Muslime gegen Zwangsverheiratung
Nigeria: Muslimische Gelehrte und Scharia-Richter unterstützen Kampagne gegen Kinderehen

In einem 14-minütigen Video erklären Islamgelehrte in Nigeria, warum Zwangs- und Kinderehen nicht mit dem Islam zu vereinbaren sind. Im Norden des Landes hatte es zuletzt wieder einen Anstieg der Fälle nicht konsensueller Eheschließungen gegeben.

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Lagos (nex) – Muslimische Verbände im Norden Nigerias haben im Rahmen einer Aufklärungskampagne ein 14 Minuten langes Video gedreht, das sich gegen Zwangs- und Kinderehen richtet. In der Produktion mit dem Titel „Zu jung, um zuzustimmen, zu jung, um gerichtet zu werden“ sprechen sich lokale Islamgelehrte gegen diese in Teilen des Landes immer noch verbreiteten Praktiken und betonen die Notwendigkeit der Zustimmung einer Frau zur Gültigkeit einer Ehe. Die Gelehrten richten den Fokus auf die Gefahren der Verheiratung von Kindern und geben dieser Praxis die Schuld an hohen Scheidungsraten und gesundheitlichen Problemen. Die Videokampagne wurde in Zusammenarbeit mit den drei Frauenförderungsinitiativen N-Map, Women’s Rights Advancement and Protection Initiative und Isa Wali Empowerment Initiative lanciert.

In einem gemeinsamen Statement der drei NGOs heißt es: „Um das Ziel der Kampagne zu erreichen, hat ‚Zu jung, um zuzustimmen‘ mit Islamgelehrten, traditionellen Autoritäten und Rechtgelehrten Interviews geführt, die themenbezogene Lehren des Koran und zahlreiche Hadithe [Sprüche des Propheten Mohammed] interpretiert haben.“ Die Kampagne ist eine Reaktion auf die jüngst wieder zu verzeichnende Zunahme von Kinderehen in einigen Staaten des Nordens Nigerias. Die Urheber der Kampagne weisen auf den Fall der 14-jährigen Wasilat Tasiu hin, die zur Ehe gezwungen worden und anschließend ihren Ehemann vergiftet haben soll. Tasiu sollte des Mordes angeklagt werden, mittlerweile sollen Gruppen zufolge, die Solidaritätskampagnen organisiert haben, mehrere gegen sie erhobene Vorwürfe fallengelassen worden sein. Amina Hanga von der Isa Wali Empowerment Initiative erklärte, die Videokampagne solle vor allem das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es sei, Mädchen die Möglichkeit zum Abschluss einer Ausbildung zu gewähren. „Mädchen eine Chance zu geben, trägt zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Hat eine Frau keine Bildung, leidet nicht nur sie, sondern es leiden auch ihre Kinder, die von den Konsequenzen belastet werden“, erklärte Hanga.

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