Jemenitischer Pressetag
Jemen: 27 Journalisten seit Kriegsbeginn getötet

Insgesamt 27 Journalisten sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jemen im Jahr 2014 getötet worden, sagte das jemenitische Journalistensyndikat, eine NGO, am Samstag.

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Maarib (nex) – Insgesamt 27 Journalisten sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jemen im Jahr 2014 getötet worden, sagte das jemenitische Journalistensyndikat, eine NGO, am Samstag.

„Die Pressefreiheit [im Jemen] durchläuft sehr schwierige Bedingungen und unterliegt seit 2014 einem systematischen Krieg“, sagte das Syndikat in einer Erklärung anlässlich des jemenitischen Pressetages, der auf den 9. Juni fällt.

Demnach haben insgesamt 27 Journalisten „ihr Leben verloren, um das Recht der Gesellschaft auf Information zu erfüllen“.

Das Syndikat teilte weiter mit, dass Medien im Jemen geplündert, Journalisten und Fotografen gejagt und Hunderte von Nachrichtenportalen blockiert wurden.

Die Vereinigung fordert die Freilassung von 12 Journalisten, die von Huthi-Rebellen und einem weiteren Journalisten, der von Al-Qaida-Kämpfern als Geisel genommen wurden.

„Sie leben in armen Verhältnissen und werden brutal gefoltert“, heißt es in der Erklärung, die dazu auffordert, auf die kriegführenden Rivalen im Jemen Druck auszuüben, „ein angemessenes und sicheres Umfeld für Journalisten zu schaffen und das Recht auf Information zu respektieren“.

Der Jemen versinkt seit Ende 2014 im Chaos. Die Huthis und ihre Verbündeten brachten damals die Hauptstadt Sanaa sowie andere Teile des Landes unter ihre Kontrolle. Sie zwangen Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und seine von Saudi-Arabien gestützte Regierung, nach Riad zu fliehen. Der Konflikt eskalierte im März 2015, als Saudi-Arabien und seine sunnitischen Verbündeten eine massive Militäroffensive im Jemen mit dem Ziel, die von den Huthis eingenommenen Gebiete zurückzuerobern und Hadis angeschlagene Regierung wiedereinzusetzen, starteten. Saudi Arabien und seine Verbündeten beschuldigen die Huthis,0 dem Iran zu dienen.

„Eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Neuzeit“

Die Gewalt hat die grundlegende Infrastruktur des Landes, einschließlich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, zerstört und die UNO veranlasst, die Situation als „eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Neuzeit“ zu bezeichnen.

Mehr als eine Million Kinder sind in einem Teufelskreis von Mangelernährung und Cholera gefangen, warnte die Hilfsorganisation Save the Children im Oktober vergangenen Jahres: Die durch Mangelernährung ohnehin schon geschwächten Kinder haben ein dreifaches Risiko zu sterben, wenn sie an Cholera erkranken.

Gleichzeitig sind Durchfallerkrankungen wie Cholera selbst ein Hauptgrund für Mangelernährung. Kinder, die aktuelle Epidemie überleben, sind trotzdem vom Hungertod bedroht. Unter den rund eine Million akut mangelernährten befinden sich fast 200.000 Kinder, die an schwerer akuter Mangelernährung leiden, wie die neue Daten-Analyse der Kinderrechtsorganisation zeigt.

„Nach zwei Jahren Krieg sind die Kinder in einem brutalen Kreislauf aus Hunger und Krankheit gefangen“, erklärt Tamer Kirolos, Länderdirektor von Save the Children Jemen.

„Das ist einfach inakzeptabel. Unsere Teams kümmern sich tagtäglich um Babys und Kleinkinder, die nicht nur mangelernährt sind, sondern auch an Cholera leiden – beides Probleme, die eigentlich leicht zu lösen sind, wenn es die Möglichkeit medizinischer Grundversorgung gibt.

Aber Krankenhäuser wurden zerstört, das Gesundheitspersonal der Regierung hat seit fast einem Jahr kein Geld mehr bekommen und die Lieferung lebensnotwendiger Hilfe wird blockiert. Wir und andere retten Leben, wo wir können und mit dem, was wir haben – aber wir brauchen dringend mehr Hilfe. Die Kinder dürfen diesen Konflikt nicht mit ihrem Leben bezahlen müssen.“

Save the Children verstärkt daher die Aktivitäten im Jemen und schickt mehr Gesundheitsexperten in die am stärksten betroffenen Gebiete, einschließlich dem Distrikt Al Hali in Hodeidah, der die höchste Zahl an Cholera-Verdachtsfällen aufweist. In diesem Bezirk befinden sich außerdem geschätzte 31.000 Kinder, die wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. Das entspricht mehr als einem Viertel aller Kinder unter 5 Jahren im Jemen.

Lamia, eine sechsfache Mutter aus Al Hali, hat zwei Kinder durch Cholera verloren. Ihre 10 Monate alte Tochter Arwa ist schwer mangelernährt. „Arwa geht es besser als vorher, als sie ihre Hände gar nicht mehr bewegen konnte und ihre Beine noch dünner waren als jetzt“, erzählt Lamia in einem der Save the Children-Behandlungszentren gegen Mangelernährung in Al Hali. „Arwa hat Glück, zwei meiner Kinder sind tot, auch mein jüngster Sohn. Er war erst zweieinhalb Monate alt und er hatte sehr starken Durchfall.“

Im Jemen sind mehr als 425.000 Cholera-Verdachtsfälle bekannt, 1.900 Menschen sind bereits an der Krankheit gestorben. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren wächst sowohl bei den Neu-Infektionen (44%) als auch bei den Todesfällen (32%).

Derzeit betreibt Save the Children 14 Cholera-Behandlungszentren und mehr als 90 Rehydrationstherapiestationen, die über das ganze Land verteilt sind. 160 Tonnen zusätzliches Behandlungsmaterial ist auf dem Weg in den Jemen.

 

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