Iran-Proteste
Türkei und Russland warnen USA vor Einmischung

Moskau (nex) – Die Türkei und Russland haben die Vereinigten Staaten davor gewarnt, sich in die „inneren Angelegenheiten“ des Iran einzumischen. US-Präsident Trump begrüßt die Proteste gegen die Regierung in Iran und wünscht sich einen Machtwechsel. Die USA versuche „die Haltbarkeit des Atomabkommens mit dem Iran zu verletzen“, so der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur TASS. Im Juli 2015 wurde in Wien, nach einem 13 Jahre andauernden Atomstreit mit dem Iran, ein Abkommen unterschrieben, welches Teheran erlaubte, künftig ausschließlich für zivile Zwecke Uran anzureichern. Bei einem Treffen mit Medienvertretern in der türkischen Hauptstadt Ankara am Mittwoch verurteilte auch Außenminister Mevlüt Cavusoglu, die „Unterstützung“ der andauernden Demonstrationen im Iran durch Israel und die USA. Er machte auf zwei Personen aufmerksam, die die Unruhen im Iran offen unterstützten. “Eine von ihnen ist der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu und die andere ist US-Präsident Donald Trump”, so Cavusoglu. Cavusoglu sagte, die Türkei sei stets gegen externe Interventionen und fügte hinzu, dass alle Länder, außer Israel und den USA, angesichts der Proteste im Iran “besorgt” seien. “Wir wünschen uns, dass dieser Konflikt im Iran beendet und die Stabilität unverzüglich wiederhergestellt wird”, betonte Cavusoglu. Der iranische Außenminister Jawad Zarif habe ihm gesagt, dass jede Veränderung im Iran durch Wahlen erfolgen sollte. “Also, wenn es einen Regierungswechsel geben sollte, könnte das iranische Volk das bei den nächsten Wahlen durchsetzen”, sagte Cavusoglu. Cavusoglu kritisierte zudem die “Doppelmoral einiger Länder” in Bezug auf die Proteste im Iran. Während man etwa den blutigen Militärputsch in Ägypten uneingeschränkt unterstützt und das ägyptische Regime gelobt habe, verurteile man die iranische Regierung. Tausende von Iranern gehen seit dem vergangenen Donnerstag in den nordöstlichen Städten Maschhad und Kaschmar auf die Straßen, um gegen steigende Rohstoffpreise und die Misswirtschaft der Regierung zu demonstrieren. Seit Samstag finden auch – im Westen wenig beachtete – landesweite Demonstrationen zur Unterstützung der Regierung statt.

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Kommentar
Türkei und Deutschland wollen gegenseitige Beziehungen normalisieren

Von Thomas Bernhard Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu wird am Samstag zu einem informellen Treffen mit seinem amtierenden deutschen Kollegen Sigmar Gabriel in Deutschland erwartet. Das Treffen der beiden Außenminister in der deutschen Stadt Gosslar, also im Wahlkreis des deutschen Ministers als Parlamentsmitglied, dient der gegenseitigen Information und Erläuterung der gegenseitigen Standpunkte. Es handelt sich quasi um die Fortsetzung von Gabriels ebenso informellen Besuch bei Çavuşoğlu in dessen Wahlkreis in Antalya am 04.11 des vergangenen Jahres. Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist seit mehreren Monaten angespannt. In den vergangen Wochen hatten jedoch Berlin und Ankara Interesse an einem Dialog zur Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen bekundet. Besonders belastet wurden die Beziehungen beider Länder nach der Niederschlagung des militärischen Putschversuches im der Türkei am 15. Juli 2016, an dem Angehörige der FETÖ-Organisation des Predigers Gülen zumindest mutmaßlich beteiligt waren. Seinerzeit waren nach dem Putsch mehrere an den Vorgängen maßgeblich beteiligte Offiziere von der Türkei aus nach Deutschland geflogen und hatten dort Asyl beantragt. Bisher hat die deutsche Seite unter Verweis auf das noch immer laufende Asylverfahren eine Auslieferung der Putschbeteiligten an die türkische Justiz abgelehnt. Die Türkei beschuldigt Deutschland ferner auch, nicht entschieden genug gegen die Terrororganisation PKK vorzugehen. Wesentliche Mitglieder der Terrororganisationen der oberen und gehobenen Führungsebene sollen sich gegenwärtig zumindest zeitweise in Deutschland aufhalten und dort als Aktivisten der Terrormiliz PKK arbeiten und dort auch gezielt ansonsten zivile und unpolitische kurdische Hilfsorganisationen unterwandert haben. Ferner, so nicht nur die Anschuldigungen aus Ankara, setzen insbesondere deutsche Sicherheitsbehörden in einzelnen Bundesländern, auch nach Meinung internationaler Sicherheits- und Terrorexperten, das auch in Deutschland gültige PKK-Verbot und das Verbot über der öffentlichen Präsentation und Verbreitung von PKK-Propagandamaterial, sowie Bildern des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan, bestenfalls halbherzig durchzusetzen und entsprechende Verstöße zu verfolgen. Die deutsche Seite hingegen kritisiert die Verhaftungen seitens der türkischen Behörden, unter denen sich auch deutsche Staatsbürger befanden. Zuletzt waren davon jedoch Peter Steudtner, Meşale Tolu und acht weitere Angeklagte, auf Entscheidung türkischer Gerichte hin, aus der U-Haft freigelassen worden. Zuletzt hatten aber Ankara und Berlin, neben Anderen, erfolgreich international zusammengearbeitet, beispielsweise bei der Verurteilung der amerikanischen Jerusalem-Entscheidung und der Zustimmung Deutschlands zu der vom türkischen Präsidenten Erdoğan mitinitiierten Resolution in der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

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Kampf gegen Terrorismus
Celle: Weiterer PKK-Gebietsleiter angeklagt

Celle (nex) – Gegen den 57-jährigen türkischen Staatsbürger Zahir A. aus Salzgitter ist Anklage wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK erhoben worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Mittwoch mit.
Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Mitglied an der PKK und damit einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben. Während die militärisch strukturierte Terrororganisation in der Türkei und in den kurdischen Siedlungsgebieten Syriens versucht, ihre ideologischen Vorstellungen durch Gewaltakte gegen Sicherheitskräfte, Armeeangehörige, Zivilisten und politisch Andersdenkende zu forcieren, haben die Kader in Europa vor allem die Aufgabe, Finanzmittel für die Organisation zu beschaffen und Nachwuchs für den Guerillakampf zu rekrutieren.
Dazu die Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Celle:
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist der Angeschuldigte hinreichend verdächtig, in der Zeit von März 2014 bis Ende Juni 2015 als Gebietsleiter der Arbeiterpartei Kurdistans („Partiya Karkeren Kurdistan“ – PKK) und ihrer Europaorganisation „Kurdische Demokratische Gesellschaft in Europa“ (Civaka Demokratik a Kurdistan – CDK) im Gebiet Salzgitter in herausgehobener Leitungsfunktion tätig gewesen zu sein.
Im „Rahmen seiner Aufgaben“ habe er nach den Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle die organisatorischen, finanziellen, personellen und propagandistischen Angelegenheiten in seinem Zuständigkeitsbereich geregelt. Der 57-Jährige wurde Mitte Juli vergangenen Jahres in Berlin festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Berliner Gericht verurteilt Ali H. Dogan zu einer Haftstrafe von 2 Jahre und vier Monate.
Den im April 2016 verhafteten türkischen Staatsangehörigen Ali H. Dogan hatte das Kammergericht Berlin nach fünfmonatiger Verfahrensdauer im März 2017 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und neun Monate gefordert
Drei Jahre und drei Monate für PKK-Gebietsleiter Muhsin K.
Im Juli 2017 verurteilte ein Gericht in Stuttgart den damals 47-jährigen Muhsin K. wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland nach §§ 129a und b des Strafgesetzbuchs zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten.
K., mit dem Codenamen “Delil”, war nach längerer Observierung im Februar 2016 in Zusammenarbeit der Polizei Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Generalbundesanwaltschaft teilte damals in einer schriftlichen Erklärung mit, dass K. in verschiedenen deutschen Städten die Anwerbung von PKK-Mitgliedern und Eintreibung so genannter freiwilliger Spenden betrieben habe. Die Spenden werden oftmals unter massiven Drohungen eingetrieben. Desweiteren sei er der Rädelsführer der Terrorgruppe gewesen. Richter Claus Belling hatte die prominente Stellung des Angeklagten nach der Beweisaufnahme und 33 Verhandlungstagen als erwiesen angesehen.
Rücksichtsloser Kampf fordert viele Opfer unter kurdischer Zivilbevölkerung
Die PKK führt seit 1984 mit rücksichtsloser Härte einen bewaffneten Kampf in der Türkei. Der Vorsitzende Richter Claus Belling betonte, dass es sich dabei nicht um das ständig vorgetragene Recht auf Selbstverteidigung handele, sondern um Mord und Totschlag.
Sehr oft sind Zivilisten und nicht in den direkten Kampf verwickelte Polizisten unter den Opfern. In den letzten Monaten sind auch wieder – wie in den Neunzigern – verstärkt in den Osten abgeordnete meist junge Lehrerinnen und Lehrer unter den Opfern der Terrororganisation. Auch wenn der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat der PKK und ihren Ablegern einiges an Sympathien eingebracht habe, sei dies dennoch kein Freibrief, ebenso wenig wie die oft unverhältnismäßige Härte der türkischen Sicherheitskräfte.
Verstärkt aktiv in Deutschland
Das Bundesgebiet ist wegen der hier lebenden ca. 800.000 Kurden als Rückzugsgebiet und Geldquelle besonders interessant. Die Organisation ist straff hierarchisch organisiert und ahndet vermeintliche oder tatsächliche Abweichungen mit brutaler Härte. Zur Durchsetzung ihrer Ziele verfügt sie über militärisch strukturierte Guerillaeinheiten, die im Rahmen des seit 1984 geführten bewaffneten Kampfs vor allem im Südosten der Türkei Anschläge verüben, durch die vorwiegend türkische Sicherheitskräfte, immer wieder aber auch Zivilisten getötet bzw. verletzt werden.
Zweck und Tätigkeit der „PKK“ sind daher u .a. darauf gerichtet, Mord und Totschlag zu begehen. Die in Deutschland aktiven Führungskader setzen die von der Führung der PKK getroffenen Entscheidungen um und fördern damit die Fortsetzung des bewaffneten Kampfes in der Türkei und deren Grenzgebiete.

Besucheransturm auf Jerusalem
Türkei: Reisen nach Jerusalem explosionsartig gestiegen

Istanbul (nex) – Trotz politischer Unruhen und Spannungen seit der Bekanntgabe des US-Präsidenten Donald Trump die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, reisen immer mehr Türken in die „heilige Stadt“. Nach Angaben von türkischen Reiseveranstaltern und NGOs führten Türken unter muslimischen Ländern die Besucherliste an. Adem Yenihayat, Leiter der in Istanbul ansässigen NGO Burak Stiftung, die Touren zu muslimischen heiligen Stätten organisiert, sagte, sie hätten Schwierigkeiten, eine Flut von Bewerbungen abzuarbeiten.

„Im Durchschnitt wollten jährlich 350 Leute nach Jerusalem, aber jetzt sind es allein in diesem Monat schon 350“, erklärte Yenihayat gegenüber Medien und ergänzte:

„Wir haben Schwierigkeiten, die Nachfrage zu decken. Wir mussten die eingehenden Bewerbungen auf eine Warteliste setzen. Auch für die kommenden Monate gibt es viele Buchungen.“ Laut Ahmet Hakan Karagul, dem stellvertretenden Leiter der Ashab-i Aqsa Stiftung, sind nach der Türken auch Muslime aus Malaysia und Indonesien sehr interessiert. Tickets der Turkish Airlines und anderer türkischer Fluggesellschaften seien bereits dank Reisegruppen ausverkauft, so Karagül. „Es gibt keine verfügbaren Hotels in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee, da für diese Monate im Voraus reserviert wurde. Die Entwicklungen haben die Muslime aufgeschreckt und so begannen sie, Anspruch auf die Al-Aqsa-Moschee zu erheben“, so Karagul weiter. „Nach Angaben israelischer Behörden, sind allein am vergangenen Freitag 2.300 Türken in Jerusalem eingetroffen. Gewöhnlich lag die Anzahl der Reisenden zwischen 150 und 200. Auch bei uns hat die Nachfrage zugenommen“, sagte Numan Balci, Inhaber des Reiseunternehmens „Qibla Tourism“ und Reiseführer in Jerusalem. Die Tourpläne für die ersten sechs Monate dieses Jahres seien bereits vorbereitet „Der Hotelbelegung liegt aktuell bei 70 Prozent. Ich denke, dass diese Zahl noch weiter steigen wird, wenn Turkish Airlines ihre Preise senkt“, fügte er hinzu. Anfang Dezember hatte Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt Im vergangenen Monat hatte Trump seine Entscheidung bekannt gegeben, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, was eine weltweite Verurteilung und Protestwelle ausgelöste. Am 21. Dezember 2017 haben in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan initiierten UN-Resolution 128 Staaten mit einer überwältigenden Mehrheit gegen den Jerusalem-Beschluss des US-Präsidenten gestimmt. Darin werden die USA aufgefordert, die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zurückzunehmen. Sogar Staaten wie zum Beispiel Deutschland und Österreich, die sonst für ihre historisch Türkei-kritische Haltung bekannt sind und traditionell mit einem “Hayir” stimmen, wenn es um Dinge geht, die in irgendeiner Form mit Ankara zu tun haben, stellten sich  überraschenderweise gegen die US-Regierung. Nur neun Staaten stimmten für die Trump-Entscheidung und 33 Staaten enthielten sich. Das Ergebnis der UNO zeige, dass die einseitige Entscheidung Trumps über Jerusalem, gegen den internationalen Konsens verstoße und der Status der heiligen Stadt durch Verhandlungen entschieden werden sollte, sagten Kritiker des US-Präsidenten. In derselben Woche verhinderten die USA mit ihrem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten dafür. Ein Veto-Recht gibt es im UN-Plenum anders als im Sicherheitsrat nicht, jeder der 193 Staaten hat eine Stimme. Die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend. Donald Trump warnte andere Länder, bei der Abstimmung in der Vollversammlung gegen die USA zu votieren. Er drohte offen, finanzielle Hilfen zu stoppen. Es gebe Länder, die das Geld der USA nähmen und dann gegen sie stimmten. “Wir beobachten diese Staaten. Lasst sie gegen uns stimmen. Wir werden eine Menge sparen. Es ist uns egal”, so Trump. Vor der Abstimmung in New York hatte Erdogan an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich nicht dem Druck der USA zu beugen. “Die Wiege der Demokratie sucht in der Welt Willen, den man mit Dollar kaufen kann. Herr Trump, Sie können den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Ihren Dollars kaufen”, sagte Erdogan. Nur wenige Tage später kündigten die USA bereits Kürzungen an “Die Ineffizienz und die Überschreitung der Ausgaben der Vereinten Nationen sind bekannt. Wir werden nicht länger zulassen, dass die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes ausgenutzt wird oder unkontrolliert bleibt”, sagte UN-Botschafterin der USA Nikki Haley in einer Erklärung und fügte hinzu: “Sie können sicher sein, dass wir weiterhin sehen werden, wie wir die Effizienz der Vereinten Nationen erhöhen können, während wir unsere Interessen schützen”.

Auto-News
Dudenhöffer: Bei E-Auto-Prämie draufsatteln – Dieselsubvention abschaffen

Osnabrück (ots) – Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hat die Politik dazu aufgerufen, die Kaufanreize für Elektroautos zu verstärken. „Die Politik sollte bei der Elektroauto-Prämie draufsatteln“, sagte der Direktor des CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Er reagierte damit auf einen Medienbericht, demzufolge die Kaufprämien für E-Autos weiterhin kaum abgerufen werden. Die vom Bund bereitgestellten 600 Millionen Euro würden bis Ende der Förderperiode Mitte 2019 wohl nicht ausgeschöpft, heißt es in dem Bericht der Zeitung „Die Welt“. Dudenhöffer nennt mehrere Gründe für die verhaltene Resonanz: „Erstens geben die Steuersubventionen auf Diesel den Autofahrern das Signal, sich einen Diesel zu kaufen. Das bremst die E-Mobilität aus. Zweitens ist die Ladeinfrastruktur teils zum Weglaufen. In vielen Großstädten gibt es viel zu wenige Ladesäulen.“ Drittens hätten die Autobauer bisher nur wenige Fahrzeuge mit hoher Reichweite im Programm. Der Experte erwartet aber ab 2019 ein deutlich erweitertes Angebot. Neben stärkeren Kaufanreizen sprach Dudenhöffer sich dafür aus, die Steuervorteile beim Dieselkraftstoff abzuschaffen. „Die Politik sollte die Dieselsubvention kippen und Diesel so wie Benzin besteuern. Mit den Einnahmen könnte man die Ladeinfrastruktur schnell und flächendeckend ausbauen und Deutschland zum Musterland für Elektromobilität machen.“ Mit einem ähnlichen Vorstoß hatte sich zuletzt VW-Chef Matthias Müller in die Debatte eingeschaltet.

Flüchtlingspolitik
Zahl der Familiennachzügler ist laut Bundesregierung 2017 deutlich gesunken

Düsseldorf (ots) – Die Zahl der Angehörigen von Ausländern aus Drittstaaten, die im Wege des Familiennachzugs nach Deutschland gekommen sind, ist 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach reisten zwischen Januar und Ende November 2017 knapp 85.000 Familienangehörige von Flüchtlingen und Migranten ein, davon 36.100 Kinder. Im Jahr 2016 waren es dagegen noch rund 114.500 Personen, davon 46.600 Kinder. 2015 kamen der Antwort zufolge knapp 90.000 Personen im Wege des Familiennachzugs. Die Zahl der Visumsanträge zum Familiennachzug sei nicht stark angestiegen. Zwischen Januar und Ende September 2017 wurden der Antwort zufolge knapp 104.000 Visumsanträge für Familienangehörige gestellt, im gesamten Vorjahr waren es 115.000. Stark rückläufig sei die Zahl der staatlich geförderten freiwilligen Ausreisen. Sie sank im Jahr 2017 auf knapp 30.000, während 2016 insgesamt rund 54.000 Migranten Deutschland freiwillig verlassen haben, weil sie finanzielle Unterstützung erhielten. Zum Stichtag 30. November 2017 hielten sich der Regierung zufolge insgesamt 229.443 ausreisepflichtige Personen in Deutschland auf. „Die Bundesregierung hat bisher keine Schätzungen zur Zahl der Personen vorgenommen, die sich ohne Aufenthaltstitel oder Duldung und ohne Kenntnis der Behörden im Bundesgebiet aufhalten“, heißt es überdies in der Antwort. Dazu sagte FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae: „Die Antwort der Bundesregierung offenbart, dass sie auch im Jahr 2018 noch nicht in der Lage ist, hinreichend konkrete Zahlen über Familiennachzug, minderjährige Flüchtlinge und Illegale vorzulegen.“ Kontext Die Zahlen geben den Familiennachzug bei allen Drittstaatsangehörigen wieder, so das Bundesinnenministerium in seiner Antwort. Sie beschränkten sich damit nicht nur auf den Familiennachzug zu anerkannten Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten. Eine differenziertere Auswertung anhand des Ausländerzentralregisters sei nicht möglich, heißt es zur Begründung in dem Papier

Israel
„Einzige Demokratie im Nahen Osten“ will Todesstrafe erleichtern

Tel Aviv (nex) – Das israelische Parlament hat am Mittwoch einem Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für „Terroristen“ mit knapper Mehrheit zugestimmt. „Eine Person, die schlachtet und lacht“, sollte hingerichtet werden, sagte Netanyahu in ungewöhnlichen Äußerungen vor der Abstimmung. 52 Abgeordnete stimmten für die von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman eingebrachte und von Regierungschef Benjamin Netanjahu unterstützte Gesetzesinitiative. 49 Abgeordnete stimmten dagegen. Mit dem neuen Gesetzentwurf können israelische Militärgerichte wegen „terroristischer Verbrechen“ mit einfacher Mehrheit die Todesstrafe verhängen. Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet habe seine Einwände gegen das Gesetz geäußert, berichtet die Tageszeitung Haaretz. Es könnte eine Welle von Entführungen von Juden auf der ganzen Welt auslösen, um sie für Verhandlungen zu nutzen, befürchtet der Geheimdienst. In einem ungewöhnlichen Schritt habe Premierminister Benjamin Netanyahu darum gebeten, vor der Abstimmung vor dem Parlament zu sprechen, um seine volle Unterstützung dafür zu bekunden. Das neue Gesetz sei eine „mächtige Abschreckungsmaßnahme gegen Terroristen und  wirksamer als die Zerstörung von Häusern ihrer Angehörigen“, habe Lieberman vor der Abstimmung laut Haaretz gesagt. Netanyahu habe angemerkt, dass der Gesetzentwurf keine neue Idee ist und die Frage der Todesstrafe im Extremfällen in Israel bereits geprüft wurde. Es gehöre in die Kategorie der Kriegsverbrechen. Dazu Netanjahu: „Wer schlachtet und lacht, sollte sein Leben nicht hinter Gittern verbringen, sondern getötet werden“. Vor der endgültigen Annahme des Gesetzentwurfs seien in der Knesset noch drei Abstimmungen vorgesehen und Israels Oberstes Gericht könne das Gesetz nach der Verabschiedung noch kippen.          

Anti-Terror-Maßnahmen
Türkei: Strahlenwaffen gegen Terror-Drohnen

Von Thomas Bernhard Ungewöhnliche Bilder aus der Türkei, dort waren in der Silvesternacht Sicherheitskräfte mit Ausrüstung unterwegs, die so in der Öffentlichkeit im Einsatz noch nicht zu sehen war: Strahlengewehre gegen Drohnen. So waren in der Silvesternacht beispielsweise auf dem Istanbuler Taksim-Platz Uniformierte zu sehen, die mit ungewöhnlichen Gewehren im Anschlag auf dem Platz standen. Sicherheitskräfte patrouillierten dort mit Strahlenwaffen im Anti-Drohnen-Einsatz. Dabei geht es zuvorderst nicht um irgendwelche Hobby- und Möchtegern-Piloten, die mit ihren Drohnen umherfliegen. Vorkehrungen zum Stoppen von Drohnen gibt es aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern Immer mehr gibt es Hinweise, dass Terrororganisationen weltweit Anschläge mit sogenannten Terror-Drohnen planen, bzw. angedroht haben. Vorkehrungen zum Stoppen von Drohnen gibt es daher auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtet, gab es auch in Istanbul am Taksim-Platz zur Terrorabwehr Zugangskontrollen und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Der türkischen Tageszeitung „Yeni Şafak“ zufolge waren dazu auch Einsatzkräfte mit den Antennengewehren des türkischen Herstellers Aselsan auf dem Platz. Die können in verschiedenen Frequenzbereichen elektromagnetische Wellen abschicken. Das soll die Lenkung und GPS-Lokalisierung bei illegal eingesetzten Drohnen übersteuern und eine Landung erzwingen. Der Anwender trägt einen Rucksack mit den Lithium-Ionen-Batterien. Sie sollen Energie für anderthalb Stunden Betrieb liefern. Laut den Angaben mehrer deutscher Nachrichtenportale hat der Hersteller die „Strahlenwaffe“ auf einer Militärmesse Ende April vorgestellt, sei damit aber nicht der Vorreiter.
(Beispielfoto: HARP ARGE)
Von verschiedenen Herstellern gäbe es Geräte mit Namen wie „DroneDefender“ oder „DroneGun“. Die Funktionsweise ist etwa in einem 2015 veröffentlichten Video des US-amerikanischen „Batelle Institutes“ zu sehen, „Kalashnikov“ hat vor Kurzem eine ähnliche Demonstration gezeigt. Auch in Deutschland waren bereits Systeme zur Abwehr von Terror-Drohnen im Einsatz. Beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau 2015 war die Firma „ESG“ nach deren eigenen Angaben mit Technik zur Abwehr von Quadrocoptern beauftragt, auch beim G20-Gipfel in Hamburg griffen die Sicherheitsbehörden wieder auf das Unternehmen zurück, wie das Unternehmen zumindest unter internationalen Experten deutlich machte. Nach entsprechenden Schätzungen der deutschen Behörden, wurden in vergangenen Jahren jährlich allein in Deutschland deutlich mehr als 300.000 Drohnen verkauft. Zeitgleich wurden in Deutschland zehn Millionen Euro für vier Forschungsprojekte zur frühzeitigen Ortung, Identifizierung und Abwehr der kleinen Flugobjekte ausgegeben, wie die dortigen Sicherheitsbehörden bereits im vergangenen Jahr bekannt gaben. Letztlich geht es nicht nur um die Abwehr von derartigen „Terror-Drohnen“, sondern auch um allerlei Gefahren, die sich aus dem fahrlässigen oder absichtlichen Einsatz von Drohnen (beispielsweise in Flughafennähe) ergeben. In den Niederlanden wurden sogar Greifvögel abgerichtet, um für die Polizei Jagd auf die Flugobjekte zu machen. Ein auf Drohnen trainierter Adler wurde auch zum Nato-Treffen in Brüssel gebracht, kam jedoch nicht zum Einsatz. Im Dezember wurde bekannt, dass das Programm eingestellt wird – die Vögel waren zu unberechenbar, wie unter anderem T-Online berichtet.

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Frankreich
Macron kündigt Gesetz gegen Fake-News an

Paris (nex) – Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Mittwoch ein Gesetz gegen „Fake-News“ an. Mit dem neuen Gesetz soll die Verbreitung von „unwahren Nachrichten“ insbesondere während der Wahlkampagnen bekämpft werden. Ziel sei es, „das demokratische Leben vor diesen Falschnachrichten zu schützen“, sagte Macron bei seiner ersten Neujahrsansprache an die Presse in Paris. Der Gesetzentwurf, dessen Inhalt „in den kommenden Wochen“ enthüllt und vor Ende 2018 eingebracht werden soll, werde die Rolle des französischen Medienbeobachters CSA tiefgreifend verändern, so Macron. „Ich habe beschlossen, dass wir unser Rechtssystem ändern werden, um das demokratische Leben vor diesen falschen Nachrichten zu schützen“, sagte Macron. Der französische Staatschef betonte, dass das neue Gesetz die Transparenz fördern werde, da Internet-Plattformen ihre Finanzierung und den Geldbetrag für gesponserte Inhalte offenlegen müssten. So solle klarer werden, wer hinter bezahlten Inhalten stehe. Im Falle von gefälschten Nachrichten, sollen Behörden die betroffenen Inhalte unterdrücken oder die Website im Rahmen eines Notstandsverfahrens schließen können. Mit dem neuen Gesetz soll es Betroffenen ermöglicht werden, per Eilverfahren einen Richter zu kontaktieren, um die Löschungen durchzusetzen. „Die Pressefreiheit ist keine besondere Freiheit, sie ist der höchste Ausdruck der Freiheit“, sagte Macron. „Wenn wir liberale Demokratien schützen wollen, müssen wir stark sein und klare Regeln haben.“ Während des letzten Präsidentschaftswahlkampfes war Macron Ziel massiver Cyberangriffe. Analytiker sagten, dass Gruppen mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst hinter den Angriffen stecken könnten. Moskau wies die Vorwürfe jedoch vehement zurück.  

Türkei
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