Start Panorama Ausland Impfstoffforschung Türkei: Mega-Zentrum für Impfstoffforschung geplant

Impfstoffforschung
Türkei: Mega-Zentrum für Impfstoffforschung geplant

Die Türkei hat sich vor kurzem mit Turkovac in die Liste der wenigen Länder eingereiht, die einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln und produzieren. In der Hauptstadt Ankara soll nun ein Biotechnologie- und Impfstoffzentrum errichtet werden, das bis Ende 2022 betriebsbereit sein soll.

(Foto: nex24)
Teilen

Ankara – Die Türkei hat sich vor kurzem mit Turkovac in die Liste der wenigen Länder eingereiht, die einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln und produzieren. In der Hauptstadt Ankara soll nun ein Biotechnologie- und Impfstoffzentrum errichtet werden, das bis Ende 2022 betriebsbereit sein soll.

Das Zentrum sei eine Hommage an das Vermächtnis von Refik Saydam, dem vierten Premierminister des Landes und Arztes, der vor Jahrzehnten das Hıfzıssıha, das Institut für öffentliche Gesundheit, gründete, berichtet die englischsprachige Daily Sabah.

Koca wies daraufhin, die Türkei wolle 25 Jahre, nachdem sie die Produktion eigener Impfstoffe eingestellt hat, stärker und ehrgeiziger werden. Der letzte Impfstoff, den sie produzierte, war ein Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Impfstoff gegen Tuberkulose. Koca weist darauf hin, dass die Türkei über eine zweihundertjährige Erfahrung in der Impfstoffherstellung verfüge und sich in den ersten Jahren der Türkischen Republik darum bemühte, diese wiederzubeleben, aber die Produktion eines einheimischen Impfstoffs habe erst fünf Jahrzehnte später begonnen.

Das Zentrum werde eine Fläche von 50.000 Quadratmetern haben und die Ressourcen des Gesundheitsministeriums, der Universitäten und des privaten Sektors im Hinblick auf die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen nutzen. Der Minister erklärte, dass zunächst ein Technologietransfer aus Südkorea und Japan geplant sei, um das Potenzial des Zentrums zu verbessern.

In der Türkei haben am Donnerstag die städtischen Krankenhäuser mit der Verabreichung des ersten eigenen Impfstoffs Turkovac begonnen. Der türkische Gesundheitsminister erklärte, dass die Wissenschaftler nun die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die sich schnell ausbreitende Omicron-Variante untersuchten. Er fügte hinzu, dass derzeit 135.000 Dosen Turkovac zur Verfügung stünden und in den nächsten drei Monaten drei Millionen Dosen Impfstoff produziert würden.

Auch interessant

– Medizin –
„Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Als Lady Mary Wortley Montagu, die Frau des englischen Botschafters am osmanischen Hof in Konstantinopel, 1717 beobachtet, wie Haremsfrauen ihre Kinder absichtlich mit Pocken infizieren, glaubt sie erst an eine barbarische Praxis.

„Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam