Türkei
Ankara verurteilt Zerstörung türkisch-muslimischen Friedhofs in Griechenland

Das Außenministerium der Türkei hat die Zerstörung eines türkisch-muslimischen Friedhofs im Dorf Horozlu (Petinos) durch Baufahrzeuge der Stadtverwaltung von Balustra (Avdira) im Nordosten Griechenlands verurteilt.

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Ankara – Das Außenministerium der Türkei hat die Zerstörung eines türkisch-muslimischen Friedhofs im Dorf Horozlu (Petinos) durch Baufahrzeuge der Stadtverwaltung von Balustra (Avdira) im Nordosten Griechenlands verurteilt.

Im Kurznachrichtendienst Twitter erklärte das Außenministerium:

„Der in Westthrakien zur Minderheit gehörende muslimische Friedhof aus osmanischer Zeit im Dorf Horozlu (Petinos) wurde am 16. März unter dem Vorwand, einen Fußballplatz bauen zu wollen, zerstört, die wir verurteilen.“

Es sei, so das Ministerium, offensichtlich, dass diese menschenverachtende Aktion auf Anweisung des Bürgermeisters von Bulustra (Avdira) durchgeführt wurde und Griechenland habe diesbezüglich die notwendigen Schritte eingeleitet.

Die griechischen Behörden hätten positiv reagiert und man erwarte von diesen ihre eingeleitete Untersuchung so schnell wie möglich abzuschließen, damit der Friedhof mit der notwendigen Sensibilität wiederhergestellt werden könne.

Die Nachricht von der Zerstörung des alten türkisch-muslimischen Friedhofs hatte bei den Parteien und zivilgesellschaftlichen Institutionen der türkischen Minderheit in Westthrakien für Entrüstung und Aufregung gesorgt und wurde von diesen scharf verurteilt.

Griechischer Historiker Mpatzakidis: Zerstörung eines türkisch-muslimischen Friedhofs nicht mit den Werten einer zivilisierten Gesellschaft vereinbar

Auch der griechische Historiker Georgios Mpatzakidis verurteilte die Tat. „In unserer Stadt İskeçe/Xanthi lebten und leben Christen und Muslime seit Jahren friedlich miteinander. Das ist seit Jahren der Fall. Ich möchte Folgendes verlautbaren. Zwischen beiden Ethnien hat es in den letzten 100 Jahren kein Verbrechen gegeben. Das sagt schon alles. Was wir heute hier sehen, ist sehr bitter. Ich weiß nicht, wer sich bei wem entschuldigen soll. Ich persönlich bin sehr traurig. Wir sollten uns bei den Toten entschuldigen“, so Mpatzakidis gegenüber der lokalen Tageszeitung Millet.

Kemal Bölge/Ankara

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