Türkei-Beben
Deutschland: Visa für Erdbebenopfer

Berlin will Menschen aus dem Erdbebengebiet Visaerleichterungen ermöglichen, wenn sie bei Verwandten und Angehörigen unterkommen können.

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Berlin – Die Bundesregierung will den Menschen schnell helfen, die vom Erdbeben in der Türkei und Syrien betroffen sind.

Das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium wollen Menschen aus diesem Gebiet Visaerleichterungen ermöglichen, wenn sie bei Verwandten und Angehörigen unterkommen können. An der türkisch-syrischen Grenze sind 24,4 Millionen Menschen von den Folgen der Erdbeben betroffen.

Das teilten das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium am Samstag in Berlin mit. „Als Bundesregierung wollen wir helfen, dass Familien in Deutschland Angehörige, die vom Erdbeben betroffen sind, vorübergehend bei sich aufnehmen können, wenn sie kein Dach mehr über dem Kopf haben oder medizinische Behandlung brauchen“, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Das Auswärtige Amt habe schon jetzt sein Personal an den Auslandsvertretungen verstärkt und Kapazitäten an den Visa-Annahmezentren in der Türkei umgeschichtet.

„In der Trauer und Bestürzung über die vielen tausend Toten nach dem Erdbeben ist ein Hoffnungsschimmer für mich das riesige Engagement Hunderttausender Menschen in unserem Land, die nicht nur Anteil nehmen, sondern anpacken und Wege finden zu helfen, etwa mit Spenden“, so Baerbock.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte gegenüber der Bild am Sonntag, es gehe um „Hilfe in der Not“, um ihnen eine Bleibe und die Möglichkeit zu geben, sich medizinisch behandeln zu lassen. Die Visa sollten, wie es normalerweise üblich ist, befristet werden für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten in Deutschland, berichtet die FAZ.

„Es geht um Hilfe in der Not. Wir wollen ermöglichen, dass türkische oder syrische Familien in Deutschland enge Verwandte aus der Katastrophenregion unbürokratisch zu sich holen können“, sagte Faeser.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 erschütterte am Montagmorgen die Türkei und Syrien, zerstörte ganze Wohnblocks und Krankenhäuser und hinterließ Tausende von Toten und Verletzten. Es folgten zwei weitere Beben der Stärke 7,6 und 6,0. Am Samstag lag die stetig steigende Zahl der Toten bei fast 25.000. Davon stammen mindestens 20.665 Erdbeben-Opfer aus der Türkei. Etliche Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet. Etliche Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet. Türkische Experten gehen nach groben Schätzungen von 180.000 Verschütteten aus.

Bei dem Erdbeben handelt es sich um die schwerste Erschütterungen in der Türkei mindestens seit dem Erzincan-Beben des Jahres 1939. Das damalige Erdbeben erreichte  eine Stärke von 7,7. Mehr als 30.000 Menschen starben damals bei der Katastrophe in Ostanatolien.

 

 

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