Gastkommentar
„Die Doppelmoral des Westens im Kampf gegen den internationalen Terrorismus“

Den türkischen Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten ist letzten Monat im Kampf gegen die Terrororganisation DAESH/IS ein wichtiger Schlag gelungen.

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ein Gastbeitrag von Kemal Bölge

Den türkischen Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten ist letzten Monat im Kampf gegen die Terrororganisation DAESH/IS ein wichtiger Schlag gelungen. Wie das Innenministerium in einer Presseerklärung 29. Dezember in Ankara mitgeteilt hat, gelang es Anti-Terror-Einheiten in Istanbul, Ankara, Balıkesir, Bolu, Düzce, Kırşehir, Konya, Sakarya und Samsun 29 DAESH/IS-Terrorverdächtige festzunehmen. Die Verdächtigen sollen nach Erkenntnis der Sicherheitsbehörden „Aufklärungsaktivitäten gegen jüdische und christliche Gotteshäuser in Istanbul“ durchgeführt haben.

Zu den Festnahmen hat sich auch der Journalist, Politanalyst und Influencer Ardan Zentürk geäußert. Mit der rechtzeitigen Identifizierung der Verdächtigen, der Planung und Verhinderung von möglichen Anschlägen gegen christliche und jüdische Einrichtungen hätten die türkischen Nachrichtendienste und Polizei, so Zentürk, gute Arbeit geleistet. Die Türkei führt nicht nur einen Kampf gegen die Terrororganisation DAESH/IS, sondern auch gegen die PKK.

Doppelspiel des Westens im Kampf gegen den internationalen Terrorismus

Obwohl beispielsweise die PKK in vielen westlichen Ländern als Terrororganisation eingestuft ist, gibt es eine Vielzahl an Organisationen, die als „Vereine“ getarnt weiter agieren und Verbindungen zur PKK unterhalten. Es existiert sogar eine „PKK-Lobby“, die über die Medien versucht den jahrzehntelangen Terror dieser extremistischen Organisation gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte zu legitimieren sowie zu verharmlosen.

Zeitweise überbieten sich die Medien gegenseitig mit Begriffen wie „Arbeiterpartei“, „Kurdische Arbeiterpartei“, „Kurdische Rebellen“ usw., obwohl es sich zweifelsfrei um eine Terrororganisation handelt, die über 40.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Hin und wieder werden Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche PKK-Mitglieder oder Sympathisanten eingeleitet, vor Gericht gestellt und manche verurteilt. An der eigentlichen Politik einiger westlicher Staaten hat sich jedoch nichts geändert, denn die PKK bleibt nur auf dem Papier verboten.

Irak: Die amerikanische Lüge von Massenvernichtungswaffen

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus betreibt der Westen ein Doppelspiel, denn allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) nutzen Terrororganisationen als Instrument, um den Nahen Osten zu destabilisieren und neu zu ordnen. So wurde der Irak 2003 von den USA mit der verbreiteten Lüge von Massenvernichtungswaffen überfallen und besetzt. Infolge der US-Invasion des Irak starben mehr als 1,5 Millionen Zivilisten, obwohl Washington mit dem Versprechen in den Irak einmarschierte, Demokratie bringen zu wollen. Der Irak hat sich bis heute nicht davon erholt und ist de facto dreigeteilt.

Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte 2003 in einem Artikel in der Washington Post die Veränderung des Nahen Ostens („Transforming the Middle East“) angekündigt. In dem genannten Zeitungsartikel wiederholte sie nicht nur die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen des Irak, die für die USA und den Westen eine Bedrohung darstelle, sondern indirekt auch die Veränderung der Grenzen von 22 muslimischen Ländern ankündigte. Es blieb nicht nur bei der Ankündigung, denn 2011 wurde Syrien zur Zielscheibe US-amerikanischer Aggression. Westliche Staaten unterstützten zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges die Terrororganisation DAESH/IS und andere radikale Gruppen, mit dem Ziel den syrischen Machthaber Assad zu stürzen.

Operation „Timber Sycamore“ – CIA-Unterlagen legten Waffenlieferungen an DAESH/IS offen

Aus freigegebenen CIA-Unterlagen ging hervor, dass die Vereinigten Staaten mit der Operation „Timber Sycamore“ Waffen an DAESH/IS und andere Terrorgruppen lieferten. Der Sturz Assads wurde mit der militärischen Intervention Russlands in Syrien verhindert, aber das Land ist geteilt und das Baas-Regime auf Moskau angewiesen. Ein weiterer Verbündeter des Assad-Regimes ist der Iran. Teheran unterhält in Syrien nicht nur Milizen, sondern auch Militärstützpunkte. Ein weiterer Akteur in Syrien ist Washington, die in Nordostsyrien mehrere Stützpunkte unterhalten und die Terrormiliz PKK/YPG militärisch und finanziell massiv unterstützen.

Als die Terrormiliz DAESH/IS Teile des Irak und Syrien eroberte sowie Angst und Schrecken verbreitete, schlug die Stunde der PKK/YPG, denn das Drehbuch dazu wurde im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ geschrieben. Das Szenario wurde vorher genau einstudiert und geprobt, nichts durfte schiefgehen. Laut dem Skript stellte DAESH/IS die Macht der Finsternis dar und musste in einem „heldenhaften Kampf“ zur Strecke gebracht werden. Wer konnte als „Matador“ dazu besser geeignet sein als die PKK/YPG? Die Terrormiliz PKK/YPG leistete ganze Arbeit, denn DAESH/IS wurde mit Unterstützung der US-Luftwaffe „besiegt“ und in die Schranken gewiesen.

PKK/YPG führte ethnische Säuberungen in Syrien durch

Was aber der Öffentlichkeit nicht gesagt wurde, ist, dass die PKK/YPG ethnische Säuberungen in Nordostsyrien durchführte, um einen PKK/YPG-Staat zu gründen. Selbst Kinder und Jugendliche waren vor dieser Terrororganisation nicht sicher, denn wer einmal in die Fänge dieser Terroristen geriet, wurde in die Extremistenorganisation rekrutiert. Obwohl regelmäßig Berichte der Vereinten Nationen zu der PKK/YPG-Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen veröffentlicht werden, schwiegen sich die Menschenrechtsorganisationen in Europa und Nordamerika zu diesem Thema aus.

Etwa ein Drittel Syriens kontrolliert die Terrororganisation PKK/YPG und die Vereinigten Staaten liefern nicht nur einfache Waffensysteme, sondern auch moderne Flugabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber. Die US-Armee bildet die Terrormiliz PKK/YPG seit Jahren aus und die Milizstärke hat nach Beobachterangaben über 60.000 Personen erreicht. Washington behauptet seit Jahren, dass die Zusammenarbeit mit der PKK/YPG sich im Kampf gegen DAESH/IS richtet. Nur ist diese Behauptung einfach falsch, weil DAESH/IS militärisch besiegt ist und in Syrien keine Gefahr darstellt.

Westliche „Verbündete“ ließen die Türkei im Kampf gegen DAESH/IS allein

Als die Türkei kurz nach den Putschversuch 2016 eine Militäroperation gegen die Terrororganisation DAESH/IS in Syrien startete, weigerten sich allen voran die USA mit der Türkei gemeinsam gegen die DAESH/IS-Extremisten vorzugehen. Wäre Washington daran interessiert gewesen DAESH/IS gemeinsam zu besiegen, hätte die amerikanische Seite ihre Zustimmung dazu gegeben. Die Vereinigten Staaten, Israel und andere westliche Staaten verfolgen seit Jahren das Ziel in einem „Proxy war“ die derzeitigen Grenzen der Staaten im Nahen Osten zu verändern. Terrororganisationen wie DAESH/IS oder die PKK/YPG sind „Tools“ dieser staatlichen Akteure, um dieses Ziel zu verwirklichen.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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