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Albanien: Mann während Corona-Ausgangssperre von Polizei getötet

Tausende Albaner protestieren seit Tagen gegen die Tötung eines 25-jährigen Mannes durch die Polizei. 

(Beispielfoto: pixa)
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Tirana – Tausende Albaner protestieren seit Tagen gegen die Tötung eines 25-jährigen Mannes durch die Polizei.

Der als Klodian Rasha identifizierte Mann wurde am Dienstagmorgen durch die Polizei getötet, da er sich „verdächtig verhielt“ und sich nicht an die  coronabedingten Ausgangssperren gehalten haben soll. Zudem habe er die vorgeschriebene Atemschutmaske nicht getragen.

Albanischen Medienberichten zufolge versammelten sich am Mittwochnachmittag Demonstranten vor dem Innenministerium, und forderten lautstark den Rücktritt von Innenminister Sander Lleshaj. Das Gebäude des Premierministers Edi Rama sei mit Steinen beworfen worden. Dabei hätten die Demonstranten „regierungskritische Parolen skandiert“. Spezialkräfte der Polizei eilten herbei, um das Gebäude zu schützen. Medienberichten zufolge wurden mindestens acht Polizisten und zwei Demonstranten verletzt.

Der Stellungnahme der Polizei zufolge, habe sich der 25-Jährige am Dienstagmorgen „verdächtig verhalten“ und sei dem Aufruf der Polizei anzuhalten, nicht gefolgt und geflüchtet.

Einer der Polizisten habe geschossen, weil er dachte, dass der Flüchtende bewaffnet sei. Das Innenministerium habe mitgeteilt, dass in der Nähe des Opfers zudem eine Schusswaffe gefunden worden sei.

Vater verurteilt Tat

In einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video hat der Vater des Getöteten die Tat verurteilt. Sein Sohn sei an dem Morgen in der Nähe des Hauses bloß Zigaretten holen gegangen und die Polizei habe ihn erschossen, nur weil er keine Maske trug.

„Selbst wenn er ein Krimineller wäre, der wegen eines Verbrechens gefasst wurde. wenn er etwas getan hätte, hätte ihn die Polizei einfangen, verhaften und ins Gefängnis stecken können“, so der Vater. „Sowas würden nicht einmal die Serben tun“, klagt der leidende Vater in dem Video.