Türkei
Aufruf zur Tötung Erdogans: Türkische Polizei jagt deutschen Tatverdächtigen

Türkischen Medienberichten zufolge habe die Istanbuler Polizei in einem Hotel am Gezi-Park einen Drucker sichergestellt, mit dem politische Flugblätter, auf denen zur Tötung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert wurde, gedruckt worden seien.

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Istanbul (nex) – Türkischen Medienberichten zufolge habe die Istanbuler Polizei in einem Hotel am Gezi-Park einen Drucker sichergestellt, mit dem politische Flugblätter, auf denen zur Tötung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert wurde, gedruckt worden seien.

Das Zimmer sei von einem deutschen Staatsbürger mit dem Namen Morius Sebastian Enden angemietet worden. Hotelmitarbeiter hätten die Polizei verständigt, als Hunderte Flyer aus dem Fenster hinabsegelten.

Bei Ankunft der Polizei sei der 26-jährige Deutsche aber nicht mehr im Hotelzimmer anzutreffen gewesen.

Netzpolitik“ zufolge nutzte die für die Aktion zuständige Organisation Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) einen Drucker, der über Google Cloud Print ferngesteuert war.

Auf dem Flugplatt wird zum Widerstand gegen die Regierung ausgerufen: „Erdogan und die AKP haben aus der Türkei eine offen totalitäre Diktatur gemacht.“ Die Menschen sollten gegen Erdogan auf die Straße gehen.

Weiter heißt es: „Wir fordern den Rücktritt des Diktators Erdogan und die Ausrufung von freien Wahlen. Wir fordern die Freilassung aller zu Unrecht Inhaftierten.“

Demnach war das Gerät so an einem geöffneten Fenster angebracht, dass Flugblätter, die gedruckt wurden, auf dem Gezi-Park landeten. ZPS zufolge wurden mehr als 1000 Blätter gedruckt.

Auf Twitter sind Videos und Fotos von der Aktion zu sehen, die unter dem Titel „Scholl 2017“ durchgeführt wurde.

https://twitter.com/markusreuter_/status/881429136534843392

(Foto: DHA)

Um für Verwirrung und politische Spannungen zu sorgen, ist auf dem Flugblatt vermerkt, dass die Aktion von Bayern und der Bundesregierung finanziert worden sei. Türkische Nutzer machen in sozialen Medien bereits die Bundesregierung für die Aktion verantwortlich.

Wie türkische Medien berichten, hat die Polizei eine großangelegte Untersuchung des Falles gestartet und fahndet nach Enden. Einige Medien berichten, dass der Tatverdächtige bereits am selben Morgen das Land verlassen habe.

 

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