Belgrad (nex) – Der türkische Regisseur Veysel Atasaver kündigte am Freitag an, er werde den ersten Film über den Genozid von Srebrenica drehen. Die Dreharbeiten zu „Son Devir“ (Die Letzte Epoche), so soll der Film heißen, würden im August dieses Jahres beginnen.
Die Idee zu dem Film sei ihm vor zwei Jahren nach dem Ansehen einer Gedenkzeremonie im Fernsehen gekommen. „Ich wusste zu Beginn eigentlich nicht viel über den Genozid in Srebrenica“, erklärte Atasaver. „Anschließend habe ich einige Nachforschungen angestellt und mich mit Menschen getroffen, die in Bosnien leben. Da habe ich begriffen, dass es eine menschliche Pflicht darstellt, diesen Film zu drehen.“
(Foto: AA)
Produzentin Funda Ayan sagte, der Film werde in Srebrenica selbst, in Deutschland und den Niederlanden sowohl in bosnischer als auch in englischer Sprache gedreht.
Die Vorsitzende der Vereinigung der Mütter von Srebrenica, Hatidza Mehmedovic, erklärte, der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film werde die Schrecken des Krieges so realitätsnah wie möglich beschreiben.
„Dies wird eine wichtige Hinterlassenschaft werden, vor allem für die junge Generation Bosniens, die so erfahren kann, was in ihrem Land geschehen ist“, so Mehmedovic. Im Film soll es zwei Handlungsstränge geben, die sich auf die derzeitige Lage in Srebrenica sowie im Jahr 1995 beziehen.
Die erste Geschichte soll von einem jungen Mädchen handeln, das während des Bosnienkrieges zur Flucht gezwungen war; 20 Jahre später werde sie erfahren, dass ihre Familie während des Krieges verstorben war. Die zweite Geschichte wird über Mehmedovic selbst erzählen, der Zeuge des Krieges wurde und ebenfalls enge Angehörige verloren hat. Srebrenica wurde zwischen 1992 und 1995 während des Bosnienkrieges von serbischen Einheiten belagert.
Serbische Milizen versuchten damals, Territorien an sich zu reißen, die von bosnischen Muslimen und Kroaten bevölkert waren, und dort einen eigenen Staat zu gründen. Der UN-Weltsicherheitsrat hatte Srebrenica im Frühjahr 1993 zu einer „Schutzzone“ erklärt. Dennoch überrannten serbische Truppen unter der Führung des Generals Ratko Mladic – der derzeit in Den Haag wegen des Verdachts des Völkermordes vor Gericht steht – die UN-Zone.
Die etwa 450 niederländischen Soldaten, deren Aufgabe es gewesen wäre, als UN-Friedenserhalter unschuldige Zivilisten zu schützen, unternahmen nichts gegen die Aggression. Nach der Einnahme der Zone töteten die serbischen Invasoren an einem einzigen Tag, dem 11. Juli 1995, etwa 2000 Männer und Knaben. Etwa 15 000 Männer flohen daraufhin in die Berge rund um die Stadt, die serbischen Truppen verfolgten sie jedoch und töteten weitere 6000 von ihnen.
Bis dato wurden insgesamt 6166 Opfer des Genozids auf dem Gelände einer Gedenkstätte beerdigt, weitere 230 Leichen wurden im Juli des Vorjahres nahe dem Dorf Potocari zu Grabe getragen.
Psychologische Unterstützung: Türkische Sicherheitskräfte gehen nach Anti-Terror-Operationen in „Erholungsurlaub“
Ankara (nex) – Die türkische Generaldirektion für Sicherheit hat ein neues Projekt zur Unterstützung der Polizisten gestartet, die an den vor Kurzem durchgeführten Anti-Terror-Operationen im Südosten der Türkei teilnahmen. Es soll ihnen dabei helfen, während eines „Erholungsurlaubs“ Stress abzubauen und sich dem Alltag neu anzupassen.
Im Rahmen des neuen Projekts werden alle Polizisten, die ihren Dienst im Südosten des Landes abgeleistet haben, einer psychologischen Untersuchung sowie anderen vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Tests unterzogen.
Nach diesen Tests werden Sicherheitskräfte, zumeist Mitglieder von Spezialeinsatzkräften, psychologische Unterstützung erhalten. Polizisten, die an exzessivem Stress leiden, sollen zusammen mit ihren Familien für einen Urlaub in Fünf-Sterne-Hotels in Urlaubsorten der Türkei geschickt werden.
Der Südosten der Türkei ist seit Dezember letzten Jahres Schauplatz wichtiger militärischer Operationen. Die PKK, die auch von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft ist, hat im Juli letzten Jahres ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen. Seitdem verloren mehr als 350 türkische Sicherheitskräfte und Tausende Terroristen ihr Leben.
Ankara (nex) – Mehr als 300 Ahiska-Türken, die einer turksprachigen Minderheit in der Ostukraine angehören, kamen am gestrigen Freitag in der Türkei an, um im Rahmen der im April letzen Jahres umgesetzten Asylregelungen in der Türkei zu leben.
Nachdem am 25. Dezember 2015, 3. März und 14. April 2016 insgesamt 787 Personen in die Türkei gebracht wurden, sind nun weitere 334 Personen in Üzümlü, einer Stadt in der osttürkischen Provinz Erzincan, angekommen. Der Vorsitzende der Union der Ahiska-Türken in der Diaspora, Fuat Ucar, erklärte: „Die vierte Gruppe soll Anfang Juni kommen. Sie wird aus 110 Familien bestehen. Den Transport der fünften und letzten Gruppe planen wir zum August.“
(Foto: aa)
Die Familien sollen sich im Gebiet Bayirpag niederlassen. Somit werden 595 Familien (2 900 Personen) in Erzincan ein neues Zuhause gefunden haben.
Zwei Flugzeuge der Turkish Airlines mit 334 Passagieren an Bord flogen vom internationalen Flughafen Charkiw in Slowjansk in der Ukraine ab und landeten in Erzincan. Die Neuankömmlinge werden in Üzümlü möblierte Wohnungen in einem Wohnkomplex beziehen, den die Regierung bauen ließ.
„Endlich haben wir ein Vaterland“
Bei ihrer Ankunft sollen einige Neuankömmlinge ihre Freude und Dankbarkeit mit den Worten: „Endlich haben wir ein Vaterland!“, zum Ausdruck gebracht haben.
Die Transfers wurden auf Anweisung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan veranlasst, koordiniert werden diese unter der Leitung des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.
Der türkische Ministerrat hatte im Dezember Maßnahmen verabschiedet, die es erlauben sollen, mindestens 3000 Ahiska-Türken als Asylbewerber in der Türkei zu akzeptieren. Die Ahiska-Türken, auch als Meschetische Türken bekannt, wurden 1944 durch den Sowjetführer Josef Stalin aus ihrer Heimat, der Meschetenregion in Georgien, vertrieben, als dieser eine Zwangsumsiedlung der Türken von den Küsten des Schwarzen Meeres anstrebte.
Sowohl vor als auch nach ihrer Deportation erfuhr die Volksgruppe Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen. Diejenigen, die 1990 in die Ukraine emigrieren konnten, lebten in Elendsquartieren, die von Saisonarbeitern genutzt wurden.
Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) begrüßte am Freitag die Annahme der „Strategie zur Repatriierung der Mescheten“, die von der georgischen Regierung im Jahre 2014 vorgestellt wurde. Im Schlusskommuniqué zum Ende des zweitägigen Gipfels in Istanbul forderte die Organisation zudem die Verabschiedung eines umfassenden Plans zum Zwecke der Erleichterung der Rückkehr der Ahiska-Türken und ihrer Integration in die türkische Gesellschaft.
Istanbul (nex) – Die Mitgliedsstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) haben sich auf die Einrichtung eines Zentrums für polizeiliche Kooperation und Koordination mit Sitz in Istanbul geeinigt.
Dies gab der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf dem in Istanbul abgehaltenen 13. OIC-Gipfel bekannt. Aufgabe der „Islamischen Interpol“ soll die Bekämpfung von Terror und Kriminalität sein.
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„Es wäre sehr hilfreich, eine Struktur unter den Mitgliedsstaaten zu schaffen, die die Zusammenarbeit in der Terror- und Kriminalitätsbekämpfung stärken und institutionalisieren würde“, erklärte Erdogan und fügte hinzu, dass der Vorschlag der Türkei, dieses Zentrum unter der offiziellen Bezeichnung „OIC-Zentrum für Polizeiliche Kooperation und Koordination“ in Istanbul anzusiedeln, von den Mitgliedsstaaten angenommen worden sei.
Das 13. OIC-Gipfeltreffen wurde mit einer Rede von Präsident Erdogan eröffnet. Erdogan sagte, dass die Mitgliedsstaaten den Vorschlag der Türkei, eine OIC-weite internationale Polizeibehörde zur Terror- und Kriminalitätsbekämpfung einzurichten, durchweg positiv aufgenommen hätten.
Moscheen: PKK zerstört, Diyanet baut wieder auf
Ankara (nex) – Der Präsident des Präsidiums für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) und der Diyanet-Stiftung Türkei, Mehmet Görmez, kündigt die Reparatur und Restaurierung von 57 Moscheen an.
Nach einer Mitteilung des Diyanet-Präsidiums sollen Dutzende Moscheen, die während der letzten terroristischen Anschläge der PKK im Südosten der Türkei schwer beschädigt wurden, wiederaufgebaut werden.
Der höchste geistliche Würdenträger der Türkei und Präsident des Diyanet-Präsidiums und der Diyanet-Stiftung, Mehmet Görmez, teilte gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu mit, dass 57 Moscheen in Cizre und Silopi, zwei Städten in der Provinz Sirnak, repariert und restauriert werden sollen.
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„Als Teil unserer Kampagne „Zeit, die Wunden zu heilen“, die das Diyanet und die Diyanet-Stiftung gemeinsam ins Leben riefen, begannen wir mit den Reparatur- und Restaurationsarbeiten an 57 Moscheen in Cizre und Silopi. Nach Ende der Operationen in Idil [ebenfalls in Sirnak] und in anderen Gebieten werden wir diese Moscheen auf Schäden überprüfen. Wir werden für diese Maßnahmen zwei Millionen Türkische Lira (700.000 US-Dollar) ausgeben. So Gott will, werden die Arbeiten zügig durchgeführt und die Gebetsstätten bald wiedereröffnet werden.“
Die Diyanet-Stiftung Türkei wurde 1975 vom damaligen Leiter des Diyanet Dr. Lütfi Dogan und seinen Stellvertretern gegründet. Sie soll das DIB in ihren Programmen und Aktivitäten unterstützen.
Die PKK, die auch von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft ist, hat im Juli letzten Jahres ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen.
Seitdem verloren mehr als 350 türkische Sicherheitskräfte Tausende Terroristen ihr Leben. Cizre und Silopi sind zwei von einigen Distrikten, in denen kürzlich türkische Sicherheitskräfte Anti-Terror-Einsätze zur Ausrottung der PKK-Terrororganisation durchgeführt haben.
Düsseldorf (ots) – Der amerikanische Botschafter in Deutschland, John Emerson, hat das juristische Tauziehen um das Schmähgedicht des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als in den USA unvorstellbar bezeichnet.
„Das wäre surreal“, sagte Emerson der „Rheinischen Post“ . „Ich denke nicht, dass dieser Fall in den USA jemals vor Gericht landen würde. Wir haben bei uns eine lange Tradition der lustvollen Beleidigung hochgestellter Persönlichkeiten, die bis zur Gründung des Landes zurückreicht. Bei uns wäre Herr Böhmermann sehr gut aufgehoben.“
Düsseldorf (ots) – Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Fall Böhmermann scharf kritisiert.
„Das ist eine Blamage, aber die Falle hat sich Frau Merkel selbst gestellt“, sagte Göring-Eckardt der „Rheinischen Post“. „Kriechen vor Erdogan geht gar nicht. Der Majestätsbeleidigungsparagraph gehört schon längst abgeschafft“, sagte die Grünen-Politikerin.
Aber auch die SPD habe ein Problem. „Denn sie kuschelt selbst gern mit Diktatoren“, sagte Göring-Eckardt. Nach dem Koalitionsgipfel heiße es im Fall Böhmermann: „Das war’s schon wieder mit der angeblichen GroKo-Einigkeit. SPD und Union kloppen sich wieder wie zuvor.“
Syrische Familie möchte 1.100 km radeln, um Erdogan zu danken
Mardin/Türkei (nex) – Eine syrische Familie hat sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Ankara gemacht, um „dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für die herzliche Aufnahme der Fllüchtlinge zu danken“.
Der 30-jährige Mulhem al-Said, seine 20-jährige Frau Mey Besrini, der kleine Hamza und seine sechs Monate alte Schwester Huzeyfe fuhren vom Bezirk Midyat in der südosttürkischen Provinz Mardin los und erreichten die Provinz Sanliurfa, die sich ebenfalls im Südosten der Türkei befindet. Die Familie war im Jahr 2013 vor dem mittlerweile fünf Jahre andauernden Bürgerkrieg nach Midyat geflohen.
Die Strecke zwischen Midyat und Ankara beträgt 1.100 Kilometer.
Die Familie hatte sich für Donnerstag die Provinz Sanliurfa als Zwischenziel gesetzt, wo sie im Bezirk Viransehir mit den leitenden Angestellten einer Religionsschule zusammenkamen und von syrischen Schülern verfasste Dankesbriefe in Empfang nahmen.
Said, der in Mardin als Lehrer arbeitet, erzählt, dass sie aufgebrochen seien, um Erdogan ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen und fährt fort:
„Kein anderes Land hat den Syrern mehr geholfen als die Türkei. Wir haben uns auf den Weg gemacht, um zu zeigen, dass wir das zu schätzen wissen. Wir machen in verschiedene Städte Abstecher, um Wunsch- und Dankesbriefe von Lehrern und Schülern nach Ankara mitzunehmen.“
Istanbul (eurasia/nex) – Die mutmaßlichen russischen Agenten, der 52-jährige Juri Anisimow und der 55-jährige Alexander Smirnow, wurden beim Sammeln von Informationen für eine weitere Exekution in Istanbul festgenommen. Das berichtete die Tageszeitung Habertürk. Die russischen Spione, die es bisher ablehnten, bei Befragungen auszusagen, wurden bis auf Weiteres festgesetzt.
Am 1. November 2015 näherte sich Edelgirejew im Istanbuler Distrikt Kayasehir ein weißes Auto. Er wurde aus nächster Nähe angeschossen und von den Mördern niedergestochen. Polizeiermittlungen ergaben, dass das benutzte Auto 20 Tage vor dem Anschlag von einem russischen Staatsbürger namens Alexander Nasirow angemietet wurde, der am 11. September 2015 nach Istanbul reiste.
Zwischen dem 11. und 16. September mietete Nasirow jeden zweiten Tag zwei Autos. Die Autos wurden jeweils auf einem Parkplatz in der westlichen Provinz Yalova abgestellt. Nasirow wohnte allein in einem Istanbuler Hotel und verließ die Türkei schließlich am 16. September 2015. Er nahm einen Flug vom Atatürk-Flughafen in der Bosporus-Metropole zurück in die Russische Föderation.
Die Polizei verfolgte Nasirows Bewegungen in der Türkei. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Agenten Anisimow und Smirnow in einem Hotel der Stadt Yalova aufhielten. Sie schliefen in separaten Zimmern und blieben vom 11. bis zum 13. September. Im Anschluss reisten beide von Yalova nach Istanbul weiter und nahmen verschiedene Hotels im Touristenviertels Sultanahmet zwischen dem 14. und 16. September. Schließlich verabredete sich Nasirow mit seinen Kollegen Smirnow und Anisimow unweit ihrer Hotels in Sultanahmet.
Eine offizielle Pressestellungnahme bezüglich der Ermittlungen zu den Russen gab es bislang nicht. In der Zwischenzeit teilten russische Behörden dem Nachrichtenportal RT, ehemals Russia Today, mit, sie stünden in Kontakt mit Anisimow und Smirnow.
Das russische Konsulat in Istanbul gab an, dass die zwei Männer die schwerwiegenden Anschuldigungen zurückwiesen. Ankara jedenfalls konfrontierte russische Diplomaten noch nicht mit Details im Zusammenhang mit den Anschuldigungen. Die Verdächtigen reisten am 4. April erneut nach Istanbul und mit einem Auto weiter nach Yalova. Die Polizei setzte das Duo bei ihrer Rückkehr von Yalova nach Istanbul letztlich fest. Dies geht aus Erkenntnissen von Habertürk hervor.
Ermittlungen ergaben, dass die russischen Agenten gefälschte Pässe benutzten, um in die Türkei einzureisen. Gefälschte Interpol-Identifikationen, eine Vielzahl an Fotos von russischen Staatsoffiziellen, ein USB-Speicherstick, fünf Handys mit verschiedenen Telefonnummern und US-amerikanisches Geld mit fortlaufenden Seriennummern wurden bei den mutmaßlichen Spionen durch türkische Sicherheitskräfte konfisziert.
Nach ersten Informationen, die dem USB-Stick entnommen werden konnten, machten die Verdächtigen Aufnahmen von Parkflächen, Kfz-Kennzeichen, Sicherheitskameras, Hotelzimmern und Räumen. Des Weiteren dokumentierten die mutmaßlichen Spione Bewegungen von Sicherheitskameras und schossen stündlich Fotos von Kamerapositionen. Derweil versuchen Experten, gelöschte Informationen auf dem USB-Stick wiederherzustellen.
Edelgirejew war eine bekannte und zentrale Persönlichkeit im Netzwerk des sogenannten Kaukasus-Emirats. Die Mitglieder der Organisation kämpfen für die Schaffung eines islamischen Emirats auf dem Territorium des muslimisch geprägten Nordkaukasus. Das Kaukasus-Emirat soll wiederum Beziehungen zum internationalen al-Qaida-Netzwerk pflegen.
Mehrere tausend Tschetschenen leben in Istanbul, wo es seinerzeit drei große Flüchtlingscamps für Tschetschenen, die vor den Kämpfen mit russischen Sicherheitskräften in den 1990er und 2000er Jahren im Nordkaukasus flohen, gab. Auch für tschetschenische Kämpfer und ihre Familien ist die Stadt zum Heimathafen geworden.
Kinder und Ehefrauen von tschetschenischen Kämpfern leben schon seit Jahren in der Metropole. Die Kämpfer kehren immer wieder zur medizinischen Versorgung zurück. Viele ehemalige Mitglieder des Kaukasus-Emirats fürchten inzwischen um ihr Leben. So sagte einer gegenüber dem britischen Nachrichtenportal „The Guardian“:
„Wir sind gezwungen, zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, leider.“
Edelgirejew wurde 1983 in der russischen Stadt Wolgograd geboren. Nach seinem Schulabschluss wollte er ein Jurastudium aufnehmen, doch es brach der zweite Tschetschenienkrieg 2000 aus. Seine Familie entschied, zurück in die Heimat, nach Tschetschenien, zu gehen. Drei seiner Brüder schlossen sich den tschetschenischen Rebellen an. Immer wieder griffen sie russische Kräfte an.
„Abdulwahid war kein Kämpfer, aber er wurde so oft von Sicherheitskräften verschleppt, die von ihm Informationen zu seinen Brüdern herauskriegen wollten, dass er schließlich entschied, dass es besser ist, in den Wald zu gehen“, verteidigte sein 71-jähriger Vater, Ali Edelgirejew, seinen Sohn. Dieser lebt nur zwei Blocks vom Todesort Abdulwahids in Istanbul entfernt.
Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews
Straßburg (nex) – Ein führendes Mitglied der französisch-türkischen Muslimpartei „Partei für Gleichheit und Gerechtigkeit“ (PEJ) hat erklärt, dass seine Partei zu den am 22. Mai stattfindenden Nachwahlen in Straßburg antreten werde.
Der Antritt soll eine Vorbereitung auf die französischen Parlamentswahlen im Jahr 2017 darstellen. PEJ-Chef Şakir Çolak erklärte, eine Partei wäre notwendig, um die Rechte der Muslime zu verteidigen, die in Frankreich der Diskriminierung ausgesetzt wären.
Die Neuwahl in der Elsass-Metropole war nach dem Rücktritt des sozialistischen Abgeordneten Armand Jung erforderlich geworden. Türkische und andere Verbände der Einwanderercommunity hätten es der Partei durch Unterstützung seit 1998 ermöglicht, ihre derzeitige Stärke zu erreichen.
Die meisten Mitglieder und Aktivisten seien zuvor im Jahre 2001 Kandidaten für die Sozialistische Partei zu den Rathauswahlen gewesen, hätten aber später die Partei verlassen und als Unabhängige kandidiert. Es sei nun erforderlich, solche Kandidaten „unter einem Dach [zu] vereinen“, so Çolak.
Die PEJ kämpfe nicht nur für die Rechte der Türken, sondern auch jene anderer Einwanderer. „Das Ziel unserer Partei ist der Kampf gegen Ungerechtigkeit und Ungleichheit. Niemand repräsentiert die muslimische Community in Straßburg“, so der Parteichef. Der Straßburger Parlamentskandidat Murat Yozgat erklärte: „Unsere Partei ist erstmals 2015 zu den Kommunalwahlen angetreten.
Das wird unsere zweite Kandidatur sein. Wir versuchen, bei diesen Wahlen Eindruck zu machen und unsere Partei vor den französischen Parlamentswahlen im Jahre 2017 noch bekannter zu machen.“ Im März 2015 schied die Partei in der ersten Runde der Stadtratswahlen aus. Allerdings ist es ihr nur zwei Monate nach ihrer Gründung gelungen, in vier Städten und zehn Kantonen tausende Stimmen zu erhalten.