Malatya-Beben
Erneutes Erdbeben erschüttert die Türkei

Die Türkei kommt nicht zur Ruhe. Ein weiteres Erdbeben mit der Stärke 5,5 hat am Donnerstag die Provinz Malatya in der Osttürkei erschüttert.

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Malatya – Die Türkei kommt nicht zur Ruhe. Ein weiteres Erdbeben mit der Stärke 5,5 hat am Donnerstag die Provinz Malatya in der Osttürkei erschüttert.

Nach Angaben des Europäischen Seismologischen Zentrums ereignete sich das Beben in der Nähe des Zentrums des Bezirks Yeşilyurt in Malatya. Die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD gab die Stärke des Bebens jedoch mit 5,2 an und bestimmte das Epizentrum in der Stadt Battalgazi.

Das Erdbeben ereignete sich um 16.04 Uhr türkischer Zeit in einer Tiefe von etwa 13-14 Kilometern. Ein in der Region lebender Reporter der Nachrichtenagentur DHA sagte, das Beben habe etwa 30 Sekunden gedauert.

Laut dem Erdbeben-Experten Prof. Dr. Şükrü Ersoy handele es sich hierbei noch immer um Nachbeben der tödlichen Megabeben vergangenen Jahres, bei denen über 50.000 Menschen ums Leben kamen.

„Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, die Nachbeben dauern an. Das Nachbeben der Stärke 5,2 wird in 1-2 Tagen abklingen. Nachbeben [der Megabeben vergangenen Jahres] können noch 1-2 Jahre andauern. Daher verwenden wir die Definition, dass ein Erdbeben kein Moment, sondern ein Prozess ist. Dieser Prozess ist noch nicht zu Ende. Dies ist nicht das erste Erdbeben. In den vergangenen Tagen und Monaten gab es Erdbeben der Stärke 5 und mehr“, so Ersoy gegenüber CNN Türk.

Im Februar vergangenen Jahres verwüsteten zwei Erdbeben der Stärken 7,8 und 7,5 den Südosten der Türkei sowie einen Teil Nordsyriens. Mehr als 50.000 Menschen kamen dabei ums Leben.

Wissenschaftler warnen seit Jahren vor einem Mega-Erdbeben, das die türkische Millionenmetropole Istanbul treffen könnte. Das Erdbeben am 17. August 1999 in Gölcük, das auch in Istanbul zu spüren war, hatte damals fast 18.000 Menschen das Leben gekostet. Das Beben, dessen Epizentrum damals etwa 90 KM von der Istanbuler Altstadt entfernt lag, hatte eine Stärke von 7,6. Ein ähnliches Erdbeben mit einem Epizentrum direkt in Istanbul würde die Millionenmetropole sehr schwer treffen. Derzeit leben in der Stadt mehr als 15 Millionen Menschen.

Ein japanischer Erdbebenexperte erklärte bereits im Dezember 2022, also knapp zwei Monate vor den Erdbeben im Südosten des Landes, dass er mit einem schweren Erdbeben insbesondere in der Marmara-Region rechne und erklärt, dass auch die ostanatolischen und ägäischen Verwerfungslinien zu brechen begonnen haben.

Der Experte wies darauf hin, dass man vorbereitet sein müsse, um das Erdbeben mit möglichst geringen Schäden zu überstehen. Obwohl 20 Prozent der Erdbeben in der Welt in Japan auftreten, habe man die Schäden durch das Erdbeben dank der dortigen Ausbildung und Vorbereitung minimiert.

„In Japan gab es sehr schwere Erdbeben. Dort sind die Menschen gut vorbereitet“, so der Wissenschaftler. In der Türkei seien 60 Prozent der Gebäude nicht erbebensicher, dies sei ein großes Problem, welches die Behörden lösen müssten, um mögliche Schäden durch ein Erdbeben zu minimieren“, erklärte Moriwaki.

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