Fremdenfeindlichkeit
Boykottaufrufe gegen Türkei nach rassistischen Übergriffen

Nach vermehrten rassistischen Übergriffen auf arabische Touristen, rufen immer mehr Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika zu einem Urlaubsboykott gegen die Türkei auf.

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Istanbul – Nach vermehrten rassistischen Übergriffen auf arabische Touristen, rufen immer mehr Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika zu einem Urlaubsboykott gegen die Türkei auf. Laut offiziellen Angaben lassen Touristen aus den Golfstaaten im Jahr über eine Milliarden Dollar in der Türkei.

Zuletzt wurde in der Schwarzmeerstadt Trabzon ein kuwaitischer Tourist niedergeschlagen, worüber auch in arabischen Medien ausführlich berichtet wurde. Der Kuwaiti rief in den Sozialen Medien dazu auf, die Türkei als Tourismus- und Investitionsziel zu meiden. Er fühle sich dort nicht mehr sicher.

„Ich rate meiner Familie und meinen Angehörigen, nicht in die Türkei zu reisen und ihr Eigentum so schnell wie möglich zu veräußern“, schrieb er.

Der Tourismusverband verurteilte die Taten aufs Schärfste und entschuldigte sich bei den Betroffenen. Das Gouverneursamt von Trabzon teilte mit, dass diese Taten nicht die bei Besuchern hochgeschätzte Gastfreundschaft des Schwarzmeergebietes wiedergäben und, dass der Täter bereits verhaftet worden sei.

Auch ein Sprecher des Reiseagenturenverbandes verurteilte die Taten.

„Während europäische Länder, insbesondere Großbrittanien und die USA, durch die Abschaffung der Visa attraktive Möglichkeiten bieten, Bürger der Golfstaaten in ihre Länder zu locken, wandelt sich in unserem Land interessanterweise die gegensätzliche Mentalität. Ein Hass auf die Regierung und Flüchtlinge schlägt bei manchen Gruppen in diesem Land auch auf Feindseligkeit gegenüber Touristen aus arabischen Ländern um“, so Ömer Kaya gegenüber türkischen Medien. Er bezeichnete die Taten als „Verrat an dem Land“.

„Der Versuch, Touristen zu vertreiben die Milliarden von Dollar in unser Land bringen, ist Verrat an der Heimat und der Nation“, sagte er.

Seit vielen Jahren arbeitet die türkische Regierung an einer Vertiefung der Beziehungen zu muslimischen Staaten um den Handel mit diesen zu verbessern und auch den Tourismus zu fördern. In letzter Zeit häufen sich jedoch die Übergriffe auf nichteuropäische Besucher, was zu Verurteilungen und Boykottaufrufen gegen die Türkei in den Sozialen Medien führte.

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