Start Panorama Ausland Weltflüchtlingstag Über 40 Millionen Kinder weltweit auf der Flucht

Weltflüchtlingstag
Über 40 Millionen Kinder weltweit auf der Flucht

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen verdoppelt, mittlerweile sind mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter rund 40 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

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Osnabrück – In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen verdoppelt, mittlerweile sind mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter rund 40 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie fliehen vor Krieg, kind- und geschlechtsspezifischer Verfolgung, Umweltzerstörung und Perspektivlosigkeit.

„Nie waren weltweit mehr Erwachsene, Kinder und Jugendliche gezwungen, ihre Aufenthaltsorte zu verlassen. Wir alle wissen, welchen Gefahren gerade flüchtende Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind. Es wird deshalb höchste Zeit, dass die Bundesregierung den im Koalitionsvertrag angekündigten Paradigmenwechsel in der Flucht- und Migrationspolitik endlich in die Tat umsetzt“, fordert Beat Wehrle, Vorstandssprecher von terre des hommes.

Die Ampel-Koalition hat die Chance, zumindest im nationalen Rahmen einige wichtige Reformen anzustoßen. Doch mit dem ersten Gesetzgebungsverfahren, dem sogenannten Chancenaufenthaltsrecht, werden dringend notwendige Verbesserungen für geflüchtete Kinder und Jugendliche verschleppt.

„Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag wie die Erleichterungen beim Familiennachzug finden sich in dem Gesetzentwurf nicht wieder. Auch wenn einige Erleichterungen beim Bleiberecht die Situation von langjährig Geduldeten verbessern, fehlen wichtige Regelungen zum Familiennachzug oder zum Verbot für Abschiebehaft für Minderjährige, die diesen direkt helfen könnten“, erläutert Sophia Eckert, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes.

Ferner appelliert terre des hommes an die Bundesregierung, sich der Menschen anzunehmen, die vor den Taliban aus Afghanistan in die Nachbarländer fliehen mussten. „Uns liegen Fälle von Minderjährigen vor, bei denen sich die Aufnahme aus Pakistan massiv verzögert. Um zu verhindern, dass Familien auseinandergerissen werden oder lange Zeit voneinander getrennt leben müssen, müssen die Kriterien für den Familiennachzug unbedingt weitergefasst werden“, so Sophia Eckert.