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Albaniens Premier Rama: Ich wollte Künstler werden, nicht Politiker

Der albanische Premierminister Edi Rama bekräftigte in einem Interview, dass er zufällig in der Politik gelandet ist und eigentlich immer schon Künstler sein wollte.

(Archivfoto: Screenshot/Twitter)
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Tirana – Der albanische Premierminister Edi Rama bekräftigte in einem Interview, dass er zufällig in der Politik gelandet ist und eigentlich immer schon Künstler sein wollte.

„Ich habe das Leben eines Künstlers, Malers und Professors der bildenden Künste immer so sehr bevorzugt, dass ich nie Ambitionen hatte, Premierminister zu werden“, sagte Rama gegenüber dem französischen „Forbes“, wie das Exit-Portal berichtet.

Er sagte, dass er lange gezögert habe, in die Politik zu gehen, als ihm ein Ministerposten angeboten wurde. Er habe jedoch etwas für sein Land tun wollen.

„Albanien hatte eine sehr schwierige Vergangenheit, die schwierigste aller kommunistischen Länder, deshalb war ich sehr daran interessiert, an seiner Erneuerung mitzuwirken“, sagte er und beklagte sich, dass er als Bürgermeister von Tirana nicht so kritisiert wurde, wie er es jetzt in seiner Eigenschaft als Premierminister wird.

„Als Premierminister bin ich der Unbeliebtheit stärker ausgesetzt, weil es darum geht, Strukturreformen auf nationaler Ebene einzuleiten. Man muss sehr erzieherisch und geduldig sein, während man die Vorzüge seines Handelns erklärt. Abschließend möchte ich ein weiteres Zitat von Präsident Mitterrand entlehnen, der zu Recht von der ‚Einsamkeit des Führers‘ sprach. Das war früher so und ist auch heute noch so“, sagte Rama der Journalistin Sabah Kemel Kaddouri von Forbes Frankreich.

Rama, der die sozialistische Partei Albaniens führt, kam 2013 mit einem Erdrutschsieg an die Macht. Zuvor war er elf Jahre lang Bürgermeister von Tirana, einem der ärmsten Hauptstädte Europas. Mit wenig Geld, um die heruntergekommene Infrastruktur der Stadt zu erneuern, unternahm Rama eine grobe Stadtsanierung und ordnete an, die tristen Wohnhäuser aus der kommunistischen Ära in hellen, kräftigen Farben neu zu streichen. Blaue und weiße Streifen zieren die ehemals grauen Hochhäuser, grüne Quadrate durchziehen die korallenfarbenen Fassaden. Wenn man durch die Straßen Tiranas geht, spürt man eine Energie, die man sonst nirgendwo auf dem Balkan findet: die junge, multiethnische und buchstäblich vielfarbige Stadt.