Terror in Ankara
Vater des Ankara-Attentäters spricht: „Habe vier Mal im PKK-Lager nach meinem Sohn gesucht“

Der Vater des Attentäters von Ankara gibt an, dass sein Sohn bereits seit 2005 verschwunden gewesen sei. Er habe in PKK-Lagern nach ihm gesucht. Die Fernsehbilder über den mutmaßlichen Täter von Ankara hätten ihm die traurige Gewissheit gegeben, dass es sich bei diesem um seinen Sohn handeln müsse.

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Ankara (nex) – Die Nachrichtenagentur Anadolu hat in einem Bericht aufgearbeitet, wie verzweifelt der Vater des in der Vorwoche als Selbstmordattentäter von Ankara identifizierten Abdulbaki Somer versucht hatte, sein Kind aus den Fängen der terroristischen PKK zurückzuholen. Wie das Protokoll seiner Zeugenaussage gegenüber der Polizei erkennen lässt, soll der Vater vier Mal in PKK-Lager im Nordirak gefahren sein, um „seinen Sohn nach Hause zu bringen“.

Der Aussage von Musa Somer zufolge soll sein Sohn Abdulbaki „im September 2005 verschwunden“ sein. „Mein Sohn hatte gesagt, er wolle nach Van, um seine Einschreibung für die Mittelschule zu erneuern“, erklärte der Vater. „Zwei Tage lang habe ich nichts mehr von ihm gehört, deshalb bin ich dann zur Polizei gegangen, um meinen Sohn als vermisst zu melden.“ Musa Somer erklärte zudem, die Familie habe enge Verwandte im Nordirak gehabt, die er bei Gelegenheit besucht habe, und dabei habe er auch vier Mal PKK-Lager besucht, um dort den Versuch zu unternehmen, „meinen Sohn dazu zu bewegen, nach Hause zu kommen“.

Auf die Frage, ob er bei diesen Besuchen begleitet worden sei, sagte Somer, er habe mit niemandem darüber gesprochen und die Camps alleine besucht. Er habe vom nordirakischen Dohuk aus ein Taxi genommen. „Ich habe gehofft, meinen Sohn dort zu finden und zur Rückkehr überreden zu können. Ich war vier Mal dort und habe den bewaffneten Wachen am Eingang Bilder von ihm gezeigt, sie haben aber stets gesagt, sie hätten ihn nie gesehen.“ Es sei ihm in all der Zeit nie gelungen, irgendwelche Spuren oder Nachrichten bezüglich des Aufenthalts seines Sohnes seit 2005 zu entdecken. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich Abdulbaki Somer dem Vernehmen nach im Alter von 16 Jahren 2005 in den Bergen von Kandil im Nordirak der terroristischen PKK angeschlossen habe und sich bis 2014 dort aufgehalten habe. Auf die Frage, wie er davon erfahren habe, dass sein Sohn hinter dem Anschlag von Ankara stecke, sagte Somer, er sei hellhörig geworden, als einige Medienberichte das Bild eines mutmaßlichen Selbstmordbombers gezeigt hätten, der „wie mein Sohn aussah“.

Auf diese Weise habe er erfahren, dass sein Sohn den Codenamen „Zinar“ benutzt habe. „Das sagte mir aber gar nichts. Auch meine Verwandten wurden, nachdem sie die Berichte gesehen hatten, argwöhnisch und kondolierten mir, weil auch sie meinten, der Attentäter sehe aus wie Abdulbaki“, gab der Vater an. Der Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt am 17. Februar kostete 29 Menschen das Leben, Dutzende weitere wurden bei diesem Angriff gegen einen Militärbus verwundet. Mittels eines DNA-Tests konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei dem Angreifer um den Sohn Musa Somers aus der Provinz Van gehandelt habe. Dieser hatte selbst die Polizei informiert, dass möglicherweise sein Sohn hinter dem Anschlag gestanden habe. Derzeit befinden sich 15 Personen, die ebenfalls in Verbindung zu dem Attentat stehen sollen, in Untersuchungshaft. Der mit Sprengstoff beladene Wagen, der als Tatwaffe verwendet wurde, war zuvor im westtürkischen Izmir gestohlen worden.

 

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