Einwanderungsland Türkei
Immer mehr Auswanderer in die Türkei als Einwanderer nach Deutschland

Ankara (nex) – Der türkische Premierminister erklärte dem staatlichen Rundfunksender TRT zufolge im Anschluss an das jüngste Gipfeltreffen zwischen der EU und der Türkei in Brüssel, dass die Frage der Visafreiheit als besonders vordringliche und vom türkischen Volk gewollte Maßnahme zur Sprache gebracht worden war. Davutoğlu erklärte, er hätte auch ohne den Kontext des Abkommens zur Flüchtlingspolitik diese zu einer Vorbedingung zum geplanten Rückübernahmeabkommen gemacht. Diese Visafreiheit gewinne insbesondere vor dem Hintergrund einer Trendwende im türkisch-deutschen Wanderungssaldo an Bedeutung. „Sie wissen es auch, die zahlreichen Ausreisen aus der Türkei nach Europa gibt es nicht mehr“, erklärte Davutoğlu. Den Begriff „türkischer Schwarzarbeiter“ gebe es auch nicht mehr. „Die von der Türkei gebotenen Arbeitsmöglichkeiten gibt es nicht einmal in der EU. Die Türkei hat sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt“, stellte der Premierminister fest. Die Zahlen der Statistikämter bestätigen die Worte des türkischen Regierungschefs. Denn seit dem Jahr 2006 sind mehr Türken aus Deutschland ausgewandert, als türkische Staatsangehörige zugewandert sind. Von 2009 bis 2011 verließen insgesamt etwa 100 000 türkische Staatsbürger Deutschland. Während in Deutschland im Jahre 1992 die Zahl der nach Deutschland kommenden Einwanderer aus der Türkei noch bei 81 000 lag, ging diese im Jahre 2002 auf 56 000 und in den Jahren 2010 und 2011 sogar auf unter 30 000 zurück. Im Jahre 2013 lag die Zahl bei 26 000. Des Weiteren änderte sich auch das Einwandererprofil: Während im Jahre 2002 noch 25 000 türkische Staatsbürger Visa zum Zwecke der Familienzusammenführung erhielten, ging diese Zahl bis zum Jahre 2013 auf 6000 zurück. Unterdessen ging auch die Zahl der Asylanträge zurück. Im Jahre 2001 stellten noch 11 000 türkische Staatsbürger einen Asylantrag. Zehn Jahre später ging diese Zahl bis auf 1300 zurück.  

Waffenexporte
Hofreiter bringt Sanktionen gegen Saudi-Arabien ins Spiel

Berlin (dts) – Angesichts der zwiespältigen Rolle Saudi-Arabiens im Syrien-Konflikt hat Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter Wirtschaftssanktionen gegen Riad ins Spiel gebracht. „Der Umgang des Westens mit Saudi-Arabien ist hoch problematisch“, sagte Hofreiter der „Saarbrücker Zeitung“. „Das ist nicht nur eine islamistische Diktatur, in der Andersdenkende massiv unterdrückt und sogar getötet werden. Saudi-Arabien fördert die islamistische Ideologie mit viel Geld auch weltweit“, erläuterte der Grünen-Politiker. Umso mehr verbiete es sich, dorthin Waffen zu liefern, so Hofreiter mit Blick auf deutsche Rüstungsexporte. Weil Saudi-Arabien zur Lösung des Konflikts im arabischen Raum gebraucht werde, müsse man gleichwohl mit der Führung dort reden. „Schon deshalb, damit Riad sein Verhalten ändert. Geschieht das nicht, sollte der Westen ernsthaft über wirtschaftliche Sanktionen nachdenken“, sagte Hofreiter.

Kurdischer Exodus
Irak: Junge Leute verlassen Kurdenregion in Richtung Türkei

Mosul (nex/eurasia) – Immer mehr Kurden der Autonomen Region Nordiraks investieren in den Immobiliensektor der Türkei, berichten kurdische Immobilienhändler gegenüber Rudaw. Diese Entwicklung stehe unter anderem im Zeichen der anhaltenden Involvierung Erbils in den irakischen Bürgerkrieg gegen den „Islamischen Staat“.
„Mindestens 40 Prozent aller Häuser, die wir in der Türkei verkauft haben, wurden seit dem Beginn der Kämpfe gegen den IS im August 2014 von Menschen aus der Autonomen Kurdenregion erworben“, sagte Hadschi Salam, ein Geschäftsmann aus dem kurdisch geprägten Nordirak, der im türkischen Immobiliensektor arbeitet.
Laut offiziellen türkischen Statistiken wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres insgesamt 14 000 Häuser oder Apartments an Ausländer verkauft. Das ist fast ein Viertel mehr an verkauften Immobilien als in der gleichen Vorjahresperiode 2014.
Investitionen in den türkischen Immobilienmarkt sind für Ausländer deshalb interessant, weil sie dem Investor eine Aufenthaltserlaubnis in der Republik ermöglichen.
In der Autonomen Kurdenregion von Irak kam es mit dem Einmarsch des IS in Mosul und Angriffen auf kurdische Einflussgebiete zu einem seit mehr als einem Jahr anhaltenden Exodus von kurdischen Bürgern, vor allem Jugendlichen, schrieb Rudaw. Die Abwanderungsbewegung stehe zudem nicht zuletzt auch in direktem Zusammenhang mit der Nicht-Anerkennung eines kurdischen Haushaltsbudgets durch die irakische Zentralregierung in Bagdad.
Aus der eminenten Befürchtung heraus, dass ein anhaltender Exodus in die Türkei zu einem nicht kompensierbaren Brain-Drain führen könnte, forderte der Präsident der Kurdenregion, Masoud Barzani, junge Kurden auf, nicht mehr in großer Anzahl ins Ausland zu migrieren. Er sagte:
„Ich rufe die Jugend der Kurdenregion auf, in ihrem Heimatland zu bleiben. Die Krise ist schwer, aber sie kann auch gelöst werden.“
Bilal Kuzal, ein Bauingenieur aus der Türkei, erklärte, dass Eigentumswohnungen oder -häuser in der Türkei günstig seien und daher viele Menschen aus dem Nahen Osten anlocken würden. Wörtlich sagte er:
„Die Menschen der Region besuchen oft die Türkei als Touristen. Das führt dazu, dass viele laut über den Erwerb von Eigentum in der Türkei nachdenken.“
Zudem gilt die Türkei als vergleichsweise sicher und modern. In der Türkei gibt es für junge Bürger zahlreiche Optionen zur Entfaltung, die von akademischen Weiterbildungsformaten bis zu einer breit gestreuten Wirtschaftslandschaft reichen.
  Mehr zum Thema:   Erschienen auf eurasianews.de

Weihnachtsbotschaft
Theologin: Erzählung vom Weihnachtsmann verführt Kinder zu Atheismus

Köln (nex) – Weihnachtsmann fehle jeder „historische oder theologische Kern“, er sei „ein Mythos ohne Substanz“, sagte die Kölner Theologieprofessorin im Interview der „Welt am Sonntag“. Solche Geschichten könne „man im Jugendalter nicht ins aufgeklärte Denken integrieren und nicht mit Sinn füllen“, sagte Lindner der Zeitung. Die Erzählung vom Weihnachtsmann gefährde daher die Entwicklung eines erwachsenen Glaubens und begünstige ein Abgleiten in den Atheismus, weil sich dadurch „der Eindruck festsetzen kann, die Weihnachtsbotschaft insgesamt sei substanzfrei – so, wie die Geschichte vom Weihnachtsmann“. Vom Nikolaus oder vom Christkind zu erzählen, sei hingegen empfehlenswert. Die Geschichten dieser beiden könne man später hervorragend „als Metapher der christlichen Botschaft neu aneignen und in einen aufgeklärten Glauben integrieren“, weil sowohl Nikolaus als auch Christkind eine historische und theologische Substanz besäßen, die erhalten bleibe, wenn der Kinderglaube verblasse. Zudem schütze eine Phase des Kinder-Glaubens vor einem späteren Abgleiten in den Okkultismus, so die evangelische Theologin und Expertin für Religionspädagogik. Denn: „Wer zu früh über Mythen aufgeklärt wird, neigt im Jugendalter öfter dazu, den verfrühten Verlust dieser Naivität zu kompensieren.

Fernsehen
Hape Kerkeling: „Im Fernsehen ging es zu wie beim Militär“

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Der Komiker Hape Kerkeling hadert mit seiner TV-Karriere: „Ich bin ausgelutscht worden von der Unerbittlichkeit, ich war auch viel zu oft im Fernsehen, dennoch hat es irgendwie hingehauen“, sagte Kerkeling dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“

„Und wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich mich wohlgefühlt habe in meinen Shows, dann lautet die Antwort: nein.“ Bevor er ins Fernsehen gekommen sei, habe er nicht vermutet, dass es dort so zugehe, „wie ich dachte, dass es nur beim Militär geschehe“. Auch habe er in manchen Sendern Menschen kennengelernt, „die gewisse Störungen aufwiesen und in verantwortlichen Positionen saßen“, so Kerkeling. Schon bei der Produktion seiner ersten TV-Show 1984 sei ihm klar gewesen: „Das mache ich nicht ewig. So schnell ich kann, will ich da wieder raus. Und das waren halt jetzt 30 Jahre.“ Im vergangenen Jahr beendete Kerkeling seine Tätigkeit fürs Fernsehen und brachte seine Autobiografie heraus.

2. Bundesliga
Leipzig schlägt Duisburg 4:2

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Leipzig (dts) – RB Leipzig hat am 17. Spieltag in der 2. Bundesliga mit 4:2 gegen den MSV Duisburg gewonnen. Leipzig startete mit viel Druck in die Partie, doch in der 17. Minute brachte Kevin Wolze die Gäste aus Duisburg zunächst in Führung. Die Gastgeber griffen jedoch weiter an und in der 27. Minute gelang Yussuf Poulsen der Ausgleich. In der zweiten Spielhälfte zeigten sich die Duisburger mutiger, in der 79. Minute traf Kevin Scheidhauer dann zum 2:1 für den MSV. In der 85. Minute gelang Nils Quaschner allerdings der erneute Ausgleich, nur zwei Minuten später legte Atinc Nukan nach, in der 90. Minute traf Poulsen ein weiteres Mal. Unterdessen gewann der FC St. Pauli mit 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern, der VfL Bochum und der 1. FC Heidenheim trennten sich 1:1.

Islam
Das Experiment: Bibelverse als Korantexte

Amsterdam (nex) – Ein soziales Experiment zweier Niederländer offenbarte, wie stark Vorurteile und Halbwissen über den Islam in westlichen Gesellschaften wirken. Dabei haben die beiden Niederländer erst eine Bibel in den Umschlag eines Koran gesteckt und Passanten auf der Straße einige Bibelverse vorgelesen. Als vermeintliche Koranverse wurden im Zuge des Experiments Aussagen aus der Bibel vorgelesen, darunter auch kontroverse wie „Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit“ (Tim 2:11) oder „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft“ (Lev 20, 13). Die Reaktionen des Publikums waren die weithin erwarteten: Die Passanten erklärten unter anderen, der Koran wäre „aggressiver“ und „weniger friedlich“ als die Bibel. Als die Teilnehmer darüber aufgeklärt wurden, dass ihnen ein Streich gespielt wurde, und man ihnen nicht aus dem Koran, sondern aus der Bibel vorgelesen hatte, reagierten die Teilnehmer äußerst überrascht und ein junger Mann räumte ein, er wäre wohl voreingenommen, aber sich dessen nicht bewusst. Eine wesentliche Rolle an falschen Wahrnehmungen wurde dabei den Medien zugeschrieben. Das Video zeigt auf eine sehr aussagekräftige Weise die Vorurteile und den parteiischen Blick auf den Islam in der westlichen Welt.  

"Gewaltspirale durchbrechen"
Gauck ruft Israelis und Palästinenser zu Aussöhnung auf

Jerusalem (dts) – Bundespräsident Joachim Gauck hat Israelis und Palästinenser zu Aussöhnung aufgerufen. „Ich wünschte, Juden und Palästinenser könnten die endlose Spirale der Gewalt endlich durchbrechen und friedlich und selbstbestimmt zu einem Miteinander finden“, sagte Gauck anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem am Sonntag. Ziel seien ein „Leben in Würde, in Gerechtigkeit, in Freiheit und Sicherheit – gleichermaßen für alle“, betonte der Bundespräsident. Dazu müssten gemeinsam neue Handlungsräume erschlossen werden, um neuen Gefahren zu begegnen. „Ich spüre es an mir selbst: Jetzt, wo der Terror näher an uns in Westeuropa heranrückt, kann ich besser jene Bedrohung erfassen, in der die Israelis seit Jahrzehnten leben“, sagte Gauck.

EU-Beitritt Türkei
Strobl (CDU): Wir werden der Türkei mehr bieten müssen

Berlin (dts) – In der Flüchtlingskrise bereitet sich die CDU auf sehr weitgehende Zugeständnisse an die Türkei vor: „Wir waren für eine `privilegierte Partnerschaft` mit der EU, jetzt werden wir deutlich mehr bieten müssen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion und Baden-Württembergische Landesvorsitzende, Thomas Strobl, der „Welt am Sonntag“ : „Ich kann mir vorstellen, dass wir der Türkei eine genauso enge wirtschaftliche Zusammenarbeit anbieten, wie sie die EU mit Norwegen oder der Schweiz pflegt. Das ist sehr viel, aber keine Vollmitgliedschaft.“ Das `norwegische Modell` könnte die richtige Lösung für die Türkei sein“, wirbt Strobl. Norwegen ist das am weitesten in die EU-Strukturen integrierte Drittland.“ Es nimmt am Binnenmarkt teil und übernimmt die Regeln der Gemeinschaft in diesem Bereich. Außerdem ist Norwegen auch in die EU-Finanzmechanismen integriert. Auch in der Frage der Visaliberalisierung ist die Partei Angela Merkels bereit, den Wünschen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan weit entgegen zu kommen: „Türkische Geschäftsleute, die langjährige wirtschaftliche Beziehungen in EU-Staaten pflegen, können wir von der Visumspflicht befreien“, so Strobl: „Da habe ich als Innenpolitiker keine Probleme.“ Zurzeit verhandelt Brüssel mit Ankara über eine Begrenzung der Zuwanderung über die Ägäis. Strobl stimmte seine Partei auf harte Kompromisse ein: „Das Entgegenkommen der Türkei kostet uns im günstigsten Fall viel Geld. Wahrscheinlich werden wir aber auch einen politischen Preis zahlen müssen.“

VW-Abgasskandal
Porsche will trotz VW-Affäre weiter mit Audi kooperieren

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Berlin (dts) – Der Sportwagenbauer Porsche wird die Zusammenarbeit mit der Schwestermarke Audi als Folge der VW-Abgasaffäre nicht zurückfahren. Der „Welt am Sonntag“ sagte der neue Porschechef Oliver Blume: „Im Gegenteil: Wir werden künftig noch enger zusammenarbeiten. Porsche ist immer noch ein verhältnismäßig junges Mitglied im Volkswagen-Konzern. Von einer noch engeren Kooperation können Audi und Porsche nur profitieren.“ Audi hatte an Porsche Motoren geliefert, die aufgrund ihrer Abgaswerte in der Kritik der US-Umweltbehörde EPA stehen. Porsche muss nun in den Vereinigten Staaten 13.000 Cayennes mit V6-TDI-Motoren zurückrufen. „In Abstimmung mit den Kollegen von Audi wird derzeit intensiv an Lösungen gearbeitet; diese werden wir den US-Behörden innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 45 Tagen vorstellen“, erklärte Blume das weitere Vorgehen. Blume kündigte an, mit Porsche keinen Wachstumskurs fahren zu wollen. „Entscheidend ist nicht, immer mehr Autos zu verkaufen, sondern wertschaffend zu wachsen. Volumen ist für uns nicht entscheidend. Das werden wir auch in Zukunft so halten“, sagte er. „Porsche hat heute rund drei Promille Weltmarktanteil. Der wird sich auch in der kommenden Zeit kaum ändern.“ Wenn ein Absatz von 250.000 Fahrzeugen oder sogar 300.000 Autos in Zukunft erreicht werden könne, freue ihn das. „Aber es geht uns nicht darum, eine solche Zahl zu erreichen“, so Blume. Für die Zukunft werde sich Porsche auf die Digitalisierung von Autos, alternative Antriebe sowie neue Geschäftsfelder entlang der Wertschöpfungskette des Automobils konzentrieren. „Zentraler Bestandteil unserer Strategie für die nächsten zehn Jahre ist das Innovationsmanagement. Das werden wir deutlich ausbauen“, sagte Blume. „Derzeit untersuchen wir neue Geschäftsfelder, die typisch für Porsche sind und die unser Portfolio ergänzen. Dazu gehört auch die eigene Wertschöpfung.“ Der erste rein elektrisch angetriebene Porsche, der Mission E, werde in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut.