Startup Istanbul
500 Start-Ups, 500 Investoren: Istanbul setzt innovative Trends

Die erste Million ist immer die schwerste – so lautet ein oft zitiertes Sprichwort, wenn es um das Thema “vom Tellerwäscher zum Millionär” geht. Schon lange ist jedoch aus dem einst amerikanischen Traum ein globaler Traum geworden.

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Von Klaus Jurgens Die erste Million ist immer die schwerste – so lautet ein oft zitiertes Sprichwort, wenn es um das Thema “vom Tellerwäscher zum Millionär” geht. Schon lange ist jedoch aus dem einst amerikanischen Traum ein globaler Traum geworden. Wenn man zu Beginn seiner unternehmerischen Tätigkeit vielleicht eine Null vor dem Komma streicht, auch oftmals Realität, denn die Anzahl von Firmenneugründungen geht weltweit nach oben. Und das Besondere hieran ist, dass es vermehrt jüngere Personen sind, die den Sprung in die Unabhängigkeit wagen. Und um ein Vorurteil gleich vom Vorstandszimmer-Tisch zu wischen: auch immer mehr und mehr junge Frauen. Generell gesagt, Menschen die sich selbstständig machen wollen, mangelt es nicht an Ideen, selten am Ehrgeiz und sie wissen, dass für sie das Thema “35-Stundenwoche” keinerlei Relevanz hat. Das, was ihnen jedoch fehlt, ist meistens das nötige Startkapital, denn wenige Banken sind bereit, substanziell in etwas ganz neues zu investieren, vor allem, wenn der Antragsteller die 30-Jahres-Hürde noch nicht überschritten hat. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren hat sich jedoch vieles geändert, inklusive in der Türkei – traditionelle Banken haben von einer höchst interessanten Seite Konkurrenz bekommen: Personen, die entweder selber erfolgreiche Einzelunternehmer sind, oder die zusammen mit anderen größere Beträge in einem Fond angelegt haben um natürlich daraus Gewinn zu erzielen, sind bereit, Teile ihres Vermögens nicht nur in ihre eigenen Firmen zurück zu investieren, sondern stellen oftmals beträchtliche Summen zur Verfügung, um zukünftigen Unternehmern (oder auch jenen die bereits losgelegt haben aber jetzt an Expansionsgrenzen stoßen) unter die Arme zu greifen. Es gibt Fernsehshows wo Kandidatinnen und Kandidaten um die Zustimmung der potenziellen Investoren antreten. Aber die erfolgversprechendste Form, sich auf breiter Ebene zumindest bekannt zu machen – auch wenn die erhoffte Finanzierung eventuell erst im nächsten Anlauf klappt – sind Veranstaltungen, wo möglichst viele Interessenten auf möglichst ebenso viele Investoren treffen – ein Start-up Event! Im ersten Absatz sprach ich an, dass der Trend sein eigener Boss zu werden schon immer eine globale Dimension hatte. Deshalb verwundert es auch niemanden mehr, dass sich auch die Türkei um einen Spitzenplatz in dieser Kategorie bemüht. Vorhang auf für das 6. Start-up Istanbul.Dieses Jahr geht es in der sechsten Auflage unter anderem um Start-ups, die sich im Stande sehen, etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen und die sich in der neuen Ökonomie zu Hause fühlen, also um sogenannte “game changers”. Die Zahlen die im Vorfeld des Kongresses zirkulieren, sind in der Tat beeindruckend: 94.416 Bewerbungen aus 140 Ländern gingen beim Veranstalter Etohum ein, der sich als Marktführer für die Türkei etabliert hat und bereits zwei Veranstaltungsarten anbietet: Start-up Türkei (die jüngste Runde fand in Antalya statt), und jetzt Start-up Istanbul. Wie es heute aussieht, werden 500 ausgewählte Start-ups aus 80 Ländern mit 500 Investoren zusammentreffen; es werden 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Man muss dieses Treffen als eine Art Marktplatz verstehen, wo nicht nur solche Personen anreisen, die entweder Geld haben oder es benötigen, sondern auch Menschen, die noch mit dem Gedanken spielen: Soll ich, oder soll ich lieber nicht selbstständig werden. Garantien gibt es natürlich keinerlei – die Teilnahme berechtigt zur Vorstellung seiner Geschäftsmodelle, nicht mehr und nicht weniger. Und die Besten werden gewinnen und es wird erwartet, dass rund 100 Neugründer oder Weiterentwickler davon direkt profitieren. Die Veranstaltung findet vom 19. bis 22. Oktober diesen Jahres statt und es ist noch Zeit genug sich als Besucher anzumelden. Einfach “Start up Istanbul”‘ eintippen und man wird umgehend auf die richtige Seite geführt. Was mich zum anschließenden Punkt für diesen Artikel bringt: Natürlich leben wir in einer Welt, in der ohne das weltweite Netz, einfach gesagt, nichts mehr möglich ist. Sie, verehrte Leser, konsultieren unsere Publikation ja auch online! Das heißt aber nicht, dass ein Start-Up nicht auch “traditionelle” Güter, Waren oder Dienstleistungen anbieten kann. Was sich jedoch für immer geändert hat, ist die Methode, wie ein Unternehmer an seine Kunden herankommt – und da ist das Internet unverzichtbar geworden. Mit anderen Worten: Nicht alle jungen Unternehmer müssen Hi-Tech Anbieter werden – er oder sie muss aber bestens darüber Bescheid wissen, wie man das Internet nutzen kann um langfristig erfolgreich am Markt bleiben zu können.

 

 

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