Berlin – Der Co-Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Luigi Pantisano, hat die Sozialpolitik von Bundeskanzler Friedrich Merz und der CDU scharf kritisiert. In einem Exklusivinterview mit dem Sender TRT Deutsch erklärte der Politiker, die Bürgerinnen und Bürger hätten genug von Sozialkürzungen.
Zugleich warnte er die Christdemokraten vor einer inhaltlichen Entkernung und der Übernahme rechtsextremer Positionen.
Wie Pantisano gegenüber TRT Deutsch betonte, seien die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen eine deutliche Absage an die „Sozialraub-Agenda“ des Kanzlers. Die Menschen litten unter massiven Sozialkürzungen sowie einer verschärften Lebenssituation durch steigende Mieten, Heizkosten und Lebensmittelpreise.
Die Bundesregierung tut nach Auffassung des Linken-Chefs nichts gegen diese Entwicklung, sondern verschärfe die Lage durch ihre Sparpolitik zusätzlich.
Kritik an Äußerungen von Kanzler Merz
Pantisano kritisierte in dem Interview auch das persönliche Auftreten des Bundeskanzlers. Merz habe fleißige Menschen herabgewürdigt und junge Männer mit Migrationsgeschichte wiederholt beleidigt. Dies sei einer der Gründe, weshalb er der unbeliebteste Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik sei.
Um den Alltag der Menschen konkret zu erleichtern, setze Die Linke auf direkte Unterstützung vor Ort. Pantisano verwies auf die Haustürwahlkämpfe seiner Partei sowie auf digitale Werkzeuge wie eine Mieten-App, Heizkostenchecks und mehrsprachige Sozialsprechstunden.
Vielfalt in der eigenen Partei als Vorbild
Auf die Frage nach dem Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt erklärte Pantisano, Parteien müssten den Menschen zuhören und dort präsent sein, wo Menschen mit Migrationsgeschichte lebten. Die Linke setze Diversität auch in den eigenen Reihen konsequent um. Als Beispiele nannte er die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp, den direkt gewählten Abgeordneten Mustafa Groener in Sachsen-Anhalt sowie seine eigenen italienischen Wurzeln.
Warnung vor inhaltlicher Entkernung der CDU
Mit Blick auf die Zukunft der CDU äußerte Pantisano die Ansicht, dass sich die Partei weit von der Bevölkerung entfernt habe und den Titel einer Volkspartei nur noch aus Gewohnheit trage.
Die eigentliche Gefahr liege jedoch in ihrer inhaltlichen Entkernung. Eine funktionierende Demokratie sei auf demokratische Parteien angewiesen. Die CDU dürfe sich nicht selbst überflüssig machen, indem sie Narrative von Rechtsextremen übernehme. Die Christdemokraten müssten sich nun entscheiden, ob sie eine reine Klientelpartei für Besserverdienende sein oder zu ihrem Anspruch auf sozialen Ausgleich zurückkehren wollten.
Im Exklusivinterview mit TRT Deutsch sieht Linken-Chef Pantisano die Sozialpolitik von Kanzler Friedrich Merz als abgewählt an. Die CDU entferne sich vom Alltag vieler Menschen. Zudem warnt er vor der Übernahme rechtsextremer Narrative.
EXKLUSIV | Yasin Baş…
— TRT Deutsch (@TRTDeutsch) October 1, 2026

