Militäroperation Olivenzweig
Türkischer Außenminister: Syrische Regierung wurde informiert

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich in einer Stellungnahme zu der heute gestarteten Militäroperation "Olivenzweig" der türkischen Streitkräfte im nordsyrischen Afrin geäußert.

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Ankara (nex) – Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich in einer Stellungnahme zu der seit heute gestarteten Militäroperation „Olivenzweig“ der türkischen Streitkräfte im nordsyrischen Afrin geäußert.

„Wir haben alle Parteien, einschließlich der UN, informiert und US-Außenminister Tillerson mitgeteilt, dass die USA an unserer Seite sein sollten“, so Cavusoglu gegenüber den türkischen Medien. Des Weiteren werde Ankara auch die syrische Regierung schriftlich informieren.

Die seit Tagen angekündigte Bodenoffensive gegen die von der Terrororganisation YPG besetzten Stadt Afrin habe „de facto“ begonnen, danach werde Manbidsch angegriffen, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am heutigen Samstag.

Zuvor hatten die türkischen Streitkräfte die Stellungen der YPG bereits aus der Ferne beschossen. Die Türkei hatte schon seit einigen Tagen an ihrer Grenze zu Syrien Soldaten und Panzer zusammengezogen.

„Operation Olivenzweig“ startete

Das türkische Militär bestätigte am Samstag eine „Boden- und Luftoffensive zur Terrorbekämpfung“.

Die Operation Olivenzweig habe um 15.00 Uhr (MEZ) begonnen und richte sich gegen die Terrormiliz YPG und auch gegen den ebenfalls terroristischen IS (Daesh), erklärte das türkische Militär. Durch die „Operation Olivenzweig“ genannte Aktion sollen die Bewohner der nordsyrischen Grenzregion von der „Unterdrückung durch Terroristen“ befreien werden, erklärte der türkische Generalstab.

Die Türkei mache dabei von ihrem Recht zur Selbstverteidigung gegenüber der Bedrohung des Landes durch Terroristen und den von ihnen verbreiteten Terror Gebrauch.

Wie der pro-iranischen Hisbollah-Miliz nahestehende Medien berichteten, eroberten die türkische Armee und mit ihr verbündete Kräfte der syrischen Opposition den Flugplatz Abu al-Duhur in der Provinz Idlib. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die eigenen Militärkräfte und Angehörige der Militärpolizei seien aus dem Kampfgebiet herausgebracht worden. „Weitere russische Soldaten seien mitsamt Ausrüstung und sonstigem Material aus dem umkämpften Gebiet vollständig zurückgezogen worden“, heißt es weiter in der Erklärung.

Russland halte an seiner Position fest, „die syrische Krise durch die Bewahrung der territorialen Integrität und die Respektierung der Souveränität Syriens zu lösen“, heißt es ferner in Erklärungen des russischen Außenministeriums und auch des Moskauer Verteidigungsministeriums.

Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg den dortigen Machthaber und Präsidenten Assad, der sich einer türkischen Militäraktion in Syrien mit seinem Regime, wie Assad wortreich ankündigte, entgegenstellen. Doch dürfte die bisherige Reaktion aus Moskau eher auf ein zumindest neutrales Verhalten Russlands hindeuten. Schließlich dürften die bisherigen Bestrebungen diverser syrischer Kurdengruppen zur Aufrechterhaltung der von diesen ausgerufenen „voll-autonomen kurdischen Republik“ auf syrischem Gebiet und eine dadurch erfolgende Aufspaltung Syriens weder im Interesse Assads noch Russlands liegen. Die seinerzeit ausgerufene „voll-autonome kurdische Republik“ war jedoch von keinem Land der weltlichen Staatengemeinschaft anerkannt worden.

Thomas Bernhard

 

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