Terror in Brüssel
Terror-Augenzeuge Evan Lamos bei stern TV: „Es gab eine Druckwelle und die Metro stoppte abrupt“

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Köln (ots) – „Ich bin froh, unverletzt zu sein. Und ich bin am Boden zerstört für die, die es nicht sind.“ Evan Lamos saß am Dienstagmorgen in der Brüsseler Metro, als nicht weit entfernt in der U-Bahnstation Maelbeek eine Bombe explodierte. Er drehte ein Video, während er mit zahlreichen anderen Menschen die U-Bahn verließ und durch den Tunnel lief – die Aufnahmen waren später in zahlreichen Nachrichtensendungen zu sehen und verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken. stern TV erzählte Lamos, wie er die Situation erlebte. „Es gab eine Druckwelle, meine Ohren schmerzten, die Metro stoppte abrupt und über die Lautsprecher kam die Durchsage, dass es eine Störung gab. Dann wurde der Waggon evakuiert“, so Lamos zu stern TV. Der 30-Jährige aus Brüssel ist Video-Journalist und filmte, wie die Passagiere über die Gleise das Abteil verließen. „Zu sehen ist der Moment, als wir aus der Metro aussteigen“, beschreibt Lamos die Videosequenz im Gespräch mit stern TV. „Da war eine Mutter, ganz in der Nähe von mir, man kann hören, dass ihr kleines Kind schreit. Der Junge war sehr erschrocken, weil er von jemandem getragen wurde, den er nicht kannte. Seine Mutter hatte ihn im Kinderwagen, den sie natürlich nicht benutzen konnte, als wir durch den Tunnel mussten. Also half man ihr mit dem Jungen.“ Im Tunnel habe eine merkwürdige Atmosphäre geherrscht, Rauch sei langsam durch den Tunnel auf sie zugekommen. Als er die U-Bahn verlassen hatte, nahm Lamos das gesamte Ausmaß wahr: „Ich habe Leute auf dem Bordstein gesehen, irgendetwas war passiert, die Krankenwagen waren schon da.“  

Deutschlandtrend
Umfrage: Deutsche glauben nicht an Entspannung der Flüchtlingssituation nach EU-Türkei-Abkommen

Köln (ots) – Deutsche glauben nicht an Entspannung der Flüchtlingssituation Nachdem sich die EU mit der Türkei geeinigt hat, dass Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, zurückgeschickt werden, bezweifeln weiterhin 77 Prozent der Bevölkerung, dass diese Vereinbarung die Flüchtlingssituation in Deutschland verbessern wird. Jeder Fünfte (20 Prozent) hingegen glaubt, dass sich die Lage nach der Einigung beim letzten EU-Gipfel entspannen wird. Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland sollten dauerhaft verstärkt werden Die Mehrheit der Bundesbürger (77 Prozent) ist der Meinung, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland nach den Anschlägen in Brüssel dauerhaft verstärkt werden sollen. Sie nehmen dafür in Kauf, dass zusätzliche Kosten und Zeitverzögerungen entstehen. 21 Prozent der Befragten möchten langfristig keine verstärkten Maßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen. Viele Deutsche sparen trotz Niedrigzins Jeder zweite Deutsche (51 Prozent) gibt sein Geld zur Zeit lieber aus anstatt es zurückzulegen. 42 Prozent der befragten Bundesbürger sparen jedoch das verfügbare Geld lieber, obwohl die Zinsen derzeit niedrig sind. Sonntagsfrage: AfD gewinnt weitere Stimmen In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die Union auf 34 Prozent der Stimmen. 22 Prozent der Befragten würden die SPD wählen. Die AfD kommt auf 13 Prozent, die Grünen auf 12 Prozent. Die Linke erhält acht Prozent der Stimmen. Die FDP würden sieben Prozent der Bürger wählen und die sonstigen Parteien vier Prozent. Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 28. Februar 2016 verliert die Union zwei Prozentpunkte. Die Grünen und die AfD gewinnen jeweils zwei Prozentpunkte dazu. Die SPD und die Linke verlieren jeweils einen Punkt und die FDP gewinnt einen Prozentpunkt. Insgesamt erhält die Regierungskoalition 56 Prozent der Wählerstimmen. Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Befragt wurden am 21. und 22. März 1.000 Menschen. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 (bei einem Anteilswert von 5%) bis 3,1 (bei einem Anteilswert von 50%) Prozentpunkten.

Ausland
Irak: Ethnische Säuberungen gegen sunnitische Bevölkerung in Diyala

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Bagdad (eurasia/nex) – Im Irak lebende Muslime der sunnitischen Konfession sollen zunehmend vor Repressionen der schiitisch geprägten Zentralregierung in Bagdad fliehen. Vor allem die Schiiten-Milizen gelten als vom Iran kontrolliert und radikal im Vorgehen gegen die sunnitische Minderheit im Land.
Berichten zufolge sei die Lage für viele Zivilisten, die der Konfession der Sunniten angehören, in der irakischen Provinz Diyala zwischen der iranischen Staatsgrenze und der Hauptstadt Bagdad unerträglich geworden. Insbesondere sunnitische Araber und Turkmenen sähen wegen des anhaltenden Drucks vonseiten schiitischer Milizen keine Zukunft mehr im Land und würden sich zunehmend dazu entscheiden, aus der Provinz zu flüchten, heißt es in Berichten, die aus der Region kommen. Die Sunniten flöhen demnach in die benachbarte Salahaddin-Provinz, die mehrheitlich von Sunniten besiedelt wird und in der Schiiten-Milizen weniger Einfluss genießen. Quellen vor Ort berichteten, dass willkürliche Tötungen und Entführungen von sunnitischen Zivilisten in Diyala keine Seltenheit seien. Ferner habe die in die irakischen Sicherheitskräfte integrierte Schiiten-Miliz al-Haschd al-Schaabi, die mehrheitlich von pro-iranischen Offizieren angeführt wird, in ihren Einflusszonen eine allabendliche Ausgangssperre gegen Iraker sunnitischer Konfession verhängt. In Salahuddin eingetroffene Iraker berichten: „Schulen, Krankenhäuser und andere Institutionen funktionieren nicht mehr. Die Sunniten der Region sind sehr schwierigen Lebensbedingungen ausgesetzt.”  
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Irak: PKK-Anhänger verletzen kurdische Journalisten
 
  Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasianews

"Göttliches Eingreifen"
Boston, Paris, Brüssel – Amerikanischer Jung-Missionar überlebt drei Terroranschläge

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Brüssel (nex) – Ein 19-jähriger Amerikaner überlebt nach den Anschlägen in Boston vor drei Jahren und dem Anschlag in Paris im letzten Jahr nun schwer verletzt auch den Anschlag in Brüssel. Nachdem er am Dienstag von Metallsplittern getroffen worden war, wurde er am Dienstag mit Brandverletzungen sowie einem Riss der Achillessehne ins Krankenhaus gebracht. Der Mormone Mason Wells wollte am Dienstag zusammen mit zwei weiteren Missionaren eine Kollegin am Flughafen Zaventem in Brüssel abholen, als sich plötzlich einer der Attentäter in unmittelbarer Nähe in die Luft sprengte. Alle drei wurden verletzt und befinden sich noch im Krankenhaus. „Das ist bereits die dritte Terrorattacke, die er überlebte“, sagte sein Vater Chad Wells zu ABC News. Er ist überzeugt: „Es muss der Segen Gottes sein, dass Mason noch lebt.“
Foto: Facebook)
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Bereits zwei Terroranschläge überlebt

2013 überlebte der junge Wells den Anschlag in Boston. Gemeinsam mit seinem Vater wartete er damals an der Ziellinie auf seine Mutter die an dem Marathon teilgenommen hatte als plötzlich eine Bombe hochging. Damals starben drei Menschen und es gab über 260 Verletzte. Mason und Chad Wells wurden von der Explosion zur Seite geschleudert, blieben aber unverletzt. Als am 13. November letzten Jahres Terroristen in Paris an verschiedenen Orten Bomben hochgehen ließen, war Wells nicht weit entfernt. Er kam mit dem Schrecken davon.  
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Erdogan: “Wir warnten Belgien bereits letztes Jahr”
       

Belgien ignorierte türkische Warnungen
Erdogan: „Wir warnten Belgien bereits letztes Jahr“

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Ankara/Brüssel (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch erklärt, dass einer der mutmaßlich an den nunmehrigen Terroranschlägen in Brüssel Beteiligten im Vorjahr aus der Türkei über die Niederlande nach Belgien ausgewiesen worden sei. Man habe von der Türkei aus auch die belgischen Behörden über den Vorgang in Kenntnis gesetzt und diese gewarnt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem rumänischen Amtskollegen Klaus Johannis erklärte Erdogan, die türkischen Sicherheitsbehörden hätten einen der mutmaßlich am Anschlag in Brüssel beteiligten Terroristen bereits im Juli 2015 in der südtürkischen Provinz Gaziantep aufgegriffen und abgeschoben. In Belgien sei der Verdächtige jedoch auf freien Fuß gesetzt worden, weil die dortigen Sicherheitsbehörden offenbar keine Verdachtsmomente in Richtung Terrorismus aufseiten der betreffenden Person festzustellen vermochten. „Am 14. Juli 2015 wurde die belgische Botschaft über die Abschiebung der Person informiert, die später in Belgien freigelassen wurde“, erklärte Erdogan und fügte hinzu, dass Belgien trotz der türkischen Warnungen nicht in der Lage gewesen sei, eine Verbindung des Verdächtigen zum Terrorismus herzustellen. Dass Gaziantep als Drehscheibe für europäische Dschihad-Touristen galt, die von dort aus versuchten, über die Grenze nach Syrien einzusickern, um dort für die Terrormiliz IS (Daesh) zu kämpfen, war bereits seit 2014 auch in Europa bekannt. Auch die Niederlande, wohin der Verdächtige auf eigenen Wunsch hin ausgeflogen worden sei, seien über die aufenthaltsbeendende Maßnahme und deren Hintergründe informiert worden, erklärte Erdogan. In Belgien gab es zwar Strafregistereinträge die Tatverdächtigen betreffend, eine Terrorspur soll es jedoch nicht gegeben haben, heißt es aus offiziellen Quellen.

IS-Terror in Brüssel
Terror: Polizeibekanntes Brüderpaar aus Brüssel als Selbstmordattentäter identifiziert

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Brüssel (nex) – Die beiden Selbstmordattentäter, die mutmaßlich für die Anschläge auf den Brüsseler Flughafen Zaventem und auf die U-Bahn-Station Maelbeek verantwortlich zeichnen, scheinen Medienberichten zufolge identifiziert zu sein. Wie der staatliche Sender RTBF unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle berichtet, soll es sich dabei um die als Kriminelle polizeibekannten Brüder Khalid und Brahim El Bakraoui aus Brüssel handeln. Unter einem falschen Namen soll Khalid jene Wohnung im Wald-Bezirk der belgischen Hauptstadt angemietet haben, in dem die Polizei vor einer Woche bei einer Razzia einen Terroristen in einem Feuergefecht getötet hatte. Im Rahmen der Razzia fand die Polizei eine Flagge der Terrormiliz IS (Daesh), eine automatische Waffe, Sprengkörper und Fingerabdrücke des Hauptverdächtigen der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam, der die Tage später verhaftet werden konnte. Beide Brüder verfügten über ein erhebliches Vorstrafenregister, waren aber bis dato von der Polizei nicht mit Terrorismus in Verbindung gebracht worden.

EU-Türkei-Abkommen
Visafreiheit für Türkei: Altmaier ermahnt die CSU

Saarbrücken (ots) – Angesichts der Debatte um eine mögliche Visafreiheit für türkische Bürger hat Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) die CSU ermahnt, sich an gefasste Beschlüsse zu halten. Altmaier sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Es wird nichts anderes als das umgesetzt, was bereits im letzten November Gegenstand der Vereinbarung der drei Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD gewesen ist.“ Altmaier ergänzte, er hoffe auf „eine österliche Besinnungspause“ bei der Schwesterpartei. Im Herbst sei man sich auch mit CSU-Chef Horst Seehofer einig gewesen, „dass eine nachhaltige Lösung der Flüchtlingskrise am ehesten durch Vereinbarungen und Lastenteilungen mit der Türkei funktionieren kann. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Bei ihrem Spitzentreffen am 5. November im Kanzleramt hatten sich die drei Parteichefs der Koalition unter anderem darauf verständigt, die Verhandlungen mit der Türkei zur Visafreiheit zu beschleunigen. Zugleich erklärte der Flüchtlingskoordinator, durch die Vereinbarungen zwischen der EU und der Türkei würden „insgesamt weniger Flüchtlinge nach Europa kommen“. Mit Blick auf Deutschland sagte Altmaier, zum jetzigen Zeitpunkt könne noch keine konkrete Zahl für dieses Jahr genannt werden. „Es sollen und können aber sehr viel weniger werden als im vergangenen Jahr.“

Syrienkonflikt
Arabischer Bund lehnt PKK-Staat in Nordsyrien ab

Genf (nex/ds) – Der Arabische Bund hat die Deklaration der PKK-nahen PYD für eine de-facto Autonomieregion in Nordsyrien abgelehnt. Der stellvertretende Chef des Bundes, Ahmed ben Helli, sagte am Montag, dass die Forderung einer Föderalisierung Auswirkungen für die Einheit Syriens haben könnte. „Der Arabische Bund lehnt solche sezessionistischen Aufrufe, die der Einheit Syriens schaden, ab“, sagte Ahmed ben Helli den Reportern. „Syriens Einheit und territoriale Integrität sind ein Hauptprinzip des Arabischen Bundes.“ Ben Helli äußerte die Hoffnung, dass die UN-gesponserten Gespräche in Genf zwischen dem syrischen Regime und der Opposition, eine politische Lösung für den sechsjährigen Konflikt hervorbringen werde. „Alle Aufrufe, sei es von Syrern oder Ausländern, in Bezug auf die Einheit des Landes und der territorialen Integrität werden abgelehnt“, fügte er hinzu. Am vergangenen Donnerstag rief die PYD, die syrische Tochterorganisation der terroristischen PKK, ein „föderales System“ in den PYD-kontrollierten Gebieten Nordensyriens aus.  
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Büdingen
Syrische Flüchtlinge retten schwerverletzten NPD-Politiker

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Büdingen (nex) – Es ist fast 9 Uhr morgens, als der 29-jährige NPD-Politiker Stefan Jagsch vergangenen Mittwoch auf der Bundesstraße zwischen Altenstadt und dem benachbarten Büdingen unterwegs ist und aus bisher ungeklärten Gründen mit seinem Wagen von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Baum prallt. Wie Zeugen der Polizei berichten, wird der Spitzenkandidat der rechtsextremen NPD daraufhin schwer verletzt von zwei Syrern aus dem Auto gezogen und bis zum Eintreffen des ersten Rettungswagens versorgt. Als die Beamten ankommen, haben sie die Unfallstelle aber schon wieder verlassen. Wie ein Sprecher der Freiwlligen Feuerwehr Büdingen mitteilte, gehörten die beiden Syrer zu einer Gruppe Asylsuchender, die zufällig in zwei Bussen am Unfallort vorbeifuhren. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, war Stefan Jagsch bis Ende letzten Jahres Landesvorsitzender der NPD Hessen und hatte vor allem Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht und bei der Kommunalwahl am 6. März in der Stadt 14,2 Prozent der Stimmen geholt.
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Mongolisches Institut für Nachhaltige Entwicklung
Wirtschafsexperte Jargalsaikhan: Mongolei sollte zur nomadischen Viehwirtschaft zurückkehren

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Berlin (ots) – Die Mongolei sollte sich von der Ausbeutung der Bodenschätze abwenden und zur nomadischen Viehwirtschaft zurückkehren, die das Land jahrhundertelang geprägt hatte. Mit dem Unterschied allerdings, dass man heute die Rohmaterialien nicht nur verkaufen, sondern aus ihnen auch gleich etwas herstellen solle. Das fordert Sanchir Jargalsaikhan im Interview mit der Tageszeitung „neues deutschland“. Jargalsaikhan arbeitet am Institut für Nachhaltige Entwicklung in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator und ist Mitglied im National Organising Comittee des Asia European People’s Forum (AEPF). Die Probleme der Mongolei sieht er nicht allein als mongolische Probleme: „Sie sind Folgen des Neoliberalismus und der Vermarktung der Natur, wie sie in vielen Teilen der Welt vorkommen.“