UN-Flüchtlingsforum
Erdogan: Ausbeutung des Öls ist ihnen wichtiger als Menschenleben

In Genf findet zum ersten Jahrestag des UN-Flüchtlingspakts das erste globale Flüchtlingsforum am 17. und 18. Dezember 2019 statt. Mit dabei ist der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der als Co-Vorsitzender an dem Gipfel des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) teilnimmt.

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Genf (nex) – In Genf findet zum ersten Jahrestag des UN-Flüchtlingspakts das erste globale Flüchtlingsforum am 17. und 18. Dezember 2019 statt.

Mit dabei ist der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der als Co-Vorsitzender an dem Gipfel des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) teilnimmt.

In seiner Rede sagte Erdogan:

„Es befinden sich heute auf der Welt mehr als 260 Millionen Flüchtlinge und Migranten. Diese Menschen sind nicht nur aufgrund einer besseren Arbeit oder eines Lebens in einem stabileren Land dazu gezwungen zu fliehen, sondern sie sind auch notgedrungen, für eine bessere Zukunft ihrer Kinder zu migrieren.“

Fünf Millionen Flüchtlinge in der Türkei

Erdogan sagte, dass die Türkei zu den Ländern zähle und diese anführe, die am meisten unter der Last der irregulären Flüchtlingsströme zu leiden hätte.

„Derzeit bieten wir insgesamt fünf Millionen Menschen ein Zuhause, darunter 3,7 Millionen syrische Flüchtlinge”, so der türkische Präsident.

Politik der offenen Tür gegenüber Flüchtlingen

Erdogan wies darauf hin, dass die Türkei, nachdem der syrische Bürgerkrieg begann, eine Politik der “offenen Tür” gegenüber den Geflüchteten aus Syrien angewendet habe.

„Wir haben nicht unterschieden, welcher Religion, Sprache, Rasse, ethnischen Herkunft die Menschen angehören, wir haben allen eine Heimat geboten.“

Außer vereinzelte Zwischenfälle habe es keine Ereignisse gegeben, die flüchtlingsfeindlich gewesen seien oder die Flüchtlinge ausgegrenzt hätten, so der türkische Staatschef.

„Als Land bieten wir den Flüchtlingen, die zu uns kommen, die gleichen Möglichkeiten, die wir auch unseren eigenen Bürgern gewährleisten.“

Ausbeutung des Öls wichtiger als Menschenleben

Zudem unterstrich Erdogan: „Die Terrororganisationen, die unsere Grenzstädte angriffen, wurden unterstützt.“

Das humanitäre Drama, welches sich seit neun Jahren in Syrien abspiele, werde sehr gut durch eine Wandschrift in Aleppo deutlich:

„Die Welt hätte auf der Stelle interveniert, wenn von den getöteten Kindern in Syrien anstatt Blut, Öl geflossen wäre.“

Die Anstrengungen, die für die Sicherheit von Ölfeldern aufgebracht wurden, habe man den durch Fassbomben fliehenden Kindern leider nicht ermöglicht.

Vorschlag von Erdogan: Entwicklungsprojekte für Flüchtlinge mit Ölgeldern

„Ich rufe euch auf, lasst uns das Öl in den dortigen Feldern gemeinsam fördern und die Gebiete, die vom Terror übersät sind, mit neuen Entwicklungsprojekten umformen, sodass wir dort neue Häuser und Siedlungsgebiete für die Menschen, die derzeitig auf der Flucht sind, schaffen. Aber sie weigern sich. Denn das Öl ist ihnen viel wichtiger“, so der

(Screenshot/Twitter)

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