Kapija-Massaker
Bosnien gedenkt Verbrechen an der Jugend von Tuzla

In Bosnien-Herzegowina wurde heute der 71 Opfer des Kapija-Massakers gedacht, die am 25. Mai 1995 bei einem Granatenangriff der bosnisch-serbischen Armee ums Leben kamen.

Teilen

von Kemal Bölge

In Bosnien-Herzegowina wurde heute der 71 Opfer des Kapija-Massakers gedacht, die am 25. Mai 1995 bei einem Granatenangriff der bosnisch-serbischen Armee ums Leben kamen.

Am Jahrestag des Massakers wurde dieses Datum zum Gedenktag erklärt und die Trauerbeflaggung in öffentlichen Gebäuden angeordnet. Der Massenmord, auch bekannt als das Verbrechen an der Jugend von Tuzla, gilt als eines der grausamsten Kriegsverbrechen, die durch serbische Streitkräfte an der Zivilbevölkerung in Tuzla begangen wurden.

Eine gewaltige Explosion riss viele der jungen Opfer in Stücke 

An einem Frühlingsabend versammelten sich an dem unter Jugendlichen beliebten Platz in der Altstadt Tuzlas Hunderte von jungen Menschen, die gerade Musik hörten und mitgebrachte Getränke konsumierten, als die Artilleriegranate dort einschlug. Die gewaltige Explosion riss viele der jungen Opfer in Stücke, muslimische Bosnier wie Kroaten. Damals wurde die Industriestadt Tuzla von den Vereinten Nationen zur UN-Schutzzone erklärt, konnte aber den hilflosen Menschen keinen Schutz bieten.

Gedenkveranstaltung in Slana Banja

Zum Gedenken an die Opfer des Kapija-Massakers und aller Opfer des Krieges fand heute in Slana Banja eine Gedenkveranstaltung statt, bei der Kränze und Blumen zum Gedenken an die zivilen Opfer des Massakers niedergelegt wurden.

Der damalige Generalstabschef der bosnisch-serbischen Armee, Novak Djukic’, hatte den ihm unterstellten Einheiten den Befehl zum Beschuss der bosnischen Stadt Tuzla erteilt, bei dem 71 Zivilisten getötet und über 200 verletzt wurden.

Kapija (türk. Kapı, Tor), die Bezeichnung des Platzes in Tuzla geht zurück auf die osmanische Zeit, als es als Eingangstor in die Stadt genutzt wurde.

Hauptverantwortlicher des Massakers setzte sich nach Serbien ab

Wegen der Verantwortung für das Massaker, hatte ein bosnisches Gericht Novak Djukic 2009 wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt, allerdings kam Djukic 2014 wegen der Neuverhandlung des Prozesses auf freien Fuß. Er setzte sich nach Serbien ab, wo dieser noch immer leben soll.

Den Ersuchen der bosnischen Strafverfolgungsbehörden zur Auslieferung von Djukic kamen die serbischen Behörden nicht nach. In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

Auch interessant

– Bosnienkrieg –

Bosnien: 30. Jahrestag des Ahmići-Massakers

In Ahmići ereignete sich vor 30 Jahren, am 16. April 1993, eines der furchtbarsten Massaker an bosnischen Muslimen während des Bosnien-Krieges.

Auch interessant

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau so detailliert, so deutlich und...

Neues Atom-Bündnis: Was hinter dem Mekka-Pakt steckt

Ein Gastbeitrag von Toghrul Hasanzadeh Am 7. August 2026 unterzeichneten der türkische Präsident Erdoğan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Shehbaz...

Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza - Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität. Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen...

Westbank-Journalist Andrey X: „Sie haben auf mich geschossen“

Jerusalem - Der israelische Journalist und Aktivist Andrey X berichtet von einem weiteren gefährlichen Vorfall während seiner Arbeit im Westjordanland. Andrey X berichtet von einem...

Israelischer Familie wird Zutritt zu Zoo auf Koh Samui verweigert

Bangkok - Ein Vorfall an einem beliebten Touristenziel in Thailand hat im Internet eine breite Diskussion über die wachsenden Spannungen zwischen lokalen Unternehmen und...

Headlines

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht...

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar...

Meinung

Mattner: Israelkritik ist kein linkes Randphänomen

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Wenn man sich anschaut, wer vor rund 20 Jahren deutliche Kritik an der israelischen Regierung geäußert hat, wird es aus...

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht eine neue Ebene. Nach einem...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...