Weltbevölkerungstag
    Türkei: Geburtenrate erneut gefallen

    Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts, steht die Türkei einem Problem gegenüber, das den meisten europäischen Ländern gemein ist – dem der alternden Bevölkerung.

    (Symbolfoto: pixa)
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    Ankara – Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts, steht die Türkei einem Problem gegenüber, das den meisten europäischen Ländern gemein ist – dem der alternden Bevölkerung. In den letzten Jahren nahm die Zahl der Lebendgeburten und die Fruchtbarkeitsziffer ab, während die Zahl der über 65-Jährigen zunahm.
    Wie TÜIK, das Statistikinstitut der Türkei, am Freitag bekannt gab, fiel die Geburtenrate des Landes im Jahr 2018 erstmals auf 1,99. 2017 lag die Rate noch bei 2,07 und 2001 waren es noch 2,37 Kinder, so TÜİK vor dem Weltbevölkerungstag am 11. Juli. TÜİK prognostiziert, dass sich der derzeitige Abwärtstrend der Geburtenraten der Türkei in Zukunft fortsetzen und bis zum Jahr 2050 auf 1,85 fallen werde.
    Die zusammengefasste Geburtenziffer stellt die Relation zwischen der durchschnittlichen Zahl der Lebendgeburten und der Zahl der Geburten, die eine Frau im gebärfähigen Alter (15- bis 49-Jährige) haben könnte, dar.
    „Die Türkei ist eins der am schnellsten alternden Länder der Welt“
    „Die Türkei ist eins der am schnellsten alternden Länder der Welt“, sagt Didem Danis, Professorin für Soziologie an der Galatasaray Universität in Istanbul und fährt fort: „In 20 Jahren könnte sie das Schicksal Europas ereilen, wenn der Abnahme der Geburtenrate nicht Einhalt geboten wird. Deshalb sollte die Türkei sofort Vorsorge treffen sowie wirtschaftliche und sozialpolitische Maßnahmen ergreifen, um Geburten zu fördern.“
    Die Regierung versucht bereits, Anreize zu schaffen
    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Jahr 2013 auf dem Internationalen Gipfel der Familien- und Sozialpolitik in Ankara erklärt: „Ein oder zwei Kinder bedeuten eine Bankrotterklärung. Drei Kinder bedeuten, dass es zwar nicht besser, aber auch nicht schlimmer wird. Ich wiederhole: Jede Familie sollte mindestens drei Kinder haben – sonst läuft unsere Bevölkerung Gefahr, zu altern.“

    (nex/aa)

     

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