Ukraine-Krise
Selenskyj will Reservisten einberufen

Angesichts der wachsenden Spannungen mit seinem mächtigen Nachbarn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am heutigen Mittwoch ein Gesetz unterzeichnet, das die vereinfachte Einberufung von Reservisten ermöglichen soll.

Teilen

Kiew – Angesichts der wachsenden Spannungen mit seinem mächtigen Nachbarn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am heutigen Mittwoch ein Gesetz unterzeichnet, das die vereinfachte Einberufung von Reservisten ermöglichen soll.

Das im März verabschiedete Gesetz erlaubt es, Reservisten zum Militärdienst einzuberufen, ohne die Mobilisierung anzukündigen, teilte Selenskyjs Büro am Mittwoch mit.

„Dies wird es ermöglichen, die militärischen Einheiten aller Verteidigungskräfte schnell mit Reservisten auszustatten und damit ihre Kampfkraft bei militärischen Angriffen deutlich zu erhöhen“, so das Büro.

Am Dienstag forderte Selenskyj seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin auf, ihn in der Donbass-Region zu Gesprächen zu treffen, um den dortigen Konflikt zu beenden und die Spannungen zwischen den Nachbarn abzubauen.

Situation in der Ostukraine

Seit Wochen zieht Russland tausende Militärs an Ukraines nördlichen und östlichen Grenzen zusammen. Laut Medienberichten seien über 100.000 Soldaten verlegt worden.

In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen.

Die Ukraine, ihre westlichen Verbündeten und die NATO haben Russland eine „provokative“ Aufstockung der Truppen an der Ostgrenze der Ukraine und auf der Krim vorgeworfen. Im Gegenzug hat Russland die Vereinigten Staaten und die NATO von „provokative Aktivität“ in der Schwarzmeerregion beschuldigt.

Zum Thema

– Ukraine-Krise –
Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

 

Auch interessant

Frankreich: Abgeordnete Gabrielle Cathala fordert Israel-Ausschluss

Strassburg - In der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) hat sich im April 2026 eine tiefgreifende Debatte über den Verbleib Israels als Beobachterstaat entwickelt. Die...

Göbeklitepe: Wie der deutsche Archäologe Klaus Schmidt die Geschichte neu schrieb

Von Klaus Jürgens Während Stonehenge 5.000 Jahre und die Pyramiden von Gizeh 4.500 Jahre alt sind, ist Göbeklitepe sage und schreibe 12.000 Jahre alt. Es...

Kleine Bewegung. Große Wirkung: Kampagne für mehr Aktivität

Berlin - Drei von vier Deutschen fordern politisches Handeln für Bewegung. Das zeigt eine Studie, initiiert vom Wort & Bild Verlag, in Zusammenarbeit mit...

Amal Khalil: „Sie drohten mir, meinen Kopf von den Schultern zu reißen“

Beirut - Noch bevor israelische Streitkräfte die libanesische Journalistin Amal Khalil töteten, hatte sie in einem Videointerview offen über die Drohungen gesprochen, die sie erhalten...

Einsteins Briefe: Wie die Türkei jüdische Wissenschaftler vor den Nazis rettete

Als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, begann für Tausende deutsche Wissenschaftler jüdischen Glaubens eine Ära der Verfolgung. Das im April...

Headlines

Çelik: „Neutralitätspolitik der Türkei ist keine Schwäche“

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Das Magazin Foreign Affairs veröffentlichte am 27. April 2026 eine Analyse von Aslı Aydıntaşbaş mit...

Ex-Mossad-Chef: „Ich schäme mich, Jude zu sein“

Jerusalem - Der ehemalige Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Tamir Pardo, hat die israelischen Aktionen im besetzten Westjordanland scharf...

Palästinenser: Israel hält seit Jahren Steuermillionen zurück

Jerusalem - Der palästinensische Premierminister Mohammad Mustafa warnte am Sonntag eindringlich vor den Folgen der israelischen Finanzpolitik. „Die Besatzung...

US-Kongress diskutiert Schutzrechte für Amerikaner in der israelischen Armee

Washington D.C. - Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger...

Meinung

Kleine Bewegung. Große Wirkung: Kampagne für mehr Aktivität

Berlin - Drei von vier Deutschen fordern politisches Handeln für Bewegung. Das zeigt eine Studie, initiiert vom Wort & Bild Verlag, in Zusammenarbeit mit...

Çelik: „Neutralitätspolitik der Türkei ist keine Schwäche“

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Das Magazin Foreign Affairs veröffentlichte am 27. April 2026 eine Analyse von Aslı Aydıntaşbaş mit dem Titel „Die Bedrohung der...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...