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Istanbul: Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden

Istanbuls Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden.

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Ankara – Istanbuls Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden. Ein Gericht hat eine Kabinettsentscheidung von 1934, die aus der zuvor als Moschee geführten Hagia Sophia ein Museum machte, für ungültig erklärt.

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat den Status eines Museums aberkannt. Stattdessen kann der Kuppelbau, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, für muslimische Gottesdienste genutzt werden, hieß es in der Gerichtsentscheidung, berichtet die Tagesschau unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Anadolu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte die Meldungen und kündigte umgehend die Öffnung für muslimische Gebete an. Die Leitung der ehemaligen Kirche werde zudem der Religionsbehörde übergeben, steht in einem von Erdogan unterschriebenen Beschluss, den er auf Twitter teilte.

Wie Tagesschau unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur Interfax weiter berichtet, habe Wladimir Legoida vom Moskauer Patriarchat die Entscheidung kritisiert.

„Die Sorgen von Millionen von Christen wurden nicht gehört. Die Gerichtsentscheidung zeigt, dass alle Forderungen nach Zurückhaltung ignoriert wurden“, zitiert Tagesschau den Geistlichen.

Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.