FRA-Studie
Antimuslimischer Rassismus in Österreich am höchsten

Jeder zweite Muslim in der EU ist in seinem Alltag mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert - ein starker Anstieg seit 2016.

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Wien – Jeder zweite Muslim in der EU ist in seinem Alltag mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert – ein starker Anstieg seit 2016.

Muslimische Frauen, Männer und Kinder werden nicht nur wegen ihrer Religion, sondern auch wegen ihrer Hautfarbe und ihrer Ethnie oder ihres Migrationshintergrundes angegriffen.

Junge Muslime, die in der EU geboren sind, und Frauen, die religiöse Kleidung tragen, sind besonders betroffen. Dies sind einige der Ergebnisse des jüngsten Berichts der EU-Agentur für Grundrechte (FRA).

Laut der Studie „Being Muslim in the EU“ ist in der EU Österreich das Land, in dem Menschen am häufigsten antimuslimischen Rassismus erleben. Deutschland liegt demnach auf Platz zwei und Finnland auf Platz drei. Spanien und Italien sind die Länder mit den niedrigsten Werten.

Zitat der FRA-Direktorin Sirpa Rautio:

„Wir beobachten einen besorgniserregenden Anstieg von Rassismus und Diskriminierung gegen Muslime in Europa. Dies wird durch die Konflikte im Nahen Osten angeheizt und durch die entmenschlichende antimuslimische Rhetorik, die wir überall auf dem Kontinent erleben, noch verschlimmert. Anstatt Spaltung in unseren Gesellschaften zu säen, müssen wir dafür sorgen, dass sich jeder in der EU sicher, einbezogen und respektiert fühlt, unabhängig von seiner Hautfarbe, Herkunft oder Religion.“

Auf der Grundlage einer EU-weiten Erhebung unter Zuwanderern und ihren Kindern zeigt der Bericht einen Anstieg des antimuslimischen Rassismus seit der letzten Erhebung im Jahr 2016, vor allem auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.

Betrachtet man die fünf Jahre vor der Erhebung, so sind die wichtigsten Ergebnisse folgende:

  • Rassismus – fast einer von zwei Muslimen (47 %) wird rassistisch diskriminiert, gegenüber 39 % im Jahr 2016. Die höchsten Raten in den 13 untersuchten Ländern finden sich in Österreich (71 %), Deutschland (68 %) und Finnland (63 %).
  • Arbeit – Muslime werden am häufigsten bei der Arbeitssuche (39 %) oder am Arbeitsplatz (35 %) diskriminiert, gegenüber 31 % und 23 % im Jahr 2016. Dies wirkt sich auch auf andere Lebensbereiche wie Wohnen, Bildung oder Gesundheit aus. Darüber hinaus sind zwei von fünf (41 %) für ihren Job überqualifiziert, verglichen mit 22 % der Menschen allgemein.
  • Wohnen – ein Drittel (35 %) der Befragten konnte aufgrund von Diskriminierung kein Haus kaufen oder mieten, gegenüber 22 % im Jahr 2016. Muslimische Befragte mit Behinderungen sehen sich sogar noch mehr Hindernissen gegenüber; 46 % werden auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert.
  • Religiöse Kleidung – Frauen, die religiöse Kleidung tragen, werden stärker diskriminiert als Frauen, die dies nicht tun, insbesondere bei der Arbeitssuche (45 % gegenüber 31 %). Bei jungen Frauen (16-24 Jahre), die religiöse Kleidung tragen, erhöht sich dieser Anteil auf 58 %.
  • Rassistische Belästigung – fast 1 von 3 (27 %) der befragten Muslime wurde in den fünf Jahren vor der Erhebung rassistisch belästigt; die meisten von ihnen mehr als einmal.

Die meisten Muslime melden keine Vorfälle von Diskriminierung oder Rassismus, weil sie nicht glauben, dass sich etwas ändern würde. – Nur 6 % der Opfer meldeten im Jahr vor der Erhebung Diskriminierung oder reichten eine Beschwerde ein, und nur sehr wenige meldeten die Vorfälle einer Gleichstellungsstelle (4 %). – Schweden verzeichnet mit 21 % die höchste Meldequote, Österreich und Italien mit 3 % bzw. 2 % die niedrigsten.

Wie häufig ist rassistische Gewalt? 

Rassistische Gewalt ist körperliche Gewalt, die durch die ethnische Herkunft oder den Migrationshintergrund einer Person motiviert ist. Dazu gehören Schlagen, Stoßen, Treten oder Grapschen. 5 – Muslime aus Ländern südlich der Sahara, die meist schwarz sind, sind am häufigsten von Gewalt betroffen. Junge muslimische Männer, die in Europa geboren wurden, und Menschen, die religiöse Kleidung tragen, sind häufiger von Gewalt betroffen.

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