Forsa-Umfrage
TÜV: Homeoffice macht dick

Lange Phasen im Homeoffice führen bei vielen Beschäftigten zu psychischen Problemen: Fast jede:r Dritte derzeit im Homeoffice bzw. mobil arbeitende Erwerbstätige fühlt sich oft allein oder isoliert (30 Prozent). Und jede:r Achte empfindet die Arbeit im Homeoffice häufig als psychische Belastung (12 Prozent).

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Umfrage des TÜV-Verbands: 30 Prozent fühlen sich allein oder isoliert

Lange Phasen im Homeoffice führen bei vielen Beschäftigten zu psychischen Problemen: Fast jede:r Dritte derzeit im Homeoffice bzw. mobil arbeitende Erwerbstätige fühlt sich oft allein oder isoliert (30 Prozent). Und jede:r Achte empfindet die Arbeit im Homeoffice häufig als psychische Belastung (12 Prozent).

Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.507 Erwerbstätigen ergeben. „Eng getaktete Videokonferenzen, kaum Pausen und die fehlenden persönlichen Kontakte führen bei vielen Beschäftigten im Homeoffice zu Erschöpfung, Gereiztheit oder Gefühlen der Isolation.

Die Arbeitszeit nimmt zudem zu, da Laptop und Diensttelefon oft bis in die späten Abendstunden eingeschaltet sind. Das klassische Ausstempeln an der Stechuhr gibt es nicht mehr „, sagt André Siegl, Arbeitsschutzexperte des TÜV-Verbands. „Verschärfend kommen ergonomisch unzureichend eingerichtete Arbeitsplätze und der Bewegungsmangel hinzu.“

Homeoffice macht dick: Jeder Dritte legt im Homeoffice wegen Bewegungsmangel an Gewicht zu

Zwei von drei Arbeitnehmer:innen geben an, dass sie sich bei häufiger Arbeit im Homeoffice zu wenig körperlich bewegen (65 Prozent). Und mehr als jede:r Dritte hat laut Umfrage während längerer Phasen im Homeoffice an Körpergewicht zugelegt (37 Prozent).

„Wenn tägliche Arbeitswege wie der Gang oder die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit wegfallen, macht Homeoffice dick“, sagt Siegl. Nur jede:r zweite Befragte verfügt im Homeoffice über einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz mit Bürostuhl, Schreibtisch, externer Tastatur und großem Bildschirm (51 Prozent).

Die Folge sind Kopf- und Rückenschmerzen, muskuläre Verspannungen oder brennende Augen. „Nach zwei Jahren Pandemie mit langen Homeoffice-Zeiten sind viele Arbeitnehmer körperlich und mental angeschlagen“, sagt Siegl. Gerade die Kombination aus psychischen und physischen Belastungen erhöhe die Gefahr von langwierigen Krankheiten und Burnout.

Nach dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht sollten Arbeitgeber jetzt die Arbeitsorganisation an die neuen Gegebenheiten anpassen. Das betrifft unter anderem die arbeitsrechtlichen Regelungen zum mobilen Arbeiten, die Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze und die Gestaltung der Arbeit in den Büroräumen.

Arbeitgeber sollten gesundheitsfördernde Unternehmenskultur anstreben

„In den Büroräumen wird neben der Arbeit das soziale Miteinander der Kolleginnen und Kollegen immer wichtiger“, sagt Siegl. Dafür müssten Unternehmen jetzt Anreize schaffen und auch eine Neugestaltung der Büroflächen mit Sitzecken, großzügigen Kaffee-Küchen oder flexiblen Workshop-Räumen in Betracht ziehen, um Begegnungen und kreatives Arbeiten im Team zu ermöglichen. Entscheidend sei aber eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur.

Dazu gehören an erster Stelle Vorgesetze, die Mitarbeiter:innen fürsorglich behandeln, sie bei ihrer Arbeit unterstützen und in Entscheidungen einbeziehen. Arbeitgeber sollten Fortbildungen zum Zeit- und Selbstmanagement, Stressbewältigung oder Gesundheitsförderung anbieten und Regeln für eine effiziente und rücksichtsvolle interne Kommunikation festlegen. „Arbeitspsychologische Angebote sollten selbstverständlich sein und von den Arbeitnehmern jederzeit anonym in Anspruch genommen werden können“, betont Siegl. So könnten Unternehmen und Beschäftigte besser mit Krisensituationen umgehen.

Laut den Ergebnissen der Umfrage arbeitete vor dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht am 20. März 2022 fast jede:r vierte Beschäftigte (23 Prozent) ausschließlich im Homeoffice oder mobil. Weitere 21 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen Homeoffice und das Arbeiten im Büro abwechseln.

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