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Türkischer Militäreinsatz
Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch, dass Russland seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei koordiniere. 

(Archivfoto: AA)
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Moskau (nex) – Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch, dass Russland seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei koordiniere.

„Wir stimmen unsere Ansichten und die Umsetzung einer konkreten Politik in Syrien eng mit unseren türkischen Kollegen ab, sowohl in der Außenpolitik, als auch bei militärischen Anti-Terror-Operationen vor Ort“, sagte sie. Sacharowa kündigte zudem an, dass in Moskau „in kürzester Zeit“ ein Treffen im Astana-Format über weitere Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens in Syrien stattfinden werde.

„Die drei Astana-Garantiemächte pflegen intensive Kontakte über verschiedene Kanäle. Von besonderer Bedeutung sind die Treffen der Staatsoberhäupter, sowie der Außen- und Verteidigungsminister. Die Zusammenarbeit erfolgt sowohl auf bilateraler, als auch auf trilateraler Ebene. Ich kann sagen, dass in naher Zukunft weitere solcher Treffen geplant sind, sie werden in Moskau stattfinden“, sagte sie.

Zuvor hatte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu über einen geplanten Besuch in Moskau Ende Dezember informiert.

Ankara: Auch mit Washington eine enge Zusammenarbeit

Der türkische Staatspräsident und sein Amtskollege Donald Trump wollen nach dem geplanten vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien, durch eine enge Abstimmung ein Machtvakuum vermeiden.

Erdogan und Trump vereinbarten in einem Telefonat am vergangenen Sonntag „eine Koordinierung zwischen dem Militär, Diplomaten und anderen Regierungsvertretern ihrer Länder sicherzustellen, um ein Machtvakuum zu verhindern“, so eine Mitteilung des türkischen Präsidialamtes.

Stunden zuvor twitterte Trump, dass er und Erdogan „den IS, das gegenseitige Engagement in Syrien und den langsamen und gut koordinierten Abzug der US-Truppen aus dem Gebiet“ besprochen haben.

Auch die Koordinierung von Handelsbeziehungen seien in dem Telefongespräch besprochen worden, so Erdogan in einem Tweet.

Das Gespräch sei „produktiv“ verlaufen.Die Ankündigung von Trump in der vergangenen Woche, dass er die amerikanischen Soldaten aus Syrien abziehen werde, hat viele Beobachter überrascht.

Kritiker sagen, dass die Entscheidung es schwieriger machen wird, eine diplomatische Lösung für den sieben Jahre alten Konflikt in Syrien zu finden. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sowie der US-Sondergesandte in Syrien, Brett McGurk, reichten daraufhin ihren Rücktritt ein.

Medienberichten zufolge habe Trump diese Entscheidung nach einem Telefonat mit Erdogan im Alleingang beschlossen. Der Nachrichtenagentur AP zufolge arrangierte US-Außenminister Mike Pompeo am 14. Dezember ein Telefonat zwischen Erdogan und Trump.

In einer Rede in Istanbul sagte Erdogan, dass die Türkei im Falle eines Abzugs der US-Armee ihre Kräfte mobilisieren würde, um die verbleibenden IS-Truppen in Syrien zu bekämpfen und die Pläne für einen Angriff auf Milizen der YPG im Nordosten Syriens vorübergehend zu verzögern. Vergangene Woche hatte er angekündigt, „in einigen Tagen“ eine neue Offensive gegen die YPG zu starten.

Die Türkei begrüßt die Ankündigung Trumps, da die Unterstützung der YPG durch die USA immer wieder zu Konflikten mit Washington führte. Ankara betrachtet die YPG als terroristische Gruppe und syrischen Ableger der Terrororganisation PKK.

YPG-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. In einem im November 2017 veröffentlichten Bericht des syrischen Menschenrechtsnetzwerkes heißt es unter anderem, dass die YPG allein im Oktober 15 Zivilisten darunter sieben Frauen, getötet haben.