Türkei
Erdogan: Westen hätte bei gleichem Terrorausmaß Todesstrafe schon eingeführt

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am gestrigen Dienstag, dass die westlichen Länder die Todesstrafe eingeführt und einen Ausnahmezustand auf unbestimmte Zeit ausgerufen hätten, wenn sie der gleichen Terrorgefahr und den gleichen Terrorangriffen ausgesetzt gewesen wären wie die Türkei in den vergangenen Monaten. Erdogan sagte, dass kein führender westlicher Politiker die Türkei seit dem vereitelten Putschversuch vom 15. Juli besucht habe und betonte, dass die Türkei trotzdem ihre Demokratie und Rechtsstaatlichkeit schützen werde. „Wir haben diese Werte nicht deshalb verteidigt, weil der Westen das verlangt, sondern weil unsere Menschen diese Werte wert sind“, erklärte er. Erdogan, der bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigung der Rechtsanwaltskammern der Türkei (TBB) Metin Feyzioglu und einem Kammerausschuss mit 70 Mitgliedern sprach, kritisierte die westlichen Politiker für ihre Haltung nach dem Putschversuch. „Wenn sie anrufen, erkundigen sie sich eher nach dem Zustand der Putschisten als nach dem unseres Volkes“, so Erdogan weiter. Auch an der in Großbritannien ansässigen Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte er scharfe Kritik wegen deren Berichte über angebliche Folter gegen festgenommene Putschisten: „Anstatt derartige Statements abzugeben, sollten Sie lieber mal herkommen und sehen, was hier geschah, wie Menschen hier getötet wurden“, appellierte er an die Menschenrechtsorganisation und fügte hinzu, dass diese als eine internationale Einrichtung nicht akzeptiert werden könne, solange sie nach Hörensagen handle. Auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen äußerte sich Feyzioglu zum Kampf gegen das Gülen-Netzwerk FETÖ: „Die Grundlagen der Handlungen und Einsätze unserer Regierung stehen im Einklang mit dem Gesetz.“ Feyzioglu betonte, dass die Türkei dafür verantwortlich sei, die Welt vor der gefährlichen Natur der FETÖ zu warnen und wies darauf hin, dass die TBB bereit sei, eine Arbeitsgruppe zur Demaskierung des Gülen-Netzwerks auf internationalen Plattformen zu bilden. Feyzioglu fügte auch hinzu, dass die Türkei aktiv an der Tagung der Internationalen Vereinigung der Rechtsanwaltskammern teilnehmen wolle. Das Treffen im Präsidialkomplex war das erste zwischen Erdogan und Feyzioglu nach über zwei Jahren als Zeichen der Solidarität nach dem Putschversuch. Erdogan, der auf der Feier zum 15-jährigen Bestehen der von ihm gegründeten Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) sprach, erklärte: „Wir können nicht länger so handeln wie vor dem 15. Juli. Keiner von uns kann das – auch ich selbst als der Präsident dieses Landes nicht.“

PYD drangsaliert Opposition
Syrien: PKK-Ableger PYD lässt verschleppten kurdischen Politiker wieder frei

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Istanbul (nex) – Wie ein kurdischer Offizieller mitteilte, hat die PYD, der syrische Ableger der terroristischen PKK, den Vorsitzenden des Syrisch-Kurdischen Nationalrates (ENKS), Ibrahim Biro, in der nordostsyrischen Provinz al-Hasakah freigelassen. Die Terroristen hatten ihn Berichten zufolge am Samstag verschleppt. „Ibrahim Biro, der von PYD-Einheiten entführt worden war, wurde an einen Ort nahe der irakisch-syrischen Grenze gebracht und über Nacht freigelassen“, erklärte Nuri Birimo, ein höherer Funktionär der Kurdisch-Demokratischen Partei Syriens (KDP-S) gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Biro habe sich anschließend zu Fuß in die Richtung einer Stellung der Peshmerga begeben und diese hätten ihn gerettet. Der kurdische Politiker erklärte, Biro befände sich in einem guten Gesundheitszustand. Biro und Süleyman Oso, ein Mitglied der Demokratischen Partei Syrisch-Kurdistans (PDKS), würden in der Stadt al-Kamischli im Gouvernement al-Hasakah von der PYD entführt, nachdem sie dort gemeinsam eine Konferenz besucht hatten. Die Türkei betrachtet die PYD und deren bewaffneten Arm, die YPG, als syrischen Zweig der PKK und damit als eine Terrororganisation. Die ENKS ist eine aus 12 syrisch-kurdischen Parteien bestehende Koalition und steht in Opposition zur PYD, die in Nordsyrien im Laufe des Bürgerkrieges ihre Macht ausgebaut hatte.

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Autodiebstahl-Hochburg Berlin
Autodiebstahl-Studie: Welche Städte sind sicher?

München (ots) – Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 36.476 Kraftwagen gestohlen – pro Tag erfasste die Polizei somit fast 100 Autodiebstähle. Besonders im Osten Deutschlands häufen sich die Fälle. Autobesitzer in Großstädten wie Berlin oder Hamburg sind häufiger betroffen als in München oder Frankfurt am Main. Wo es sich in Deutschland noch sicher parkt, hat FinanceScout24 in einer umfangreichen Autodiebstahl-Studie veröffentlicht: Anhand einer interaktiven Deutschlandkarte und einem Städte-Ranking können Verbraucher herausfinden, wie sicher es sich in ihrer Region parkt. Mehr Fälle im Osten, weniger Fälle im Süden Die Studie zeigt: Spitzenreiter und damit Autodiebstahl-Hochburg ist Berlin. Hier wurden im vergangenen Jahr 528 Autos je 100.000 zugelassene Kraftwagen gestohlen. Damit liegt die Hauptstadt 497 Prozent über dem bundesweiten Städtedurchschnitt (88,3 Fälle). Zweitplatziert ist Frankfurt (Oder): Die Polizei registrierte hier 129 Autodiebstahl-Fälle, was einer Quote von 420 gestohlenen je 100.000 zugelassenen Fahrzeugen entspricht. Geringer fallen hingegen die Zahlen im Süden Deutschlands aus. Städte mit geringem Diebstahlrisiko liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Schlusslicht im positiven Sinne ist Passau: In der bayrischen Stadt kamen auf 100.000 zugelassene Kraftwagen nur 14 gemeldete Autodiebstähle. Dies entspricht einer negativen Abweichung um 84 Prozent vom Bundesdurchschnitt. Wie sicher ist meine Region? Die interaktive Karte von FinanceScout24 vergleicht die aktuelle Autodiebstahl-Statistik mit Vorjahreswerten: Nach Eingabe einer Postleitzahl können Verbraucher nicht nur die aktuelle Lage nachvollziehen, sondern dank der Gegenüberstellung auch eine Verbesserung oder Verschlechterung in der Region sehen. Dabei sind die Regionen nach Anzahl der gemeldeten Autodiebstähle in Relation zur Einwohnerzahl unterschiedlich eingefärbt.
(Foto: "FinanceScout24/Scout24 Services GmbH)
(Foto: „FinanceScout24/Scout24 Services GmbH)

Wettbewerb um Neukunden
Internetanbieter: Bestandskunden zahlen bis zu 80 Prozent mehr als Neukunden

München (ots) – Doppelflatrates (16 MBit/s) kosten für Bestandskunden im Schnitt 41 Prozent mehr als für Neukunden. Treue Kunden zahlen für Internettarife mit 50 MBit/s ab dem 25. Monat bis zu 16,25 Euro mehr p. M. als zuvor. Neukunden profitieren von Rabatten und kostenloser Hardware. Treue zum Internetanbieter lohnt sich nicht. Im Gegenteil: Internetprovider verlangen von ihren Bestandskunden nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit bis zu 80 Prozent (13,33 Euro p. M.) mehr für eine Doppelflat (Internet und Telefon) mit 16 MBit/s als zuvor.* Innerhalb der ersten 24 Monate profitieren Neukunden von Rabatten, die für einen günstigeren monatlichen Effektivpreis sorgen. Diese Vorteile entfallen nach der Mindestvertragslaufzeit. Durchschnittlich wird es für treue Kunden ab dem 25. Monat um 41 Prozent teurer. Tarife mit schnellerem Internet (50 MBit/s) sind für Bestandkunden ab dem 25. Monat bis zu 16,25 Euro monatlich (68 Prozent) teurer als für Neukunden. Neben Rabatten winken Neukunden außerdem neue, kostenlose Hardware wie Modems oder WLAN-Router, auf die langjährige Kunden verzichten müssen. „Im Kampf um Neukunden gibt es zwischen den Internetanbietern einen intensiven Wettbewerb“, sagt Erwin Biebrich, Geschäftsführer für den Bereich Telekommunikation bei CHECK24.de. „Dieser führt zu starken Vergünstigungen und günstigen Aktionspreisen, daher lohnt sich ein Vergleich der Angebote zum Ende der Vertragslaufzeit in jedem Fall.“ Standardgeschwindigkeit: Bestandskunden zahlen bis zu 80 Prozent mehr als Neukunden Verbraucher, die lange bei einem Internetanbieter bleiben ohne den Tarif zu wechseln, erhalten meist schlechtere Konditionen als Neukunden. Neue Kunden profitieren von vergünstigten Grundgebühren, Freimonaten, Online-Rabatten, Startguthaben, Cashbacks und neuer Hardware. Bei Standardgeschwindigkeiten mit 16 MBit/s müssen treue Kunden für eine Doppelflat nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit bis zu 80 Prozent bzw. 13,33 Euro im Monat mehr zahlen als Neukunden. Bestandskunden erhalten keine vergünstigte Grundgebühr und profitieren auch nicht von einem zusätzlichen Cashback, der den durchschnittlichen Effektivpreis innerhalb der ersten 24 Monate senkt. Bei allen betrachteten Anbietern fallen für langjährige Kunden Mehrkosten an: Durchschnittlich wird es für treue Kunden ab dem 25. Monat um 41 Prozent teurer. Im günstigsten Fall zahlen Bestandskunden lediglich fünf Prozent (1,25 Euro p. M.) mehr als Verbraucher, die einen neuen Vertrag abschließen. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt sich immer. Neben Rabatten profitieren Kunden bei Abschluss eines neuen Vertrags außerdem bei sieben von zehn betrachteten Internetanbietern von einem kostenlosen WLAN-Router. Bestandskunden müssen dagegen auf diese Vorteile verzichten. Doppelflats mit 50 MBit/s: Mehrkosten für Bestandskunden von bis zu 16,25 Euro pro Monat Auch bei Doppelflats mit schnellerem Internet (50 MBit/s) zahlen Bestandskunden ab dem 25. Monat mehr als vorher. In der Spitze kostet eine Doppelflatrate mit 50 MBit/s für Bestandskunden nach Ende der zweijährigen Vertragslaufzeit 16,25 Euro mehr p. M. (+68 Prozent). Hier reduzieren Rabatte und Cashbacks den monatlichen Effektivpreis nicht mehr. Verbraucher erhalten, anders als Neukunden, auch keinen kostenlosen WLAN-Router. Kunden finden im DSL-Vergleich auf CHECK24.de das individuell passende Angebot. Die dort angezeigten Effektivpreise sorgen für konsequente Transparenz und ermöglichen den Nutzern einen Überblick über die tatsächlichen Kosten inklusive aller Gebühren und Rabatte. Zusätzlich informiert CHECK24.de über alle Kosten ab dem 25. Monat. Verbraucher erfahren mit der anbieterübergreifenden Verfügbarkeitsprüfung, welche Kabelnetzbetreiber oder DSL-Anbieter vor Ort nutzbar sind.

EU-Türkei-Flüchtlingspakt
Flüchtlingsdeal: Österreich will sich von der Türkei nicht erpressen lassen

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Wien (nex) – Die EU braucht nach den Worten des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz die Türkei nicht, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen, die im vergangenen Jahr die 28-Staaten-Gemeinschaft lähmte, als eine Million Flüchtlinge in die EU strömten. Was die EU brauche, sei ein „richtiger Plan A“. „Wir dürfen uns nicht erpressen lassen und brauchen daher keinen Plan B, sondern endlich einen richtigen Plan A“, erklärte der Politiker am vergangenen Montag Focus Online und fügte hinzu, dass die Türkei versuche, der EU ein Ultimatum für die Visaliberalisierung zu stellen. „Wenn wir die notwendigen Maßnahmen einleiten, braucht es dazu keinen Plan B, also keinen Deal mit der Türkei“, so Kurz weiter. Die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sind angespannt, seit Brüssel Druck auf das Land ausübt, sein Anti-Terror-Gesetz zu ändern. Die Forderung stammt aus einem Paket mit 72 Kriterien, die die Türkei erfüllen muss, damit türkische Staatsangehörige visafrei im Schengen-Raum reisen können. Der zwischen der Türkei und der EU erreichte Flüchtlingsdeal hat das Ziel, dass die Türkei die EU bei der Eindämmung der sich nach Europa bewegenden Flüchtlingsströme unterstützt. Im Gegenzug sollten die Beitrittsverhandlungen beschleunigt, ein EU-Fonds für die syrischen Flüchtlinge in der Türkei eingerichtet und die Visafreiheit für türkische Staatsangehörige eingeführt werden. Die angespannten Beziehungen wurden nach dem vereitelten Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei noch weiter verschlechtert. Die Türkei wirft der EU und dem Westen vor, die türkische Regierung nach dem gescheiterten Staatsstreich nicht ausreichend zu unterstützen und sich mehr Sorgen über die nach dem Putschversuch durchgeführten Razzien zu machen. Kurz und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu liefern sich seit vergangener Woche einen verbalen Schlagabtausch – Kurz hatte angeregt, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nicht mehr weiterzuführen, worauf Cavusoglu erwidert hatte, dass die Türkei das Flüchtlingsabkommen stoppen würde, wenn die Visaliberalisierung nicht käme. „Ich weiß nicht, ob der Deal von der Türkei offiziell aufgekündigt wird“, erklärte der österreichische Politiker. „Aber was wir jetzt erleben, sind durchaus Drohungen und der Versuch der Türkei, uns ein Ultimatum für die Visaliberalisierung zu stellen.“ Er wies darauf hin, dass die EU von Ländern wie Spanien und Australien lernen sollte, „denen es gelungen ist, die Flüchtlingsströme einzudämmen“. „Der wesentliche Punkt“ sei, so Kurz weiter, die Flüchtlinge an der Außengrenze der EU zu stoppen. Die Rettung aus dem Mittelmeer solle nicht mehr länger als ein „Ticket nach Mitteleuropa“ verstanden werden. „Europa ist stark und selbstständig genug, seine Außengrenzen zu schützen“, betonte Kurz. „Wenn wir die notwendigen Maßnahmen einleiten, braucht es dazu keinen Plan B.“  

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Türkisch-ägyptische Beziehungen
Ägypten: Wunsch nach Verbesserung bilateraler Beziehungen zur Türkei

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Kairo (nex) – Der Sprecher des ägyptischen Außenministeriums, Ahmed Abu Zeid, erklärte am vergangenen Sonntag, dass Bemühungen zur Verbesserung der Beziehungen zur Türkei willkommen seien. Die türkisch-ägyptischen Beziehungen hatten sich verschlechtert, nachdem der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi im Juli 2013 gestürzt worden war und es zu Menschenrechtsverletzungen kam. „Wir heißen die Bemühungen zur Annäherung im Rahmen der internationalen Gesetze, gute nachbarschaftliche Beziehungen und die bilaterale Zusammenarbeit mit der Türkei willkommen“, erklärte Abu Zeid. Er wies darauf hin, dass der derzeitige Beziehungsstatus der beiden Länder ungewöhnlich sei. Der Sprecher erklärte, die bilateralen Beziehungen zur Türkei müssten unter Berücksichtigung des Willens des ägyptischen Volkes entwickelt werden. Abu Zeids gab diese Erklärung kurz nach dem Statement des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu am vergangenen Donnerstag ab: „Wir möchten unsere Beziehungen zu Ägypten verbessern. Wir haben nie gewollt, dass unsere Beziehungen sich verschlechterten, aber nach dem Putschversuch war es unvermeidlich, dass die Beziehungen Schaden nahmen.“ Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hatte noch vor Cavusoglu Ende Juni erklärt, dass es kein Hindernis auf dem Weg zu besseren wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen mit Ägypten gebe und die Türkei für den Eintritt in eine neue Phase bereit sei. Jedoch teilten nach dem blutigen Putschversuch vom 15. Juli durch Anhänger des Gülen-Netzwerks FETÖ ägyptische Behörden mit, dass sie den Asylantrag des in den USA lebenden Fetullah Gülen überprüfen würden, sollte dieser einen stellen. Nach diesem Zwischenfall wurden die Spannungen in den Beziehungen noch weiter verstärkt.

Allianz Deutscher Demokraten
Partei-Gründer Remzi Aru verurteilt Terror-Behauptungen der Bundesregierung

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Dortmund (nex) – Als „Musterbeispiel für die Funktionsweise der gelenkten Demokratie in Westeuropa“ bezeichnete der Parteisprecher der Allianz Deutscher Demokraten (ADD), Remzi Aru, die vermeintlichen „Enthüllungen“ über die angebliche Zusammenarbeit der Türkei mit „islamistischen und terroristischen Organisationen“, die vom „unabhängigen, kritischen Zwangsgebührenfunk ARD“ kolportiert werde und die sich auf „eine als vertraulich eingestuften Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei im Bundestag“ stütze. Dass sich, wie es dort heißt, „nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios […] das Ressort von Innenminister Thomas de Maizière dabei nicht mit dem für diese Fragen eigentlich zuständigen Auswärtigen Amt abgestimmt“ hätte und zwischen aller Geheimniskrämerei „Erdoğan in der vertraulichen Stellungnahme nun selber mehrfach genannt und sogar in Großbuchstaben hervorgehoben“ werde, wenn es darum gehe, ihn als den Mastermind hinter der islamistischen Weltverschwörung zu bezeichnen, gehöre zur theatralischen Inszenierung, so Aru. „Diese Storys kennen wir alle seit dem Putschversuch im Dezember 2013“, erklärte der ADD-Sprecher. „Die ferngesteuerte Lügenpr… ääh, sorry, ich meine natürlich die unabhängigen und überparteilichen deutschen Qualitätsmedien berichten seit Jahr und Tag nichts anderes und sie haben sogar faktengetreu berichtet, dass sich Erdoğan mit den ägyptischen Muslimbrüdern und der Hamas-Führung getroffen habe und einige Rebellengruppen in Syrien unterstützt habe.“ Sensationell sei indessen nichts davon, so Aru. „Die Muslimbruderschaft war Teil der demokratisch gewählten Exekutive in Ägypten, ehe ein blutiger Putsch das eben erst erblühte zarte Pflänzchen der ägyptischen Demokratie zertreten hat. Dass der Westen allenfalls halbherzig dagegen protestiert hatte und schnell zur Tagesordnung überging, spricht übrigens Bände und lässt Rückschlüsse darauf zu, wie man in Europa auf einen gelungenen Putsch am 15. Juli reagiert hätte. Das wissen die Türken in der Türkei und die türkischen Einwanderer hier – und deshalb wissen sie auch, wie weit sie dem Westen vertrauen können, nämlich genauso weit, wie man dem unbekannten jungen Mann vertrauen kann, der sich an den Wohnungstüren dementer Opas als deren verschollener Enkel ausgibt.“ Mit der Hamas pflege die Türkei Gesprächskontakt, um im Konfliktfall mit Israel vermitteln zu können und um die humanitäre Situation der Bevölkerung in Gaza zu verbessern. Dies sei im Übrigen auch Teil der jüngsten Übereinkunft zwischen der Türkei und Israel zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen. „Im Unterschied zur EU, die nach dem Gießkannenprinzip Geld an Palästinenserorganisationen ausschüttet, was regelmäßig dazu führt, dass diese davon Angehörige getöteter Terroristen unterstützen, Tunnel für den Schmuggel von Waffen bauen oder Schulbücher mit hetzerischen Inhalten drucken lassen, hilft die Türkei gezielt der leidenden Zivilbevölkerung“, macht Aru deutlich. Solange die EU der türkischen Variante des IS, nämlich der PKK, ein ruhiges Hinterland biete, sei die schlecht gespielte Empörung über diese Kontakte nur noch lachhaft. „In Syrien schließlich waren EU-Staaten wie Frankreich noch vor drei Jahren für eine Aufhebung des Waffenembargos zu Gunsten der Rebellen und für die militärische Unterstützung eines Sturzes Assads. Man ließ Dschihadtouristen zu Tausenden ausreisen in der Hoffnung, dass diese aus Syrien nicht mehr zurückkehren würden“, erklärte Aru. „Nicht die Türkei ist es, die Extremisten und Terroristen unterstützt, sondern die EU selbst“, so der ADD-Sprecher. „Wenn die deutsche Bundesregierung nicht am Flüchtlingspakt festhalten will, soll sie das offen sagen und nicht versuchen, die Bürger für dumm zu verkaufen. Die Konsequenz muss klar sein: Es werden statt Türken dann künftig eben Syrer und Iraker visafrei in Europa einreisen. Der ADD soll es Recht sein, da jüngste Studien zeigen, dass die meisten Flüchtlinge sehr konservativ denken. Und da die AfD deren künftige Stimmen sowieso nicht will, nehmen wir sie gerne.“

Türkei
Marmaris: Erdoğans „Putsch-Hotel“ wird zum Tourismusmagneten

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Marmaris (nex) – Erst hatten die Putschisten vom 15. Juli den Schaden des gescheiterten Staatsstreichs, jetzt haben sie auch noch den Spott: Der Hotelkomplex in Marmaris, aus dem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Putschisten entkam, ist zum Touristenmagneten geworden. Die Hotelanlage könnte dem Ferienort nach einer schwierigen Phase für den Fremdenverkehr in diesem Jahr sogar noch einen versöhnlichen Abschluss bereiten. İsmail Kuru, der Chefmanager des Hotelkomplexes Grand Yazıcı Turban an der Ägäis-Küste von Marmaris, das Erdoğan wenige Minuten vor dem Angriff verlassen hatte, bei dem das Hotel während des Putschversuches mit Schusswaffen und Schüssen aus Helikoptern angegriffen worden war, erklärte, es habe seit dem 15. Juli einen enormen Anstieg der Buchungszahlen gegeben. Zu einem späteren Zeitpunkt, als der Putschversuch noch im Gange war, wandte sich Erdoğan von dem Hotel aus über den Fernsehsender CNN Türk über FaceTime an die Bevölkerung und forderte diese dazu auf, auf die Straßen zu gehen und dem Putsch entgegenzutreten. Insgesamt wurden in den Tagen nach dem Angriff elf Soldaten festgenommen, die versucht hatten, das Hotel in Marmaris zu erstürmen. „Viele Neugierige haben bereits für den kommenden Feiertag zu Eid al-Adha gebucht, um unser Hotel und die Umgebung zu sehen“, erklärte Kuru gegenüber türkischen Medien. Die viertägigen Feierlichkeiten zum Opferfest beginnen am 12. September. An diesem Tag soll auch eine Urlaubssperre für öffentlich Bedienstete enden, die nach dem Putschversuch vorübergehend verhängt worden war, was zu einem zusätzlichen Ansturm an Touristen – vor allem aus dem Inland – führen dürfte. Auch İsmail Özbozdağ, der lokale Vorsitzende der Vereinigung türkischer Reiseveranstalter (TÜRSAB), bestätigte, dass die Tatsache, dass Erdoğan seine Ferien in Marmaris verbrachte und das Hotel nach dem Putsch in den Medien zu sehen war, zu einem deutlichen Nachfrageanstieg nach Zimmern geführt habe. Die Regierung hat die viertägigen Feierlichkeiten zu Eid al-Adha, die am Montag, dem 12. September beginnen, auf eine Woche ausgedehnt, um so den Tourismussektor zu stützen, der in diesem Jahr bislang schwer unter den politischen Verwerfungen in der Region gelitten hat. Marmaris hatte jedoch bereits während der Feiertage zu Eid ad-Fitr, einem der beiden großen religiösen Feiertage in der Türkei, der in die Hochsaison fiel, einen enormen Ansturm erlebt, so Özbozdağ. „Menschen mussten damals im Freien übernachten, in ihren Autos oder in Zelten, die sie hier gekauft hatten“, so der Verbandschef. Der Tourismus hatte in der gesamten Türkei – insbesondere in den ägäischen und mediterranen Küstenregionen – an einer Reihe von Terroranschlägen und der diplomatischen Krise mit der Russischen Föderation nach dem Abschuss des Su-24-Kampfflugzeugs an der syrischen Grenze im November 2015 gelitten. Der Tourismus aus der Russischen Föderation, dem größten Markt für den türkischen Fremdenverkehr, hat dem TÜRSAB-Vorsitzenden Başaran Ulusoy, um 87,4 Prozent auf 183 828 abgenommen. Angesichts der jüngsten Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der Türkei hofft die Tourismusbranche nun auf eine spürbare Erholung im nächsten Jahr.  

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Türkei
Schriftstellerin Shafak sieht zwischen Nazis und Putschisten keinen Unterschied

Istanbul (nex) – Die Schriftstellerin Elif Shafak, die sich zu dem von abtrünnigen Militärangehörigen durchgeführten, vereitelten Putschversuch im vergangenen Monat äußerte, verglich das Trauma der Türken infolge des Bombenangriffs auf das türkische Parlament der Putsch-Piloten mit der Attacke der Luftwaffe auf Westminster. „Zwischen denjenigen, die den Putschversuch organisiert und durchgeführt haben, und den Nazis gibt es keinen Unterschied“, erklärte die Autorin, die in Istanbul und London lebt, und fügte hinzu, dass jene, die zu Gewalt und List griffen, in der zivilisierten Welt keine soziale Legitimation hätten. Shafak, die 13 Bücher, darunter auch Romane in türkischer und englischer Sprache geschrieben hat, bezog sich damit auf die „schreckliche und dunkle“ Nacht, in der etwa 240 Menschen getötet und fast 2.200 verletzt wurden, als Panzer durch die Straßen von Istanbul und Ankara rollten und F-16 Jets im Himmel dröhnten. „Sie versuchten, die gewählte Regierung und den Präsidenten mit Waffen und Panzern zu stürzen“, sagte sie in einem mit der Nachrichtenagentur Anadolu via Internet geführten Interview. „Nichts von alldem ist weder akzeptabel noch entschuldbar.“ Shafak machte drei Gruppen aus, die gemeinsam den Putsch vereitelten: Das Volk, das dem Aufruf des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan folgte, die Straßen für sich zu beanspruchen, die Medien, die geschlossen gegen den Putsch auftraten, vor allem jene, die gewöhnlich als regierungskritisch bekannt sind und die Abgeordneten aller politischen Parteien, die trotz der Bombenangriffe auf das Gebäude eine die ganze Nacht dauernde Mahnwache für Demokratie im Parlament abhielten. Zur Haltung Europas und der USA nach dem Putschversuch erklärte Shafak, sie glaube nicht, dass die Medien im Ausland das Ausmaß der Gefahr, der die Türkei gegenübergestanden hatte, begriffen hätten. „Wir können und sollten in der Lage sein, Regierungen zu kritisieren“, so die Schriftstellerin. „Aber niemand hat das Recht, eine gewählte Regierung mit illegalen Mitteln zu stürzen. Ich habe die Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) nicht gewählt […] Aber selbstverständlich erkenne ich die Legitimität der der AKP an, weil sie vom Volk gewählt wurde. So sehr ich die gewählte Regierung respektiere, so sehr kritisiere ich jedoch auch deren Handlungen, die ich als undemokratisch betrachte.“

Staatsbürgerschaft
Doppelpass: Was eine Deutsche aus der Türkei dazu sagt

Sehr geehrte Gegner der doppelten Staatsbürgerschaft, liebe Verteidiger eines gepflegten Nationalismus! Ja, ich habe zwei Pässe. Auch noch, um das Ganze noch schlimmer zu machen, einen deutschen und einen türkischen. Und, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen – ich habe den türkischen freiwillig angenommen – Und das nicht nur, weil es ein recht aufwendiger bürokratischer Aufwand ist, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen (zu dem Zeitpunkt gab es noch keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in der Türkei) und weil ich als Ausländerin Nachteile in Kauf nehmen muss – nein, es ist auch eine emotionale Geschichte. Ich fühle mich dem Land, in dem ich lebe und in dem mein Mann geboren würde, nämlich verbunden. Es hat auch etwas mit Zugehörigkeitsgefühl zu tun – ohne die Staatsbürgerschaft, in die ich geboren bin und der ich mich nach wie vor verbunden fühle, aufgeben zu müssen. Würde man auf Sie hören und die doppelte Staatsbürgerschaft nicht mehr zulassen, hätte das extreme Auswirkungen auf Auslandsdeutsche, die oft zur deutschen noch die Staatsbürgerschaft ihres „neuen“ Heimatlandes beantragen. Im Falle der Türkei ist es nun mal so, dass die Gesetzgebung Ausländer oft vor unlösbare Probleme stellt und es ein genauso unlösbares Problem wäre, die deutsche Staatsbürgerschaft abzugeben. Weg ist nämlich dann weg im Sinne von „genauso wie nie gehabt“ – das heisst als ehemalige Deutsche, die etliche Jahre nicht wenig in die deutsche Rentenkasse und an den Fiskus gezahlt hat, als Deutsche, die enge Familienangehörige in Deutschland hat und auch noch immer Freunde und eine emotionale Bindung ans Geburtsland, müsste ich, um dieses zu besuchen, ein Besuchervisum beantragen. Ich wäre dann rechtlich gleichgestellt mit denen, die noch nie in Deutschland gelebt haben…. Das ist schlichtweg nicht zu fassen – denn pikanterweise können diejenigen, bei denen die doppelte Staatsbürgerschaft problemlos akzeptiert wird (und zwar ohne jeglichen bürokratischen Aufwand), auch ohne die deutsche Staatsangehörigkeit Deutschland jederzeit besuchen. Absurd? Warum soll es eigentlich gerade im Falle der Türken so ein Problem sein, zwei Pässe zu besitzen? Egal ob ich den deutschen Pass nun habe oder nicht, das Gefühl, dass meine Wurzeln in Deutschland sind, wird mich bis an mein Lebensende begleiten, auch wenn mich nicht mehr wirklich etwas (ausser zum Urlaub und meine Familie zu sehen) nach Deutschland zieht. Meine Kinder, liebe Doppelpassgegner, haben einen türkischen Vater und eine deutsche Mutter – müssen sie sich nach Ihrer Auffassung auch entscheiden? Für wen? Muttersprache oder Vaterland? Meine Kinder bezeichnen sich ganz selbstverständlich als Deutsche – und als Türken. Sie sitzen nicht etwa zwischen zwei Stühlen oder müssen sich für eine der beiden Kulturen ihrer Eltern entscheiden. Sie fühlen sich reich und beschenkt, weil sie in zwei Kulturen zuhause sind und schon in frühester Kindheit gelernt haben, dass es mehr gibt als nur eine Sicht der Dinge, was Sie bis heute nicht verstanden zu haben scheinen. Dass es aus Gründen der „Loyalität“ nicht möglich sein soll, zwei Staatsbürgerschaften zu besitzen, ist eine seltsame Ansicht – wieviele Deutsche ohne irgendeinen Bezug oder gar ohne einen Pass eines anderen Landes fühlen sich Deutschland nicht zugehörig oder negieren gleich ganz, dass es einen Staat Deutschland gibt? Sollten die Sie nicht viel mehr beunruhigen als diejenigen, die aus freier Entscheidung die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben? Das Problem scheinen ja vor allem die Türken zu sein, die eine Ihnen nicht genehme Regierung ihres Herkunftslandes unterstützen – und die sich auch nach wie vor für die türkische Innenpolitik interessieren. Stellen Sie sich das mal vor – auch ich interessiere mich und kommentiere nach wie vor die deutsche Innenpolitk, obwohl ich gar nicht in Deutschland lebe. Ich halte das für mein gutes Recht, denn auch wenn ich den türkischen Pass angenommen habe, ist Deutschland immer noch „mein“ Land. Genauso wie die Türkei. Hier hat mich im übrigen im Zuge der Beantragung der türkischen Staatsangehörigkeit kein Mensch gefragt, wo ich politisch stehe in Bezug auf die Türkei. Weder die Ausländerpolizei, bei der  2 Befragungen anstanden, noch die „Kommission“ die bei allen Bewilligungen das letzte Wort hat, haben auch nur ein Sterbenswörtchen zur türkischen Innenpolitik fallen gelassen. Und soweit ich das in meinem deutsch-türkischen Bekanntenkreis mitbekommen habe, auch bei niemand anderem. Nicht mal eine Unterschrift von mir war gefordert, dass ich gedenke, die türkische Verfassung zu achten und zu ehren. Dass ich mich zur türkischen Verfassung bekennen soll, wurde weder verlangt noch erwartet (wahrscheinlich einfach vorausgesetzt). Ich würde mir doch tatsächlich wünschen, dass viele von Ihnen zur doppelten Staatsbürgerschaft ein so entspanntes und sachliches Verhältnis bekämen, wie ich es bei den türkischen Bürokraten erlebt habe… Beste Grüsse von einer überzeugten Doppelstaatlerin Martina Yaman  

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