Türkei
Türkischer Geheimdienst sprengt weiteren Mossad-Spionagering

Küçükkaya, der laut der Anklage in Europa von Mossad-Führungskräften ausgebildet worden sei, benutzte den Decknamen "Taner Sezgin", während er und sein Team ein Unternehmen und 23 Personen mit Handelsbeziehungen zum Iran ausspionierten, die im Visier Israels standen.

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Istanbul – Im Rahmen der laufenden Ermittlungen gegen eine Zelle von 15 mutmaßlichen Agenten wurden in der Türkei insgesamt sechs Verdächtige verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen für den israelischen Geheimdienst Mossad nachrichtendienstliche Informationen gesammelt zu haben.

Nach der Aufnahme ihrer Aussagen hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag die Freilassung von sieben Verdächtigen beschlossen und vier weitere – Cenk B., Emre B., Cengiz Ç. und Ayhan Ş. – wegen „Beschaffung staatlicher Informationen, die geheim bleiben sollen, zum Zwecke der politischen oder militärischen Spionage“ an das Strafgericht verwiesen, berichtet Daily Sabah.

Mit dem Beschluss vom Mittwoch erhöht sich die Zahl der Verhaftungen auf sechs, darunter der Rädelsführer des Netzwerks Selçuk Küçükkaya, der zwischen 2018 und 2022 für den Mossad gearbeitet haben soll, und sein Helfer Musa Kuş.

Der israelische Geheimdienst soll über Serkan Özdemir, einen ehemaligen Angehörigen der türkischen Streitkräfte (TSK), der aus der Türkei geflohen ist, um einer Strafverfolgung wegen seiner Mitgliedschaft im Netzwerk des im Exil lebenden Predigers Fethullah Gülender zu entgehen, Kontakt zu Küçükkaya aufgenommen haben, so die türkischen Behörden. Die türkische Regierung macht Gülen unter anderem für den Putschversuch von 2016 verantwortlich.

Ein von türkischen Medien veröffentlichtes Bild von Selçuk Küçükkaya, einem mutmaßlichen Rädelsführer einer Mossad-Zelle in der Türkei, vom 23. Mai 2023 (Foto: Twitter)

Küçükkaya, der laut der Anklage in Europa von Mossad-Führungskräften ausgebildet worden sei, benutzte den Decknamen „Taner Sezgin“, während er und sein Team ein Unternehmen und 23 Personen mit Handelsbeziehungen zum Iran ausspionierten, die im Visier Israels standen.

Die Zelle überwachte demnach die Wohnungen und Arbeitsplätze der Familien der besagten Personen und ließ dem Mossad Informationen über deren Flüge ins und aus dem Ausland, Telefongespräche und -signale, Bankkonten und Immobilien zukommen.

Küçükkaya und seine Komplizen wurden gefasst, als er ein Drohpaket an eine seiner Zielpersonen schickte, die daraufhin Anzeige erstattete. Nach zwei mutmaßlichen Agenten, die während der Operation des türkischen Geheimdienstes MİT geflohen waren, wird noch immer gefahndet.

Das letzte Mal hatte die türkische Behörde im Dezember eine Mossad-Zelle in der Türkei auffliegen lassen, als sieben Personen verhaftet wurden, die Palästinenser im Land ausspioniert hatten. Die türkische Geheimdienst hatte damals mitgeteilt, dass die Verdächtigen den Mossad dabei unterstützten, Online-Diffamierungskampagnen und Drohungen gegen Palästinenser zu starten.

Die MİT hat in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei eine Reihe von Spionagenetzwerken aufgedeckt, darunter eines, das für Russland arbeitete, und ein Komplott des Iran zur Ermordung israelischer Bürger in der Türkei vereitelt. Die Operationen haben auch zur Aufdeckung eines Plans des iranischen Geheimdienstes geführt, iranische Dissidenten zu entführen, die in der Türkei Unterschlupf gefunden hatten.

Der türkische Geheimdienst und der Mossad haben in den letzten Jahren jedoch auch mehrfach zusammengearbeitet, um Terroranschläge auf türkischem Boden zu vereiteln.

Im vergangenen September rettete eine gemeinsame Operation der Türkei und des Mossad einer großen Zahl israelischer Touristen das Leben.

Bei diesem Vorfall plante der Iran die Entführung mehrerer israelischer Touristen und Diplomaten in Istanbul, darunter der ehemalige Botschafter und seine Frau, und verfügte bereits über Agenten und logistische Aspekte der Operation. Einige Israelis wurden nur wenige Augenblicke, bevor ein Killerkommando auf sie zusteuerte, gerettet.

Der türkische Geheimdienst und die örtliche Polizei nahmen damals im Hotel Sol und in drei weiteren angemieteten Wohnungen im Großraum Istanbul fast zehn Verdächtige fest, darunter Scharfschützen und örtliche Kollaborateure.

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