Start Panorama Ausland Terroranschlag Istanbul Medien: Israelinnen neben mutmaßlicher Istanbul-Attentäterin gesichtet

Terroranschlag Istanbul
Medien: Israelinnen neben mutmaßlicher Istanbul-Attentäterin gesichtet

Mindestens sechs Menschen wurden getötet und über 80 verletzt, als am gestrigen Sonntag eine Bombe in der belebten Einkaufsstraße Istiklal in der Nähe des Taksim-Platzes explodierte.

(Foto: Screenshot/Ynet)
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Tel Aviv – Mindestens sechs Menschen wurden getötet und über 80 verletzt, als am gestrigen Sonntag eine Bombe in der belebten Istiklal Einkaufsstraße in der Nähe des Taksim-Platzes in Istanbul explodierte.

Israelische Medien identifizierten in Sicherheitsaufnahmen zwei Israelinnen, die am Tag des Anschlags neben der mutmaßlichen Attentäterin auf der Istiklal Caddesi spazieren gehen. Laut der Tageszeitung Ynet befanden sich die israelischen Staatsbürger Or Atedgi und Natali Swissa aus Aschdod mit einer Frauengruppe im Urlaub in Istanbul.

Atedgis Ehemann und Swissas Bruder Liran Atedgi sagten gegenüber der israelischen Zeitung Ashdodnet, dass die beiden „mit mindestens acht anderen israelischen Frauen auf einer Reise waren, und sich am letzten Tag trennten, um einkaufen zu gehen. Bevor sie in ein Geschäft eintraten, seien sie zufällig an der mutmaßlichen Terroristin vorbeigegangen. Als sie das Geschäft verließen, sei es in etwa 50 Meter Entfernung zu der Explosion gekommen, so Atedgi.

Die Meldung führte in Hisbollah-nahen und iranischen Medien zu Verschwörungstheorien. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zeigt ein Bild der beiden Israelis und deutet an, dass sie für den Anschlag mitverantwortlich sein könnten.

Wie durch ein Wunder gerettet“: Israelis beschreiben den Moment des tödlichen Bombenanschlags in Istanbul

„Wir wurden wie durch ein Wunder gerettet, anders kann man es nicht ausdrücken“, sagte Swissa in einem Interview mit der Nachrichtenseite Ynet.

„Wir haben den Taksim-Platz erkundet, sind in die Geschäfte rein und raus gegangen. Es war alles ziemlich alltäglich. Es war sehr voll. Als wir ein Geschäft verließen, hörten wir eine gewaltige Explosion und sahen einen riesigen Rauchpilz. Überall war Rauch zu sehen“, sagte sie.

Swissa und Atedgi beschrieben, wie sie zurück in ihr Hotel rannten, wo sie überrascht waren, ihr Bild direkt neben dem der mutmaßlichen Terroristin zu sehen – einer syrischen Staatsbürgerin und mutmaßlichen Mitglied der PKK, die in der Türkei, den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union als terroristische Organisation gilt.

Eine weitere israelische Frau, die am Sonntag den Terroranschlag in Istanbul überlebte, sagte, sie habe die tödliche Explosion nur überlebt, weil sie von anderen geschützt wurde, die stattdessen die Wucht der Explosion abbekamen.

In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Kan am Montag erzählte Ofra Adi, dass sie nur zwei Meter von der Explosion entfernt war.

„Ich saß draußen und hörte plötzlich eine Explosion und Menschen schrien… Ich begriff nicht, was geschah, denn überall war Staub und Rauch. Dann sah ich drei Menschen auf dem Bürgersteig liegen… Erst danach wurde mir klar, dass es ein Terroranschlag war“, sagte sie.

„Ich war zwei Meter von der Terroristin entfernt“, sagte Adi. „Die Leute, die gestorben sind, haben mich geschützt, weil sie die Explosion abbekamen – ich habe nur die Schockwelle gespürt.“