Gaza-Konflikt
Thomas: „Nun wissen wir alle, dass Netanyahu lügt“

Thomas: "Viele Privatpersonen und Unternehmer, die derzeit auf der ganzen Welt Israelis die Bedienung verweigern und sie buchstäblich mit zuweilen harten Worten auf die Straße setzen, sahen sich oftmals dem Vorwurf ausgesetzt, nicht mehr zu differenzieren."

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Ein Gastkommentar von Michael Thomas

Viele Privatpersonen und Unternehmer, die derzeit auf der ganzen Welt Israelis die Bedienung verweigern und sie buchstäblich mit zuweilen harten Worten auf die Straße setzen, sahen sich oftmals dem Vorwurf ausgesetzt, nicht mehr zu differenzieren.

Aber schauen wir uns an, was Netanyahu selbst, höchstpersönlich und, wie es scheint, seitens seiner Bürger unwidersprochen, öffentlich gesagt hat:

„Es ist nicht der Premierminister, der selbst extrem ist oder … von extremen Parteien rechts von ihm als Geisel gehalten wird, sondern über 90 Prozent der Israelis!“

Das ist neu.

Bisher deuteten innerisraelische Untersuchungen eine Mehrheit von „nur“ 80 Prozent an. Aus der neuen, Netanyahu’schen Zahl entsteht ein frappierendes, sogar in sich weit überraschenderes Bild: man bedenke, dass weit über 20 Prozent aller Israelis keine Juden sind!

Schiebt man jetzt die berechtigten Bedenken, Nichtjuden seien seiner Auffassung nach sowieso nicht in den „Israelis“ enthalten, von denen er spricht und nimmt die Zahl ernst, dann wären tatsächlich mindestens 10 Prozent aller palästinensischen Israelis davon überzeugt, dass Palästinenser vernichtet werden müssen.
Nun wissen wir alle, dass Netanyahu lügt.

Aber er dürfte sich darüber freuen, dass diese Diskrepanz sonst offensichtlich niemandem auffällt, weil die Welt den Ernst, die Konsequenz, die Realität des staatsoffiziellen Rassismus längst mit Haut und Haaren so gründlich und brav „gefressen“ hat, dass dieser Aspekt überhaupt nicht mehr auffällt!

In der Konsequenz entsteht der kultivierten und zivilisierten Menschheit, die ihre korrekte Lehre aus dem Unwesen Deutschlands gezogen hat, daraus ein zwingender wie akuter Handlungsauftrag:

Zumindest jeder einzelne Israeli, der keine palästinensischen Wurzeln hat, muss aus jeder menschlichen Gesellschaft zwar gewaltlos und möglichst höflich, aber mit großer Bestimmtheit entfernt werden.

Es kann für sie keinen Platz auf keiner Ebene menschlicher Zusammenkünfte gleich welcher Art mehr auf der Welt geben – denn wie Netanyahu öffentlich zugab, stimmen sie restlos alle für den Völkermord. Und selbst palästinensische Israelis, so informiert uns ihr Premierminister selbst, seien zu großen Teilen dafür.

Bei jedem einzelnen Geschäft, beginnend beim privaten Kauf einer Mango, über unternehmerische Kontakte bei Lieferungen, den Sport, der Musik, bis hin zur Kunst begegnet man im israelischen Gegenüber nach Netanyahu jemandem, der voller Überzeugung für sein Land und dessen Verbrechen eintritt.

Entscheider in den betreffenden Gremien, ob bei der EU, der UEFA oder beim ESC sollten sich dies vor Augen halten. Klarer kann der israelische Premier die rassistische, mörderische Haltung seines Landes nicht mehr zum Ausdruck bringen!

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

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