Amoklauf in München
Hitler-Verehrer: Deutsch-Iraner Ali Sonboly hasste Türken und Araber

Lange wurde über den Hintergrund der Bluttat vom Freitag in München gerätselt. Nun zeichnet sich immer mehr ein rassistischer Hintergrund des Täters ab. Der 18-jährige Deutsch-Iraner soll sich selbst als „Arier“ betrachtet und den deutschen Diktator Adolf Hitler verehrt haben.

Teilen

München (nex) – Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden zu dem Amoklauf von München am Freitagnachmittag, bei dem ein 18-Jähriger neun Menschen und am Ende sich selbst erschossen hat, bestätigen immer mehr die Vermutung, dass der mutmaßliche Täter einen rechtsextremistischen Hintergrund hatte.

Das Datum des Amoklaufs war offenbar bewusst auf den 22. Juli gelegt worden. An diesem Tag hatte vor fünf Jahren der norwegische Islamkritiker Anders Behring Breivik in Oslo und auf der Ferieninsel Utoya insgesamt 77 Menschen getötet. Der mutmaßliche Münchner Amokläufer David Ali S. hatte zudem die gleiche Waffe wie Breivik benutzt und soll zudem ein „Manifest“ verfasst haben, das sich noch bei der Polizei unter Verschluss befinde.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Deutsch-Iraner von Adolf Hitler geschwärmt hätte und Stolz dahingehend geäußert habe, dass sein Geburtsdatum, der 20. April, auf jenen Tag fiel, an dem auch der ehemalige deutsche Diktator geboren wurde. Darüber hinaus soll David Ali S. einen extremen Hass auf Türken und Araber empfunden und sich in doppelter Hinsicht als „Arier“ gefühlt haben, weil er sowohl Deutscher als auch Iraner war. Ob David Ali S. an jenem Tag bewusst hauptsächlich Jugendliche aus der Einwanderercommunity getötet hat, wird von den Ermittlungsbehörden noch untersucht.

Der „Arier“-Mythos, der vor allem unter säkularisierten Angehörigen der persischen Mehrheit in dem nahöstlichen Vielvölkerstaat sowie unter iranischen Einwanderern in Europa bisweilen geläufig ist, war in der Zeit des Schah-Regimes ein wichtiges Element des persischen Nationalismus. Die im Laufe des 19. Jahrhunderts auch in Europa popularisierte Vorstellung von der „arischen Herrenrasse“, die sich von Indien aus über Persien auf den Weg nach den Europa machte, diente dem Schah zum einen zur Rechtfertigung seiner unterwürfigen Politik gegenüber dem Westen, zum anderen der Unterdrückung nichtpersischer Volksgruppen im Iran, insbesondere von arabischen Sunniten und aserischen Türken.

Auch interessant

Was sind die Ziele des 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga 2026/2027?

Nach einer turbulenten Saison rettete sich der 1. FC Magdeburg in seine fünfte Zweitliga-Saison am Stück. Ein Jahr nach einem fünften Platz durchlebt man...

Weltweite Zunahme von Angriffen auf Israelis

Tel Aviv - Das israelische Außenministerium warnt in einem umfassenden und alarmierenden Lagebericht eindringlich vor einer weltweit dramatisch ansteigenden Welle von Feindseligkeiten, Bedrohungen und...

Thomas: Israelkritik muss lauter und kompromissloser werden

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Wir leben in einer ebenso erstaunlichen wie bedrohlichen und bedenklichen Zeit. Seit nunmehr sehr vielen Jahren hat sich der öffentliche Dialog...

Muslime trauern um Gerhard Abdulqadir Schabel

Berlin - Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland trauert um eine ihrer prägendsten und engagiertesten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Wie die Hilfsorganisation muslimehelfen offiziell bekannt...

Israel: „Es wird in Gaza keine Araber mehr geben“

Gaza - In Israel hat ein koordinierter Massenmarsch hochrangiger Regierungsmitglieder und ultranationalistischer Siedlergruppen die völkerrechtlichen und demografischen Pläne der extremen Rechten ungeschminkt offengelegt. Führende Minister...

Headlines

NYC-Bürgermeister Mamdani: Netanjahu ist ein Kriegsverbrecher

New York - New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat seine Position als eine der profiliertesten und konsequentesten Stimmen der...

Druck aus Aserbaidschan: Netanjahu blockiert „Völkermord-Resolution“

Tel Aviv - Der diplomatische Diskurs um die historische Einordnung der Ereignisse im Osmanischen Reich von 1915 hat eine...

Israel: „Es wird in Gaza keine Araber mehr geben“

Gaza - In Israel hat ein koordinierter Massenmarsch hochrangiger Regierungsmitglieder und ultranationalistischer Siedlergruppen die völkerrechtlichen und demografischen Pläne der...

Ben-Gvir über inhaftierte Palästinenser: „Sie pinkeln sich vor Angst in die Hosen“

Tel Aviv - Der rechtsextreme israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat mit neuen, drastischen Äußerungen über den...

Meinung

Thomas: Israelkritik muss lauter und kompromissloser werden

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Wir leben in einer ebenso erstaunlichen wie bedrohlichen und bedenklichen Zeit. Seit nunmehr sehr vielen Jahren hat sich der öffentliche Dialog...

NYC-Bürgermeister Mamdani: Netanjahu ist ein Kriegsverbrecher

New York - New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat seine Position als eine der profiliertesten und konsequentesten Stimmen der Israel-Kritik innerhalb der US-amerikanischen Politiklandschaft...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...