Corona-Pandemie
DRK drängt auf rasche Impfung von Rettungssanitätern

Vor dem geplanten Impfstart in Deutschland drängt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf eine rasche Impfung von Rettungssanitätern.

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Vor dem geplanten Impfstart in Deutschland drängt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf eine rasche Impfung von Rettungssanitätern.

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sagte der „Saarbrücker Zeitung“, es sei richtig, in der ersten Stufe die vulnerablen Gruppen sowie das medizinische und pflegerische Personal zu priorisieren. „Aber wir dürfen die Rettungskräfte nicht vergessen. Sie sind genauso nah an den Menschen wie Pflegekräfte.“

Rettungskräfte würden derzeit „hervorragende Arbeit bei der Erstversorgung von Corona-Patienten“ leisten, ergänzte Hasselfeldt. Zugleich betonte die frühere CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag, die Intensiv- und Covid-Stationen in den DRK-Krankenhäusern und Pflegeheimen seien belegt.

Ärzte, Pflegekräfte und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten „am Limit“. Sie selbst sei im März an Corona erkrankt. „Gerade aus dieser persönlichen Erfahrung heraus ist es mir ein großes Anliegen alle zu mahnen, vorsichtig miteinander umzugehen und die Hygiene- und Kontaktregeln einzuhalten“, so Hasselfeldt.

Verband fordert Vorrang bei Impfungen für pflegende Angehörige

Beim Corona-Infektionsschutz müssen pflegende Angehörige endlich in die nationale Teststrategie eingebunden und mit Vorrang in die diskutierte Impfstrategie einbezogen werden, fordert der Bundesverband wir pflegen e. V. in einer aktuellen Stellungnahme an die Bundesregierung und Abgeordnete im deutschen Bundestag.

„Die schwierige Lage pflegender Angehöriger während der Pandemie scheint in der Politik immer noch nicht angekommen zu sein und das, obwohl sie in Deutschland den größten Anteil der Pflegearbeit übernehmen“, mahnt Sebastian Fischer, Vorstandsmitglied von wir pflegen e.V.. In Deutschland pflegen rund 5 Millionen Angehörige mehr als 2,6 Millionen Menschen mit Pflegebedarf im häuslichen Umfeld.

Entlastung für überlastete pflegende Angehörige

Die Situation der häuslichen Pflege sei in der zweiten Welle mehr als prekär, schreibt wir pflegen e.V. an die Politik. „Bei rasant steigenden Infektionen brechen erneut wichtige Unterstützung wie Tagespflege, zugehende Beratung oder ambulante Pflege weg. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr können auch Freund*innen, Nachbar*innen und Bekannte nicht wie vor der Pandemie unterstützen. So bleiben viele Familien sich selbst überlassen und müssen alleine die Betreuung und Versorgung stemmen. Viele sind überfordert und am Ende ihrer Kräfte.“

Neben Maßnahmen zum Infektionsschutz müsse die Politik die häusliche Pflege deshalb mit weiteren Entlastungsmaßnahmen stützen. Als eine wirksame Maßnahme für berufstätige pflegende Angehörige schlägt wir pflegen e.V. konkret eine Freistellung mit Lohnersatz nach dem Infektionsschutzgesetz vor.

Mehr Anerkennung für die Leistungen pflegender Angehöriger

Die Corona-Pandemie zeigt: Pflegende Angehörige sind in diesem Pflegesystem systemrelevant, heißt es in dem Papier. „Es braucht schnelle und einfache Hilfe, wie die freie Verfügung über den Leistungssatz der Tagespflege, wenn diese wegen Schließung oder reduzierten Platzzahlen nicht genutzt werden kann.“

Bei aller Liebe, die Angehörige antreibe, betonen pflegende Angehörige in der Stellungnahme, sei häusliche Pflege vor allem eine wichtige gesellschaftliche Arbeit. An die Politik gerichtet heißt es: „Häusliche Pflege gibt es nicht umsonst. Vor allem nicht in einer Pandemie. Es ist spät, aber nicht zu spät. Handeln Sie!“

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