Armenien-Resolution
Aserbaidschan nennt deutsche „Genozid“-Resolution inakzeptabel und voreingenommen

Das aserbaischanische Außenministerium kritisierte den gestrigen Beschluss des Deutschen Bundestages, den Tod der osmanischen Armenier im Jahr 1915 als einen "Genozid" zu bezeichnen - dies sei voreingenommen und inakzeptabel.

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Baku (nex) – Das aserbaischanische Außenministerium kritisierte den gestrigen Beschluss des Deutschen Bundestages, den Tod der osmanischen Armenier im Jahr 1915 als einen „Genozid“ zu bezeichnen – dies sei voreingenommen und inakzeptabel.

Der Sprecher des Außenministeriums Hikmet Hadschiyev sagte am gestrigen Donnerstag den Reportern, dass das Politisieren und Aus-dem-Zusammenhang-Reißen der Geschichte nicht akzeptiert werden könne und Aserbaidschan hinter dem Beschluss einen Vorsatz sehe.

„Einen solchen Beschluss über ein fabriziertes Ereignis zu fassen, während man die Tötung von mehr als einer Million Aserbaidschanern und den Chodschali-Genozid ignoriert, ist ein klarer Beweis dafür, wie Deutschland mit zweierlei Maß misst“, stellte Hadschiyev fest.

Am 26. Februar 1992 nahmen armenische Soldaten Chodschali ein. Die Stadt wurde mit schwerer Artillerie und aus Panzern beschossen. 613 aserbaischanische Einwohner, darunter 106 Frauen und 63 Kinder, wurden getötet und 487 Menschen schwer verletzt.

Der Deutsche Bundestag nahm am gestrigen Donnerstag trotz aller Ermahnungen der Türkei einen kontrovers diskutierten Antrag an, der die Ereignisse von 1915 als einen „Genozid“ bezeichnet.

Ankara übte scharfe Kritik an der Resolution und teilte mit, dass dies nicht zu der Versöhnung zwischen den beiden Ländern beitragen werde und appellierte eindringlich an Deutschland, das selbst auf eine Geschichte der Genozide von Namibia bis zum Holocaust blickt, eine mit der Gesetzgebung Europas vereinbare, faire und objektive Haltung einzunehmen. Schließlich sei Deutschland auch ein Teil Europas.

Das türkische Außenministerium rief Deutschland dazu auf, ein vor 101 Jahren stattgefundenes historisches Ereignis nicht zu politisieren.

Die Resolution beschuldigt das Osmanische Reich, im Jahr 1915 einen „systematischen Genozid“ an den Armeniern sowie anderen christlichen Minderheiten begangen zu haben.

Die Türkei weist den angeblichen Völkermord von sich, erkennt aber an, dass es bei den Ereignissen während des Ersten Weltkrieges auf beiden Seiten zivile Opfer gegeben habe.

Der Tod der Armenier im Jahr 1915 in Ostanatolien trat ein, nachdem sich einige unter ihnen mit den einfallenden russischen Truppen verbündet und gegen das Osmanische Reich revoltiert hatten. Dies hatte die Umsiedlung der Armenier mit zahlreichen Zivilopfern zur Folge.

Die Türkei bezeichnet die Ereignisse von 1915 als eine Tragödie für beide Seiten.

Ankara hat wiederholt die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses mit Historikern aus der Türkei, Armenien und weiteren internationalen Experten zur Klärung der Frage vorgeschlagen.


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