Erdogan in Südamerika
Trotz Sanktionen: Türkischer Goldimport entlastet Venezuela

Die krisengebeutelte Wirtschaft Venezuelas hatte dieses Jahr sehr von den Goldexporten in die Türkei profitiert. Gold im Wert von 900 Mio. US-Dollar wurden in die Türkei verkauft. Die Einnahmen halfen dem südamerikanischen Land, den Einbruch im Ölgeschäft abzumildern.

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Caracas (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan landete im Zuge seiner Süd-Amerika-Reise am Montag in der Hauptstadt Venezuelas. Erdogan, der zuvor Argentinien und Paraguay besuchte, beehrt als erster türkischer Staatspräsident das südamerikanische Land. Der Präsident Venezuelas, Nicolas Maduro, empfing seinen Gast mit militärischen Ehren.

Das Treffen der Staatschefs soll der weiteren Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse zwischen den beiden Staaten dienen.

Nach den ersten Gesprächen erklärte Maduro am Montag vor Medienvertretern, dass Venezuela und die Türkei eine großartige gemeinsame Zukunft erwarte. Dieser Besuch soll, so hoffe er, eine neue Phase in den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten einläuten. Bereits am ersten Tag seien zehn Verträge in den Bereichen Verteidigung, Wirtschaft, Bildung und Kultur ausgearbeitet und unterzeichnet worden.

Türkische Investoren sollen die Entwicklung und Stärkung des Handels vorantreiben und am Fortschritt in der Öl- und Goldproduktion mitwirken. Er habe großes Vertrauen in die Tatsache, dass türkische Investoren den Interessen beider Staaten entsprechend handeln werden. In diesem Zusammenhang lobte er die „wunderschönen“ Gebäude, die türkische Bauunternehmen in Venezuela errichtet hätten. Maduro betonte besonders die Bedeutsamkeit, dass beide Staaten in ihren Beziehungen unabhängig seien und eine hohe Transparenz herrsche.„Wir mischen uns nicht in die Wirtschaftsangelegenheiten der USA oder einer anderen Nation ein und niemand sollte sich in die unsrigen einmischen“, sagte er und erklärte, dass Venezuela weiterhin legal Gold exportieren werde. Die Vereinigten Staaten hatten im November der Goldproduktion von Venezuela Sanktionen auferlegt.Die krisengebeutelte Wirtschaft Venezuelas hatte dieses Jahr sehr von den Goldexporten in die Türkei profitiert. Gold im Wert von 900 Mio. US-Dollar wurden in die Türkei verkauft. Die Einnahmen halfen dem südamerikanischen Land, den Einbruch im Ölgeschäft abzumildern.Maduro ging abschließend auf die Bedeutsamkeit der Türkei als „wichtige Kraft“ in Eurasien ein. Dabei hob er besonders den Vorsitz der Türkei in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit hervor, wie auch Venezuelas Platz in der Bewegung der Blockfreien Staaten. Die Welt hätte die Zeiten der „alten Imperien mit erdrückender Übermacht“ überwunden und wäre in eine neue, Multi-Polare Ära eingetreten.

„Der Türkei wird eine kritische Rolle in der neuen multi-polaren Welt zufallen“, sagte Maduro und fügte hinzu, dass Caracas ebenfalls eine „multi-polare Agenda“ betreibe.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan unterstrich ebenfalls entschlossen, die Beziehungen mit Caracas zu vertiefen. „Wir haben uns geeinigt, das Momentum, das wir in unseren Beziehungen erreicht haben, aufrecht zu erhalten und unsere gemeinsamen Verbindungen weiter zu entwickeln.“

In Hinblick auf die Tatsache, dass es der erste Besuch eines türkischen Präsidenten in Venezuela ist, drückte er seine Hoffnung aus, dass die Staatsbesuche zwischen den beiden Nationen kontinuierlich stattfinden mögen.

Erdogan erwähnte die Zunahme des bilateralen Handels zwischen der Türkei und Venezuela auf eine Milliarde US-Dollar. Er hob die Zusammenarbeit mit dem südamerikanischen Staat in zahlreichen Bereichen, wie Infrastruktur, Verteidigung und Energie, besonders hervor. Im Vergleich zum Vorjahr zeige das Handelsvolumen eine sechsfache Erhöhung.

Des Weiteren sprach Erdogan über die Pläne der Türkei, in Caracas eine Moschee zu errichten. Der türkische Präsident zeigte sich dankbar, dass die Regierung Venezuelas zwei Schulen der Gülen-Sekte geschlossen haben.

Erdogan kehrte am Dienstag wieder nach Ankara zurück, wo er während der Pressekonferenz auf die Bedeutsamkeit der Partnerschaft mit den Ländern Südamerikas einging.

„Wir werden weiterhin unsere bilateralen und multilateralen Beziehungen mit den Staaten Süd-Amerikas und der Karibik ausweiten“ sagte er Medienvertretern. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in der kommenden Periode noch klarer die positiven Effekte unserer Treffen in den Beziehungen mit Paraguay und Venezuela sehen werden.“ Erdogan verurteilte zudem die Sanktionen gegen Venezuela. Die Regierung in Caracas sei zu Unrecht inmitten einer schweren Wirtschaftskrise von internationalen Sanktionen getroffen worden, erklärte der türkische Staatspräsident. Bei den Treffen mit den Staatsoberhäuptern der G20 in Lateinamerika, seien der globale Handel, infrastrukturelle Investitionen, moderne Steuersysteme, Risiken und Schwachstellen des Finanzsystems und der Kampf gegen den Terrorismus besprochen worden.

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