Gastbeitrag
Kommentar: Heute war mein Termin für die erste Covid-Impfung

Heute war mein Termin für die erste Covid-Impfung. Ich bin natürlich bestens vorbereitet, habe die Bestätigung und die Bescheinigung vom Arbeitgeber ausgedruckt und mir ein kurzärmliges Hemd angezogen.

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Ein Gastbeitrag von Sahin Karanlik

Heute war mein Termin für die erste Covid-Impfung. Ich bin natürlich bestens vorbereitet, habe die Bestätigung und die Bescheinigung vom Arbeitgeber ausgedruckt und mir ein kurzärmliges Hemd angezogen.

“Ist nicht´n bisschen frisch?“, fragt die Freundin.
„Ja, aber dann brauch ich mich da nicht nackig machen“, antworte ich. Will schließlich nicht für unnötige Aufregung sorgen. Bin nicht nur schlau, sondern auch verdammt sexy. Ein Musterimpfling.

Am Impfzentrum parke ich meinen Wagen, setze eine FFP2-Maske auf und gehe zum Eingang. An der Tür werde ich von einem jungen Mann begrüßt, der so aussieht, als würde er sonst vor Discotheken den Einlass kontrollieren. Nur dass er sehr freundlich ist.

„Keine Angst, tut nicht weh“, sagt er und misst mit einem Gerät die Temperatur an meiner Stirn.

Ich darf hinein und am ersten Schalter lege ich meine Terminbestätigung und meinen Ausweis vor. Einen Impfpass habe ich nicht. Nicht, dass ich etwas gegens Impfen hätte, ich werde selten krank und bin somit nicht oft beim Arzt und angeboten wurde es mir nie bei meinen Besuchen. Ich bekomme Unterlagen, die ich ausfüllen muss. Das Übliche, ob man schon an Corona erkrankt war, allergisch ist oder Medikamente nimmt. Kaum bin ich fertig und stehe auf, kommt jemand und desinfiziert Stuhl und Tisch.

Weiter geht´s den roten Pfeilen nach zum nächsten Schalter. Dort werden die Unterlagen überprüft und ich darf auf das Gespräch mit einem Arzt warten. Vor mir sind vielleicht zehn Personen, aber schon nach wenigen Augenblicken bin ich dran. Der Arzt klärt mich über eventuelle Nebenwirkungen auf und gibt Ratschläge. Bei Kopfschmerzen Ibuprofen, bei Fieber Thomapyrin. Die Beratung dauert keine Minute und ich darf weiter zur Ärztin, die mir den Schuss setzen soll. Ich zieh die Jacke aus und hänge sie an den Haken.

„Ich habe mir extra etwas kurzärmliges angezogen“, sage ich und erwarte, dafür gelobt zu werden, dabei setze ich mich auf ihren Platz. Nachdem sie mich darauf hinweist und wir lachen und ich ihr anbiete, sie zu impfen, darf ich mir einem Arm aussuchen.
Das letzte Mal, als ich eine Spritze in den Arm bekommen habe, wurde mir Blut für eine Untersuchung abgezapft. Meist ist die Angst vor der Nadel schlimmer als der eigentliche Schmerz, aber ich habe das immer noch als sehr unangenehm in Erinnerung.
Hier spüre ich nichts, nicht mal den „kleinen Pieks“ von dem alle reden.

„Ich wäre dann soweit“, sage ich, obwohl sie längst fertig ist. Sie bringt mir ein Pflaster auf und ich nutze den kurzen Augenblick, um mich dafür zu bedanken, wie gut und supernett das alles organisiert ist. Tatsächlich habe ich keinen einzigen Mitarbeiter gesehen, der mies drauf oder unfreundlich gewesen wäre. Alle zuvorkommend und nett, eine sehr gute Atmosphäre, um den Impfbereiten die unnötige Angst zu nehmen. So etwas kann man sich als Organisator wünschen, aber erzwingen kann man es nicht. Scheint mir so, dass das Personal ihre wichtige Arbeit sehr gerne macht.

Ich checke aus und verzichte darauf, mich für einige Minuten hinzusetzen. Insgesamt hat alles weniger als eine halbe Stunde gedauert. Zuhause lege ich mich wieder ins Bett, weil ich kaum geschlafen habe. Nach dem Aufstehen spüre ich einen leichten Druck und merke, dass der Arm etwas steif wird. Aber das kennt man ja von Pfizer. Womöglich deren Firmenphilosophie, die auf ihren Gründer Hartmut Hartmann aus Stendal zurückgeht (Nein!). Doch ich will nicht meckern, unser Kind wurde auch mit Hilfe von Viagra gezeugt. Na und? Dafür konnte es nach der Geburt gleich stehen (Brüller!).

Allerdings heißt es, dass die Nebenwirkungen nach der zweiten Impfung stärker sind. Die habe ich dann in ungefähr sechs Wochen und ich hoffe, dass möglichst viele mitmachen und sich impfen lassen und in absehbarer Zeit Corona kein Thema mehr in unserem Leben spielt. Ich werde berichten.


Gastbeiträge geben die Meinung des Autors wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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