Polizei nimmt Flüchtlinge fest
Brand in Düsseldorf: Polizei bestätigt Festnahme von sechs Verdächtigen

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Düsseldorf (nex) – Medienberichten zufolge sind nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft am Düsseldorfer Messegelände heute Nachmittag sechs Männer festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, sollen sie aus dem Kreise der Bewohner der Unterkunft kommen. „Wir überprüfen, ob sie mit dem Brand in Zusammenhang stehen“, sagte ein Polizeisprecher dem WDR über die Festgenommenen. Die Männer würden nun vernommen. Bislang hätten sich allerdings keine Hinweise auf eine Brandlegung von außen ergeben, erklärte die Polizei in einer Meldung am späten Nachmittag. Spezialisten der Kriminalpolizei hätten vor Ort Ermittlungen aufgenommen, um die Ursache für das Feuer in der ehemaligen Lagerhalle nahe der Messe zu klären. Die Staatsanwaltschaft habe ein Brandsachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben, berichtet der WDR. Wie die Stadt Düsseldorf mitteilte, sind nach derzeitigem Stand alle etwa 130 Männer, die beim Ausbruch des Feuers in der Halle in der Nähe des Messegeländes waren, gerettet worden. 28 Flüchtllnge erlitten eine Rauchgasvergiftung. Ein Helfer aus der Unterkunft und ein Feuerwehrmann seien leicht verletzt worden.              

Ausland
UNO: 50 000 Menschen im irakischen Falludscha eingeschlossen

Tausende Menschen fliehen laut UNO-Angaben vor zunehmenden Kämpfen.

Bagdad (nex) – Wie die UNO am gestrigen Montag warnte, bleiben etwa 50 000 Menschen bei zunehmenden Kämpfen in Falludscha eingeschlossen. Die Stadt befindet sich circa 70 Kilometer westlich von der irakischen Hauptstadt Bagdad entfernt.

„Tausende fliehen aus Falludscha, während die Kämpfe zunehmen“, erklärten die Organisationen UNICEF, das Welternährungsprogramm (WFP), die Internationale Organisation für Migration (IOM) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

In den vergangenen zehn Tagen seien circa 10 000 Menschen in Camps angekommen, die zur Aufnahme von vor den Kämpfen zwischen dem IS (Daesh) und den irakischen Sicherheitskräften fliehenden Menschen errichtet worden waren.

„Geschätzte 50 000 Menschen bleiben jedoch weiterhin eingeschlossen in der Stadt, während die Militäroffensive weitergeht. Die irakische Regierung hatte für die 60.000 bereits in die Provinz Anbar Geflohenen sowie in Erwartung einer neuen Flüchtlingswelle aus der Gegend von Falludscha mehrere Camps errichtet“, hieß es in der Erklärung weiter.

Die UNO warnte, es sei zu erwarten, dass der Konflikt eskalieren werde und somit mehr Menschen die Gegend verlassen würden.

Nach UNO-Angaben sind mehr als 3,4 Millionen Menschen im gesamten Irak auf der Flucht. Über die Hälfte davon sind Kinder. Mehr als 10 Millionen Menschen in dem Land brauchen  lebensrettende humanitäre Unterstützung.

Hass im Netz
„Afrika für Affen, Europa für Weiße“: YouTube löscht Nazi-Lied nicht

Mainz (ots) – Auf den deutschen Seiten von YouTube befinden sich, so die Recherchen von „Report Mainz“, massenhaft Neonazi-Lieder, die zu Gewalt gegen und sogar zum Mord an Flüchtlingen, Schwarzen und Juden aufrufen. Der Jüdische Weltkongress (JWC) bezeichnet YouTube und Google als mitverantwortlich, wenn es unter dem Einfluss dieser Musik zu Straftaten komme. Im Interview mit „Report Mainz“ sagte der Justitiar des JWC, Prof. Menachem Rosensaft: „Man muss offen sagen, dass wenn ein Mord, ein Überfall auf einen Juden oder einen Muslimen oder einen Immigranten das Resultat ist, dass ein Neonazi-Bursche diese Musik gehört hat und das ist die Inspiration, dann ist Google Deutschland und YouTube mitverantwortlich.“ Er fordert die sofortige Löschung all dieser Neonazi-Videos. Wörtlich sagte er: „Google international, in Deutschland, in Amerika, muss diese Art Videos runternehmen. Fertig.“ Das sogenannte Afrika-Lied der Neonazi-Band Landser, verurteilt als kriminelle Vereinigung, steht seit 18 Monaten auf YouTube und wurde über 250.000-mal geklickt. Im Text heißt es: „Afrika für Affen, Europa für Weiße. Steckt die Affen in ein Klo und spült sie weg wie Scheiße.“ Dieses Lied hat beim Mord am Schwarzen Alberto Adriano 2000 in Dessau eine wichtige Rolle gespielt. So steht es in den Gerichtsakten. Es gibt noch eine Menge weiterer Hasslieder, so die Recherchen von „Report Mainz“, die zu Gewalt gegen Juden und Flüchtlinge auffordern. Der Politikwissenschaftler Prof. Samuel Salzborn, Universität Göttingen, kommt zu der Einschätzung: „Überraschend an den rechtsextremen und neonazistischen Musikvideos auf YouTube ist einerseits die Masse. Also das heißt, wie viel tatsächlich an neonazistischem Musikmaterial verfügbar ist. Und andererseits auch, dass wir neben der reinen Quantität auch eine Reihe von Material finden, das nicht nur gewaltverherrlichend ist, sondern das auch strafrechtlich relevant ist, zum Teil indiziert ist.“ Salzborn verweist auf den Zusammenhang der zwischen dem Hören dieser Lieder und nachfolgenden Straftaten besteht. Das wisse man aus vielen Ermittlungsverfahren: „Auf Worte folgen Taten. Es gibt einen Zusammenhang zwischen dieser Musik und den rassistischen Anschlägen und Übergriffen. Die Musik mobilisiert zu solcherlei Taten.“ Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Prof. Andreas Marneros aus Bonn. Er hat mehr als 100 rechte Gewalttäter forensisch begutachtet, darunter die Mörder von Alberto Adriano. Seiner Beobachtung nach spielt diese Musik oftmals im Vorfeld der Tat eine wichtige Rolle, hat so etwas wie eine anstiftende Wirkung: „Anstifter in dem Sinne, dass sie die schon vorhandenen Bereitschaften mobilisiert, verstärkt und dann zur Handlung bringt. Und wenn ich die Bereitschaft habe, rassistisch und fremdenfeindlich zu agieren, dann öffnet diese drogenartige Wirkung, die diese Musik hat, für mich alle Möglichkeiten in Anführungszeichen“, sagte Prof. Marneros im Interview mit „Report Mainz“. Das NSU-Terrortrio und ihre Unterstützer haben nachweislich solche Lieder von frühester Jugend bis zum Schluss konsumiert. Auch die drei Täter des Brandanschlages auf eine Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf Ende August 2015 haben sich im unmittelbaren Vorfeld der Tat mit Neonazi-Musik aufgeputscht. „Report Mainz“ hat YouTube/Google Deutschland mit einigen wenigen Textpassagen konfrontiert – dem eingangs zitierten Afrika-Lied und darüber hinaus mit folgenden Zitaten: „Für unser Fest ist nichts zu teuer,10.000 Juden für ein Freudenfeuer. Ihr tut unsere Ehre weh. Unsere Antwort heißt Zyklon B.“ Und: „Nigger raus aus unserem Land, Nigger, du wirst verbrannt.“ Und: „Mit dem Molly in der Hand, und das Asylheim brennt.“ Der Konzern hat ein Interview mit „Report Mainz“ verweigert. YouTube erklärte schriftlich: Man habe „klare Richtlinien, die Hassbotschaften … oder volksverhetzende Inhalte verbieten und wir entfernen alle Videos, … sobald sie gemeldet werden.“ „Report Mainz“ hat mehrere dieser gewaltverherrlichenden Lieder „flaggen“ lassen. Das ist das übliche Verfahren, um der Videoplattform anstößige Inhalte zu melden. Diese Neonazi-Soundtracks sind bislang nach wie vor online. Viele dieser Lieder wären für YouTube ganz leicht zu identifizieren. Begriffe wie „Rassenhass“ oder „Herrenrasse“ werden verwendet, ebenso wie Hakenkreuze und SS-Runen. Das Zeigen und Verwenden des Hakenkreuzes in der Öffentlichkeit ist strafbar. Nach Einschätzung von Strafrechtlern berühren diese Lieder zahlreiche Straftatbestände – Aufruf zum Rassenhass, Aufruf zu Gewalttaten, Volksverhetzung, Leugnung des Holocaust und Verherrlichung des Nationalsozialismus.

Kampf gegen den Terror
Terror in Istanbul: Anzahl der Todesopfer auf elf gestiegen

Istanbul (nex) – Die Zahl der Opfer der Explosion am Dienstagmorgen in Istanbul hat sich wenige Stunden nach der Tat erhöht. Mittlerweile ist von elf Todesopfern die Rede, darunter sieben Polizeibeamten und vier Zivilisten. Dies bestätigte der Istanbuler Gouverneur Vasip Şahin und sprach von 36 weiteren Personen, die verletzt wurden. Drei davon befänden sich in kritischem Zustand. Am Dienstagmorgen hat sich im Istanbuler Bezirk Beyazıt nahe der U-Bahn-Station Vezneciler eine Explosion ereignet, als ein Mannschaftsbus der Bereitschaftspolizei die Örtlichkeit passieren wollte. Die Station befindet sich in der Nähe der Universität Istanbul, der Zeitpunkt der Detonation war 8.30 Ortszeit. Erste Meldungen hatten von fünf Polizeibeamte gesprochen, die dabei verletzt worden seien. Rettungswagen wurden zum Tatort beordert, Verletzte wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht. Die Sicherheitsmaßnahmen im Viertel wurden im Anschluss an den Vorfall massiv verstärkt Gouverneur Vasip Şahin zufolge soll es sich bei der Explosion, die auch eine Reihe von Gebäuden und Fahrzeugen im Umfeld des Tatorts beschädigt haben soll, um einen Terroranschlag mittels einer Autobombe gehandelt haben. Berichte, wonach es auch zu einem Schusswechsel gekommen sei, konnten noch nicht bestätigt werden. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt, die für den Dienstag an der Universität angesetzten Prüfungen wurden abgesagt. Über die Hintergründe des Terrors und darüber, wer dafür verantwortlich ist, ist bis dato noch nichts bekannt. In den letzten Monaten wurde die Türkei mehrfach zum Ziel blutiger Anschläge mehrerer Terrormilizen, darunter des IS, der PKK und der linksextremen DHKP-C.

ARD/WDR-Doku: "Geheimsache Doping"
Neue Vorwürfe: Russischer Sportminister Mutko im Zentrum der Doping-Vertuschung

Köln (ots) – Der russische Staat bringt sich mit massiven Verfehlungen möglicherweise um die Teilnahme seiner Athleten bei den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro. Die ARD/WDR-Dokumentation „Geheimsache Doping: Showdown für Russland“ (Mittwoch, Das Erste, 22.45 Uhr) erhärtet mit bislang unveröffentlichten Dokumenten den massiven Verdacht, dass die russische Regierung direkt an der Vertuschung des staatlich gesteuerten Dopings beteiligt war. Der Film von Hajo Seppelt, Florian Riesewieck und Felix Becker belastet zudem Russlands Sportminister Witali Mutko selbst. Der Film präsentiert Belege, nach denen Mutko die Veröffentlichung des Dopingvergehens eines Fußballers aus Russlands höchster Liga verhindert haben soll. Dazu belegen neue Filmaufnahmen, dass wegen Dopings belastete und lebenslang gesperrte Leichtathletiktrainer immer noch Top-Athleten betreuen. Die Taskforce des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, der die ARD/WDR-Dopingredaktion die Recherchen zu diesem Film vorgelegt hatte, teilte in einem Brief vom 1. Juni 2016 mit, dass die Recherchen für sie eine „sehr ernste und dringliche Angelegenheit“ seien und eine „ernsthafte Besorgnis“ darstellten. Am 17. Juni wird der Weltverband entscheiden, ob die Suspendierung des russischen Leichtathletikverbandes und damit die Sperre für die Olympischen Spiele in Rio aufrechterhalten wird oder nicht. Im Anschluss an die Dokumentation wird sich auch die Sendung „Maischberger“ mit dem Thema befassen (Das Erste, 23.15 Uhr). „Gedopt, gelogen, gewonnen: Wie kaputt ist der Sport?“ – über diese Frage diskutieren Hajo Seppelt, ARD-Dopingexperte und einer der Autoren des Films, Ines Geipel, ehemalige Leichtathletin und Dopingopfer, Fußballtrainer Peter Neururer, Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender Deutscher Olympischer Sportbund, der russische Journalist Ivan Rodionov sowie der Sportmediziner Prof. Dr. Perikles Simon.

Explosion in Istanbul
Istanbul: Fünf Polizeibeamte nach Explosion verletzt – einer in kritischem Zustand

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Istanbul (nex) – Am Dienstagmorgen hat sich im Istanbuler Bezirk Beyazıt nahe der U-Bahn-Station Vezneciler eine Explosion ereignet, als ein Mannschaftsbus der Bereitschaftspolizei die Örtlichkeit passieren wollte. Die Station befindet sich in der Nähe der Universität Istanbul, der Zeitpunkt der Detonation war 8.30 Ortszeit. Fünf Polizeibeamte sollen ersten Meldungen zufolge dabei verletzt worden sein, einer davon soll sich in einem kritischen Zustand befinden. Rettungswagen wurden zum Tatort beordert, Verletzte wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht. Die Sicherheitsmaßnahmen im Viertel wurden im Anschluss an den Vorfall massiv verstärkt. Die Ursache der Explosion ist bis dato noch ungeklärt, es hat auch noch niemand die Verantwortung für einen allfälligen Anschlag übernommen. Die Nachrichtenagentur Anadolu spricht davon, dass im Anschluss an die Detonation Schüsse zu hören gewesen sein sollen. UPDATE (10.50) – Mittlerweile wurden erste Meldungen des Senders „A Haber“ bestätigt, wonach mindestens elf Menschen bei dem Anschlag ums Leben gekommen sein sollen. Der Sender hatte von sieben toten Polizeibeamten und vier Zivilisten berichtet.

Krieg gegen den Terror
Türkei: Nusaybin und Sirnak nach 82 Tagen von PKK befreit

Türkische Sicherheitskräfte beenden Anti-Terror-Operationen in zwei Gebieten Mardin (nex) – Wie Sicherheitsquellen am vergangenen Freitag mitteilten, ging eine im Distrikt Nusaybin der südosttürkischen Provinz Mardin gegen PKK-Terrroristen durchgeführte Operation nach 82 Tagen zu Ende. Die Quellen, die auf Grund von Restriktionen bezüglich öffentlicher Äußerungen unter der Bedingung der Anonymität mit den Medien sprachen, erklärten weiter, dass die Operation nach einer Ausgangssperre am 14. März begonnen hatte. Die Quellen berichteten, dass während des fast dreimonatigen Einsatzes insgesamt 496 Terroristen getötet, 508 Barrikaden entfernt, 52 Gräben wiederaufgefüllt und 1258 selbstgebaute Sprengsätze zerstört wurden. Eine Ausgangssperre solle weiterhin bestehen, da die Sicherheitskräfte versuchten, von den Terroristen gelegte Sprengsätze zu lokalisieren und zu zerstören. Während der Operation habe die PKK versucht, die Sicherheitskräfte mit selbstgebauten Sprengsätzen am Vorankommen zu hindern, die sie in Gebäuden, Gärten,den Eingangsbereichen der Häuser sowie unter die Teppiche in den Häusern gelegt hätten. Zerstörung von Moscheen und öffentlichen Gebäuden Die Sicherheitskräfte fügten hinzu, dass die PKK-Terroristen während der Operation Moscheen, öffentliche Gebäude, Schulen und Gesundheitszentren als Hauptquartiere genutzt hätten. Darüber hinaus hätten die Sicherheitskräfte viele Häuser vorgefunden, die von den Terroristen mit Sprengsätzen verkabelt  oder als Lebensmittel- und Arzneidepot genutzt worden seien. Desweiteren hätten die Terroristen Unterschlüpfe und Tunnel gegraben, um Durchgänge von Haus zu Haus zu errichten. Dieselben Quellen berichteten, dass die unter den Terroristen angesichts der fortschreitenden Operation ausgebrochene Panik über Funk gut zu vernehmen gewesen sei. Zudem sind die Kämpfe in der Provinz Sirnak, die ebenfalls seit dem 14. März andauerten, beendet worden, teilten die Quellen weiter mit. Den Angaben zufolge wurden hier 498 Terrroristen getötet, 240 Barrikaden entfernt, 39 Gräben wiederaufgefüllt, 1539 selbstgebaute Sprengsätze zerstört und 4131 Häuser kontrolliert. 20 Sicherheitskräfte und zwei Zivilisten verloren bei dem Einsatz in Sirnak ihr Leben. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seitdem haben fast 500 Sicherheitskräfte, einschließlich der Truppen, Polizisten und Bürgerwehren, ihr Leben verloren und es wurden über 4900 PKK-Terroristen bei landesweiten sowie im Nordirak durchgeführten Operationen getötet.

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Türkische Automobilindustrie im Plus
Türkei: Rekord-Wachstum im Automobil-Export

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Ankara (nex) – Die Automobilindustrie, der bedeutendste Exportsektor der Türkei, konnte sich im Mai über ihr höchstes Wachstum der letzten drei Jahre freuen. Den jüngsten Zahlen der Uludağ-Vereinigung der Exporteure aus der Autoindustrie (OİB) zufolge wuchs das Exportvolumen im Auto-Exportsektor im Wonnemonat auf knapp zwei Milliarden US-Dollar, was ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres darstellt. Die Zahl beruht auf der Summe der Exporte der vorangegangenen vier Monate. Der OİB zufolge seien die Exporte in die Europäische Union, den größten Zielmarkt der türkischen Autoindustrie, um 43 Prozent gestiegen, jene auf den Alternativmarkt in Amerika um 33 Prozent. Die meisten Güter aus dem Bereich der türkischen Automobilproduktion gehen nach Deutschland, hier stiegen die Exporte um 24 Prozent. Jene nach Italien und Frankreich stiegen sogar um 98 bzw. 76 Prozent an. Den stärksten Einfluss auf die eindrucksvollen neuen Zahlen hatte ein Zuwachs von 200 Prozent bei Autos und Nutzfahrzeugen, die in die genannten Länder exportiert wurden. Der türkische Automobilsektor verzeichnet seit Juli 2013 einen stetigen Exportzuwachs, wobei der Wert im Mai 2016 jedoch der höchste im bisherigen Verlauf der letzten Jahre war. Der Automobilsektor ist verantwortlich für etwa 18 Prozent des gesamten türkischen Exportvolumens. Dem OİB zufolge seien im Mai auch die Exporte im Bereich des Fahrzeugbaus um 73 Prozent angestiegen. Die gesamten Exporte der Periode von Januar bis Mai beliefen sich auf 9,572 Milliarden US-Dollar, was ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die gesamten Exporte nach Deutschland im Auswertungszeitraum erreichten 335 Millionen US-Dollar. Nach Italien wurden Produkte des Automobilsektors im Gesamtwert von 235 Millionen US-Dollar exportiert, das Gesamtvolumen in Richtung Frankreich belief sich auf 218 Millionen. Bei den Nutzfahrzeugen betrug der prozentuale Zuwachs bei den Exporten in Richtung Italien 200 Prozent, in Richtung Frankreich 133 Prozent. Automobilexporte für den Endverbraucher stiegen um 126 bzw. 179 Prozent an. Auch die Exporte nach Spanien, Belgien, Rumänien, Israel, in die Niederlande, nach Slowenien und nach Polen stiegen um 56, 20, 58, 34, 64, 101 bzw. 58 Prozent an. Insgesamt wurden Automobile und Ersatzteile im Umfang von 1,564 Milliarden Euro in die Länder der EU ausgeführt, was einem Plus von 43 Prozent entsprach. Derzeit ist die EU mit 78 Prozent aller Exporte der wichtigste Außenhandelspartner in diesem Sektor. Das Gesamtexportvolumen auf den amerikanischen Kontinent erreichte 94 Millionen. Ein Plus von 20 bzw. 15 Prozent gab es auch mit Blick auf die Länder des Nahen Ostens und Afrikas.

Ausland
Pakistanischer Botschafter: Freihandelsabkommen zwischen Türkei und Pakistan steht vor Sommerende

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Pakistanischer Botschafter optimistisch wegen Freihandelsvertrag mit Türkei Ankara (nex/aa) – Nach Angaben des pakistanischen Botschafters in Ankara hofft Pakistan, vor dem Ende des Sommers ein Freihandelsabkommen mit der Türkei abschließen zu können. Sohail Mahmood erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Vereinbarung im September abgeschlossen werden solle. Die Gespräche hierüber wurden im Oktober vergangenen Jahres während eines Besuchs des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif in der Türkei aufgenommen. „Viele türkische Firmen operieren in Pakistan, hauptsächtlich im Bau- und Energiesektor, und es sollte mehr Handelsaktivitäten zwischen den beiden Ländern geben“, sagte Mahmood in einem am Freitag während seines Besuchs einer Kunstpreisverleihung in der zentralanatolischen Stadt Konya geführten Gesprächs. „Das Freihandelsabkommen könnte der Ankurbelung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Pakistan dienen. Wir erwarten, dass wir zu einem Ergebnis kommen und das Abkommen im September abschließen.“ Im vergangenen Jahr erreichte der Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern 600 Millionen US-Dollar. Türkische Exporte im Wert von etwa 289 Millionen US-Dollar, hauptsächlich Waren aus dem Telekommunikations- sowie Textilbereich, Fernsehgeräte und Industriemaschinen gingen nach Pakistan. Mahmood wiederholte erneut, dass sein Land die Türkei bei ihrem Kampf gegen den Terror unterstütze. „Die Türkei ist ein sehr starkes Land“, betonte er. „Ich hoffe, dass dieser Kampf ein Ende nimmt und die Türkei den Terror besiegt.“

Al-Haschd al-Schaabi-Miliz
Irak untersucht Hinrichtung von 17 Zivilisten durch regierungsnahe Schiiten-Miliz

Sunnitische Politiker besorgt wegen potenzieller konfessionell motivierter Gewalt beim Kampf um Falludscha Bagdad (nex) – Wie ein Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu erklärte, wurden Ermittlungen wegen der angeblichen Tötung von 17 irakischen Zivilisten durch regierungsnahe Milizen während des Kampfes um Falludscha eingeleitet. Der Bürgermeister der Stadt, Sadoun Shallan, teilte mit: „Die Ermittlungen wegen der Hinrichtung von 17 Personen aus Falludscha sind im Gange.“ Am vergangenen Donnerstag hatte ein örtlicher Stammesführer behauptet, dass die schiitische Gruppierung al-Haschd al-Schaabi 17 Zivilisten durch ein Erschießungskommando in al-Karma, einer Stadt nordöstlich von Falludscha, hinrichten ließ. Shallan erklärte weiter, dass die Zivilisten Berichten zufolge von den Milizmitgliedern, die zurzeit an der Offensive zur Rückeroberung Falludschas vom IS (Daesh) teilnehmen, misshandelt worden seien. Die Gruppierung war zuvor schon wegen Menschenrechtsverletzungen beschuldigt worden, als sie sunnitisches Territorium wiedereinnahmen. Sunnitische Politiker hatten ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass durch die Präsenz der Schiitenmiliz es zu konfessionsbedingter Gewalt un Falludscha kommen könnte. In den vergangenen Tagen tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, das zeigt, wie ein schiitischer Miliz aus Falludscha fliehende Zivilisten misshandelt. Shallan teilte mit, dass der betreffende Miliz verhaftet worden sei. „Wir arbeiten daran, dass sich derartige Gewaltakte nicht mehr wiederholen“, sagte er. Am vergangenen Samstag hatte der Premierminister Haider al-Abadi die Festnahme der regierungsnahen Milizen wegen des Vorwurfs der Misshandlungen festnehmen lassen. Seit Mitte 2014 leidet der Irak  unter dem verheerenden Sicherheitsvakuum, das durch die Einnahme der nördliche und westliche Teile des Landes durch den IS (Daesh) entstand.

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