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Nordzypern: Paradies auf Erden

Schon seit der Frühzeit ist die wechselvolle Geschichte Zyperns durch seine Lage bestimmt worden, die im Spannungsfeld der drei Kontinente Afrika, Europa und Asien liegt.

Hafen von Girne (Foto: pixabay)
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Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge

Schon seit der Frühzeit ist die wechselvolle Geschichte Zyperns durch seine Lage bestimmt worden, die im Spannungsfeld der drei Kontinente Afrika, Europa und Asien liegt.

Die Insel spielte eine wichtige Rolle für den Handel und war somit ein begehrtes Ziel für Eroberer und Seeräuber. In der Antike waren es die Assyrer, Phönizier, Perser, Römer, das Heer Alexander des Großen, später die Byzantiner, Araber, Kreuzritter, Venezianer, Osmanen und zuletzt die Briten, die die Historie Zyperns bestimmten. Zypern erlangte von Großbritannien 1960 die Unabhängigkeit.

Doch existierte die gemeinsame Republik aus Zyperngriechen und Zyperntürken nur bis 1963. Zum Schutz der zyperntürkischen Bevölkerung intervenierte die Türkei 1974 auf Zypern. Seitdem gibt es in Zypern zwei Staaten, einen türkischen im Norden und einen griechischen im Süden.

Manch einer bezeichnet Nordzypern wegen seiner reichhaltigen Geschichte gerne als Freilichtmuseum des östlichen Mittelmeeres. Von atemberaubender landschaftlicher Schönheit und historisch einzigartigen Monumenten ist Nordzypern reichlich beglückt. Nordzypern hat für den Besucher noch viel mehr zu bieten.

Es ist wohl der Gegensatz von unterschiedlichen Landschaften. Das Nebeneinander von felsigen Küsten, kilometerlangen Sandstränden, schroffen Gebirgszügen, bewaldeten Hügeln und fruchtbarem Land, wo im Überfluss Weintrauben, Wassermelonen, Feigen und viele andere Früchte wachsen, wo man Oliven- und Johannesbrotbäume, duftende Orangen- und Zitronenhaine findet, bestimmen das Gesicht Nordzyperns.

Im Frühling überzieht ein Duft aus Orangengärten die Landschaft

Etwas ganz Besonderes sind die Frühlingsmonate, wenn Felder und Wiesen mit Gladiolen, Iris, Ringel- und Mohnblumen einem prachtvollen Farbteppich gleichen. Jedes Jahr im März und April überzieht ein Duft von Orangengärten die Landschaft. Die sehr warme und herzliche Art der Zyperntürken ist auch in all den Jahren des ungerechten internationalen Embargos gegen sie nicht verloren gegangen. Für eine Reise nach Nordzypern spricht auch, dass es vom modernen Massentourismus bisher verschont geblieben ist. Für Geschichts- und Kunstinteressierte, Segler, Taucher oder Wanderer. Für jeden hat Nordzypern etwas zu bieten.

Die Urlaubsgebiete Nordzyperns liegen bei Magosa an der Ostküste und um Girne herum an der Nordküste. Von Magosa bis zur Halbinsel Karpaz erstreckten sich unberührte Strände und fruchtbare Felder. Die Hafenstadt Magosa galt einst wegen seines blühenden Handels als das Handelszentrum schlechthin. Es kommt nicht von ungefähr, dass es auch als das „Venedig der Levante“ genannt wurde.

Die noch sehr gut erhaltene 3,5 Kilometer lange und 21 Meter hohe venezianische Stadtmauer von Magosa hatte im Mittelalter eine Breite von zwei Metern. Mit dem Bau dieser Mauer wurde im 13. Jahrhundert unter der Herrschaft der Lusignans begonnen. Einzigartig ist die im gotischen Stil von 1292-1306 erbaute St. Nikolaus-Kathedrale (seit 1571 die Lala-Mustafa-Paşa-Moschee) sowie die frühere St. Peter- und- Paul-Kirche, die jetzige Sinan-Paşa Moschee.

Girne, die schönste Stadt des Nordens

Auf der Halbinsel Karpaz gibt es ganz kleine Ortschaften, die vom Fremdenverkehr noch nicht erschlossen sind und zu den touristischen Gebieten in Girne und Magosa einen Gegensatz darstellen. Girne wird auch gerne als die schönste Stadt Nordzyperns bezeichnet. Das berühmteste Wahrzeichen Girnes ist die Burg mit ihren imposanten Befestigungsmauern. Diese Festung wurde häufig belagert, konnte jedoch nie erobert werden und gehört zu den besterhaltenen Verteidigungsanlagen Nordzyperns.

In der Befestigungsanlage selbst befindet sich auch ein Schiffswrack-Museum, indem die ausgestellten Stücke eine Einsicht in die Handelsschifffahrt der vergangenen Jahrhunderte gewähren. Die vielen kleinen, verwinkelt gelegenen Straßen, die strahlend weißen Häuser und er romantische Hafen geben Girne in der Tat ein besonderes Flair.

Gotische und osmanische Architekturkunst in Lefkoşa

Die heutige Hauptstadt Lefkoşa erlebte während der Herrschaft der Lusignans einen enormen Aufschwung. Die Venezianer bauten zur Abwehr gegen die Osmanen anno 1570 dicke und hohe Stadtmauern. Die Stadtmauer umschließt die Altstadt Lefkoşas kreisförmig und hat eine Länge von 4,5 Kilometern sowie 11 Toren. Innerhalb der Stadtmauern gibt es ganz viele mittelalterliche Bauwerke.

Noch heute kann man in der Altstadt viele Beispiele gotischer und osmanischer Architekturkunst bewundern. Zu diesen zählt auch die prachtvolle Selimiye Moschee (die frühere St. Sophien Kathedrale). Zu den herausragenden osmanischen Bauwerken zählen die Arabahmet Moschee, die große Karawanserei (Büyük Han), die Kumarcılar Karawanserei und die Bibliothek von Sultan Mahmut II.

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