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Brand im Flüchtlingslager Moria: „Weitere Geflüchtete müssen aufgenommen werden“

Mitten in Europa auf der griechischen Insel Lesbos brennt das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria.

(Screenshot/Twitter)
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Mitten in Europa auf der griechischen Insel Lesbos brennt das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria.

„Es ist beschämend, dass Deutschland bisher erst 465 Kinder aus dieser Hölle aufgenommen hat. Sie leben seit Jahren in ständiger Angst und unter menschenrechtsverachtenden Bedingungen“, so Kindernothilfe-Vorstandsmitglied Carsten Montag, „was muss noch alles passieren, damit wir in Europa endlich handeln. Es ist Zeit, jetzt erst recht.“

Das Feuer verwüstete vergangene Nacht das Lager. Angaben über Verletzte und Tote gibt es bislang nicht. Die Bilder der lodernden Flammen im Camp Moria sind erschreckend. „Die Menschen, darunter viele Mädchen und Jungen, müssen endlich in Sicherheit gebracht werden“, betont Carsten Montag. Täglich leiden sie unter Angst, Gewalt und der entsetzlichen Gesundheitsversorgung sowie den unmenschlichen Bedingungen. Bereits seit Jahren fordern Hilfsorganisationen wie die Kindernothilfe weltweit die Aufnahme der Geflüchteten in sichere Länder.

Vor wenigen Tagen wurden die ersten bestätigten Fälle von Covid-19 im immer noch völlig überfüllten Camp Moria bekannt. Ein Ort mit mehr als 12.000 Geflüchteten, der jedoch nur die Kapazität für 2.800 Menschen hat. Die Wut und Angst der Menschen vor Ort steigt. Sie protestieren gegen die Umstände und die nicht ausreichenden Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen Virus.

Die Hygienebedingungen dort sind menschenunwürdig. Mittlerweile gibt es 35 Fälle. Deshalb setzt sich die Kindernothilfe mit Partnerorganisationen in Griechenland für den Schutz von geflüchteten Kindern ein. Außerdem macht sie sich zusammen mit der National Coalition für eine verbindliche humanitäre politische Lösung zur Aufnahme der geflüchteten Kinder stark.

 

Wissing zu Moria: Beschämend, dass Bundesregierung humanitäre Gesten verhindert

Designierter FDP-Generalsekretär für Aufnahme von Flüchtlingen in deutschen Kommunen.

Angesichts der dramatischen Lage im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos forderte der designierte Generalsekretär der FDP, Volker Wissing, dass Kommunen in Deutschland Flüchtlinge aufnehmen dürfen.

„Es ist schlichtweg nicht vermittelbar, dass Kommunen, die sich in der Lage sehen, Menschen in Not zu helfen, und diese aufnehmen wollen, dies seitens des Bundes verwehrt wird“, sagte Wissing der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Wissing nannte es „beschämend, wenn die Bundesregierung solche humanitären Gesten verhindert, gleichzeitig aber selbst Lösungen auf nationaler wie internationaler Ebene schuldig bleibt“. „Eine Regierungspartei, die ihre Politik aus dem christlichen Menschenbild ableitet, dürfte so nicht handeln“, sagte Wissing der „NOZ“.