vertrauensverlusten führen, die die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher und Investoren beeinträchtigen“, sagte Sinn dem „Handelsblatt“. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fürchtet einen Aufstieg populistischer Kräfte infolge der Pariser Attacken und hält es vor diesem Hintergrund für denkbar, dass Regierungen in Europa notwendige Wirtschaftsreformen auf die lange Bank schieben. „Seit zwei Jahren nutzt die französische Regierung den Aufstieg von Marine Le Pen als Entschuldigung, um wichtige Strukturreformen zu verschieben und sie wird dies wohl auch die nächsten beiden Jahre so tun“, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“. Dabei sei „das beste Mittel zur Bekämpfung extremer politischer und wirtschaftspolitischer Kräfte“ die entschiedene Umsetzung notwendiger Wirtschaftsreformen. „Nur dann wird sich Europas Wirtschaft von der Krise erholen und dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen.“ Schmieding glaubt zwar auch, dass politische Nutznießer der Pariser Terroranschläge zunächst die Rechtspopulisten sein könnten. „Ob das allerdings in einem solchen Ausmaß passiert, dass darunter der Reformwillen leidet, wage ich zu bezweifeln“, fügte er hinzu. „Schließlich machen die Anschläge in Paris ja auch deutlich, dass gerade Frankreich mehr tun muss, seine Jugendarbeitslosigkeit zu verringern.“ Außerdem hätten erfahrungsgemäß einzelne Terroranschläge „keine nachhaltigen Auswirkungen auf wirtschaftliche Trends“. Das zeigten die Terrorattacken in Madrid 2004 und London 2005.

Deutsche Bundesliga
Bayer Leverkusen wehrt sich gegen Vorstoß zur Änderung der Fernsehgelder-Verteilung

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Leverkusen (dts) – Der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, Michael Schade, hat sich gegen Ausnahmen bei der Verteilung der Fernsehgelder ausgesprochen: „Wir sind über diesen Antrag sehr überrascht, da er nach den gültigen Regularien der DFL-Satzung unzulässig ist. Es kann nicht im Interesse der Mehrzahl der deutschen Profiklubs sein, dass die Solidargemeinschaft und die Zentralvermarktung, von der insbesondere die Klubs der 2. Liga profitieren, aufgegeben werden“, sagte Schade der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe): „Für die gesamte Bundesliga wäre dies eine schädliche Entwicklung, die die Grundwerte des Erfolgs der Profiklubs in Gefahr bringen würde.“ Der „Kicker“ hatte am Montag von einem Schreiben an Ligapräsident Reinhard Rauball und DFL-Chef Christian Seifert berichtet, in dem der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli den Antrag gestellt habe, bestimmte Vereine von der Verteilung der Einnahmen aus der Fernseh- und Gruppenvermarktung auszuschließen. Dies soll vor allem die Werksclubs Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg sowie 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp betreffen. (Foto: dts)

Parteitag in Karlsruhe
CDU-Initiativantrag zur Flüchtlingspolitik: Rätselraten bis zum Schluss

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Berlin (dts) – Die CDU-Führung will den bereits angekündigten Initiativantrag zur Flüchtlingspolitik für den Bundesparteitag in Karlsruhe erst unmittelbar vor dessen Beginn veröffentlichen und zur Diskussion stellen. Das berichtet „Bild“ (Montag) unter Berufung auf CDU-Kreise. Den Plänen des Konrad-Adenauer-Hauses zufolge soll der Text des Antrags selbst den Mitgliedern des Bundesvorstandes erst am Abend zuvor in Form einer Tischvorlage zur Kenntnis gegeben werden. Die Delegierten des Parteitags haben am darauf folgenden Tag dann nur noch wenige Stunden Zeit, um ihrerseits Änderungsanträge zu formulieren. Änderungsanträge müssen von mindestens 30 Delegierten unterstützt werden, um überhaupt eingebracht werden zu können. Der Antrag soll den Kurs der Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik stützen, berichtet die Zeitung. (Foto: dts)

6 aus 49
Lotto-Jackpot steigt auf rund zehn Millionen Euro

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Saarbrücken (dts) – Der Jackpot im Lotto 6 aus 49 steigt für die Ziehung am Mittwoch auf rund zehn Millionen Euro. Bei der Ziehung am Samstag war es keinem Glücksritter gelungen, die sechs richtigen Gewinnzahlen und die Superzahl auf seinem Spielschein anzukreuzen, teilte der Deutsche Lotto- und Totoblock am Montag mit. Jeweils einem Spieler aus Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie zwei Tippern aus Baden-Württemberg gelang demnach ein „Sechser“. Die Lottospieler können sich nun über einen Gewinn in Höhe von je 537.084,20 Euro freuen. Der Jackpot in der Zusatzlotterie Spiel 77 wurde ebenfalls nicht geknackt und steht somit am Mittwoch bei rund einer Million Euro. In der Zusatzlotterie Super6 haben insgesamt sechs Spieler die höchste Gewinnklasse erzielt. Die Gewinner kommen aus Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und gewinnen jeweils 100.000 Euro. (Foto: dts)

Terrorwarnung in Brüssel
Belgien: Konkrete Hinweise auf Anschlag mit Waffen und Sprengstoff

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Brüssel (dts) – In Belgien gibt es konkrete Hinweise auf einen geplanten Terror-Anschlag: Die Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe fuße auf „ganz genaue Informationen über das Risiko eines Anschlags wie dem, der sich in Paris ereignet hat“, sagte der belgische Premierminister Charles Michel laut der Nachrichtenagentur Belga am Samstag. Es gebe die Befürchtung, dass „einige Personen mit Waffen und Sprengstoff einen Anschlag starten könnten“. Möglicherweise planten die Terroristen, „an verschiedenen Orten“ Anschläge zu verüben, so Michel weiter. „Wir bitten die Öffentlichkeit dringend, nicht in Panik zu verfallen und ruhig zu bleiben. Wir haben die Maßnahmen getroffen, die notwendig sind.“ Zuvor hatte das nationale Krisenzentrum für den Großraum Brüssel die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. In der belgischen Hauptstadt war daraufhin der komplette U-Bahn-Betrieb für Samstag eingestellt worden. „Die Metro bleibt geschlossen bis zum Ende des Betriebs“, so eine Sprecherin des Verkehrsbetreibers STIB gegenüber dem Radiosender RTBF. Die Gemeinden in der Region Brüssel sollten erwägen, größere Veranstaltungen abzusagen, riet das nationale Krisenzentrum.

Minderheitenrechte werden gestärkt
Türkei: Regierung plant Gesetzespakete zu Gunsten von Aleviten und Roma

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Ankara (nex) – Die durch die Wahlen vom 1. November bestätigte türkische Regierung wird in der künftigen Legislaturperiode einen besonderen Fokus auf die Stärkung der Minderheitenrechte legen. Insbesondere die seit Jahrzehnten ungelösten Probleme der alevitischen Community in der Türkei und der türkischen Roma sollen nun offensiv bearbeitet werden. Zahlreiche alevitische Gruppen fordern bereits seit Jahrzehnten eine öffentliche Anerkennung der alevitischen Identität und dazugehöriger Institutionen sowie die Anerkennung von Leiden, die der Community vonseiten des türkischen Staates zugefügt worden seien. Im Einklang mit diesen Erwartungen soll es nun zu rechtsgültigen Verträgen zwischen dem Staat und den alevitischen Gemeinden kommen. Das Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet; DİB) soll künftig auch die Kosten für die Wasser- und Stromversorgung der alevitischen Gebetshäuser (Cemevi) übernehmen. Darüber hinaus werden die Geistlichen der Aleviten, die so genannten „Dedes“, ihr Gehalt dem geplanten neuen Gesetzespaket zufolge künftig von der Regierung bezahlt bekommen, ebenso wie die Imame der Moscheen. Den Quellen zufolge, mit denen die Tageszeitung „Sabah“ über die geplanten Vorhaben sprach, soll zudem der Status der Cemevis einen der Kernpunkte der Reform bilden. Den Quellen zufolge sollen die Cemevis offiziell als Gottesdienststätten anerkannt werden und es soll eine Einrichtung namens „Zentren und Cemhäuser Traditioneller Weisheit“ geschaffen werden, deren Aufgabe es sein soll, den Betrieb von Cemevis zu regulieren.

Erster Roma-Sender im türkischen Fernsehen

Auch für die Gemeinschaft der türkischen Roma hat die neue Regierung eine Reihe von Reformen vorgesehen. In der Vorgängerregierung hatte Premierminister Ahmet Davutoğlu den aus der Roma-Community stammenden türkischen Staatsbürger Metin Özçeri als Berater engagiert, dessen Aufgabe es sein soll, eine ständige Schnittstelle zwischen Regierung und Roma-Gemeinschaft zu schaffen. Vor einigen Tagen hat auch der erste Roma-TV-Sender seinen Sendebetrieb aufgenommen, der das Ziel verfolgt, Vorurteilen gegen die Gemeinschaft gegenzusteuern. Außerdem soll unter dem Dach des Ministeriums für Familie und Soziales ein Generaldirektorat gegründet werden, dessen Aufgabe es sein soll, sich um Probleme der Bürger aus der Roma-Community zu kümmern. Die Roma werden so eine direkt ansprechbare Behörde für ihre Angelegenheiten bekommen. Um öffentliche Dienstleistungen für die Roma besser zugänglich zu machen, soll auch unter der Federführung des Direktorats für Auslandstürken und verwandte Communities eine eigene Institution geschaffen werden.

Erdoğan als erster Träger des „Großen Roma-Preises“

Die in der Zeit des Nationalsozialismus in Europa zu Hunderttausenden ermordeten Roma erleben auch heute noch in den meisten Ländern der EU Diskriminierung und Ausgrenzung. Lediglich in Österreich sind sie als gleichberechtigte Volksgruppe anerkannt. In der Türkei hat sich Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der in einem Viertel aufgewachsen war, in dem stets auch zahlreiche Roma lebten, stets für eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Roma eingesetzt und ist deshalb am 6. Februar von der „Türkischen Roma Konföderation“ als erster Preisträger mit dem „Großen Roma-Preis“ ausgezeichnet worden. Der türkische Staatspräsident hat in seiner Amtszeit als Ministerpräsident, viele Maßnahmen und Projekte gegen die Diskriminierung der Roma-Minderheit und für die Verbesserung ihrer Lebenssituation in die Wege geleitet. Mehrere abwertende oder diskriminierende Zitate wurden aus Gesetzestexten und Schulbüchern gestrichen. „Ich möchte nicht, dass Ihr in diesen lebensunwürdigen Baracken wohnt“, sagte Erdoğan im Hinblick auf die teils miserable Lebenssituation der Roma-Minderheiten in Großstädten. Im Zuge von Stadtteilerneuerungsmaßnahmen wurde den Bewohnern von Roma-Vierteln, die meist aus Hüttenhäusern bestanden, neugebaute Sozialwohnungen zu einem sehr niedrigen Vorzugspreis angeboten.

Industrie 4.0
Deutsche Wirtschaft erwartet einen Umsatzschub durch Industrie 4.0

Berlin (nex) – Die deutsche Wirtschaft erwartet einen Umsatzschub durch Industrie 4.0. Rund die Hälfte der Industrieunternehmen (51 Prozent), die Industrie 4.0-Anwendungen nutzen oder dies planen, erwartet laut einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom dadurch eine Steigerung des Umsatzes. Der Rest geht davon aus, dass der Umsatz gleich bleiben wird. Jedes elfte Unternehmen (neun Prozent) rechnet demnach sogar damit, dass der Umsatz durch Industrie 4.0 stark um mehr als zehn Prozent zulegen wird. „Dank IT können die Unternehmen in der vernetzten Produktion zum Beispiel noch besser auf die Anforderungen ihrer Kunden eingehen und hochindividualisierte Produkte genau nach deren Wünschen produzieren. Dies wird die Geschäftsmodelle vieler Branchen nachhaltig verändern“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Wer heute die Weichen auf Industrie 4.0 stellt, verbessert seine Wettbewerbsposition und hat gute Chancen, Marktanteile zu gewinnen.“ Den größten Umsatzschub erwarten die Unternehmen der Elektrotechnik. Hier sagen 53 Prozent der Nutzer und Interessenten von Industrie 4.0, dass sie mit steigendem Umsatz rechnen. In der Chemiebranche sind es 52 Prozent, im Automobilbau 50 Prozent und im Maschinen- und Anlagebau 48 Prozent. Für die Umfrage wurden 400 Unternehmen ab 100 Mitarbeitern aus der Automobilbranche, dem Maschinenbau, der chemische Industrie und der Elektroindustrie befragt.

Terror in Europa
Lambsdorf: „Eine offene Gesellschaft ist auch verwundbar“

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Berlin (dts) – Der Vizepräsident im Europäischen Parlament, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), hat nach der Anschlagsserie in Paris davor gewarnt, Europa im Krieg zu glauben. „Ich hielte es für falsch zu sagen, Europa stecke in einem Krieg“, sagte er im „rbb-Inforadio“. Der Krieg spiele sich in Syrien und im Irak ab, „und Ausläufer des Krieges erreichen uns als Terrorismus“. Der FDP-Politiker betonte, dass es „keinen totalen Schutz“ vor Terroranschlägen geben könne. „Das Wesen einer offenen Gesellschaft ist, dass sie in gewisser Weise auch verwundbar ist.“ Lambsdorff forderte daher eine Verstärkung der Sicherheitsbehörden. Sie müssten in die Lage versetzt werden, „Informationen zu ermitteln, um Anschläge zu verhindern“. Außerdem müssten die Behörden auch dazu beitragen, der Radikalisierung junger Männer entgegen zu wirken. „Ich glaube, wir brauchen starke Sicherheitsbehörden, wir brauchen eine offene Gesellschaft, und wir brauchen auch die Erkenntnis, dass es zum Teil auch militärischer Maßnahmen bedarf“, so Lambsdorff.

NSA-Affäre
Bericht: NSA-Untersuchungsausschuss darf BND-Selektorenliste einsehen

Berlin (dts) – Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages wird Einblick in eine geheime Selektorenliste des Bundesnachrichtendienstes (BND) bekommen. Dies teilte laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ das Kanzleramt am Montagnachmittag dem Ausschuss mit. Die Liste soll dem Vorsitzenden des Ausschusses und den Obleuten den drei Medien zufolge ab Montag der nächsten Woche im Kanzleramt zur Verfügung stehen. Aus dieser Liste soll hervorgehen, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst in großem Ausmaß befreundete Staaten ausspioniert hat. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der BND womöglich sogar einen deutschen Spitzendiplomaten sowie den französischen Außenminister Laurent Fabius ausspioniert hat. Kanzlerin Angela Merkel hatte zu Beginn der NSA-Affäre erklärt: „Abhören unter Freunden geht gar nicht.“ Nachdem bekannt geworden war, dass angeblich auch der französische Außenminister ins Visier des BND geraten war, hatte Frankreichs Präsident François Hollande erklärt: „Unter Freunden darf es solche Praktiken nicht geben“. Dies war offenbar eine Replik auf den Spruch der Kanzlerin. Der Grünen-Obmann im Ausschuss, Konstantin von Notz, hatte schon vor Wochen gesagt, es könne für „viele Verantwortliche ganz eng werden“, wenn bekannt werde, dass der BND mit Wissen des Kanzleramts Partner und Freunde ausspioniert habe. Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses, Patrick Sensburg (CDU), erklärte, er sei der Meinung, dass „die Selektorenprüfung Aufgabe des Untersuchungsausschusses“ sei. „Eine getrennte Prüfung im Parlamentarischen Kontrollgremium und im Untersuchungsausschuss wäre nicht sachdienlich.“

USA
Bombendrohung gegen US-Universität Harvard: Gebäude evakuiert

Cambridge (dts) – Mehrere Gebäude der Universität Harvard im US-Bundesstaat Massachusetts sind am Montag nach einer Bombendrohung evakuiert worden. Ob es sich um eine echte Bedrohung handelt, sei noch unklar, teilte die Universität mit. Einsatzkräfte seien vor Ort, um nach einer möglichen Bombe zu suchen. Der Zugang zum Campus sei eingeschränkt worden. Die Hintergründe der Drohung waren zunächst unklar.