Serbien
Belgrad: Patriarch Irinej beigesetzt

Der am vergangenen Freitag am Coronavirus verstobene serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej ist heute in der Krypta der Heiligen-Sava-Kirche in Belgrad beigesetzt worden.

Teilen

Belgrad – Der am vergangenen Freitag am Coronavirus verstobene serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej ist heute in der Krypta der Heiligen-Sava-Kirche in Belgrad beigesetzt worden.

Aufgrund von Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verfolgten die meisten Trauernden die Begräbniszeremonie auf einem Bildschirm vor der Kirche, während Irinejs Verwandte, Geistliche und Würdenträger, darunter Präsident Aleksandar Vucic und Milorad Dodik, das serbische Mitglied der bosnischen Präsidentschaft, hineingelassen wurden. Irinej war vor zwei Wochen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seitdem wurde er in einem Belgrader Militärhospital behandelt. Medienberichten zufolge, habe er sich in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica am Begräbnis des Metropoliten Amfilohije angesteckt, der gleichfalls an einer Corona-Erkrankung gestorben war. Schutzvorkehrungen seien dabei weitgehend ignoriert worden.

Irinej I. war der 45. „Patriarch der Serben“. Er wurde im Janug 2010 Nachfolger des 95-jährig verstorbenen Pavle I. (1990-2009) und wurde dem reformorientierten Flügel zugerechnet. Mehrfach bekannte er sich zur Ökumene und brachte auch für 2013 einen möglichen Papstbesuch in Serbien ins Gespräch – zu dem es dann allerdings nicht kam. Das Führungsgremium der Kirche, der Heilige Synod, entschied sich einstimmig gegen eine Einladung des Papstes, berichtet Kathpress. 

In einem Beileidsbrief an den Heiligen Synod der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing: „Wir sind Ihnen und allen, die in diesen Tagen um den Verstorbenen trauern, in stiller Anteilnahme und im fürbittenden Gebet verbunden.“ Über ein Jahrzehnt habe Patriarch Irinej die Geschicke seiner Kirche mit großer Umsicht gelenkt und durch seine spirituelle Tiefe den Gläubigen Orientierung und Halt gegeben. „Ökumenische Offenheit zeichnete sein Denken und Handeln aus. So führte er die engen Beziehungen, die seit langer Zeit zwischen der Serbischen Orthodoxen Kirche und der Deutschen Bischofskonferenz bestehen, engagiert weiter“, so Bischof Bätzing.

 

Auch interessant

Mehr Effizienz im Lager: Warum Struktur oft mehr bringt als zusätzliche Fläche

Wenn ein Lager eng wird, ist die Ursache nicht immer der fehlende Quadratmeter. Manchmal stehen Paletten nur zu lange an der falschen Stelle. Kartons...

Pferde-Eskorte für Trump, Ministerin für Sánchez: Die nüchterne Logik des Protokolls

Von Polat Karaburan Unser Bericht über die lautstarke Kritik in den sozialen Netzwerken hat eines deutlich gezeigt: Die Sympathien für den spanischen Premier Pedro Sánchez...

Trump über Khamenei: „Ich dachte, sie hassen ihn?“

Washington - US-Präsident Donald Trump hat sich über das immense Ausmaß der Trauerbekundungen beim Begräbnis des verstorbenen iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei überrascht gezeigt....

Mehr als jede dritte Lehrkraft 50 Jahre oder älter

Berlin - Vor dem neuen Schuljahr wird vielerorts über den Lehrkräftemangel diskutiert. Dabei steht häufig auch die Altersstruktur innerhalb der Berufsgruppe im Fokus. Ein...

F-35-Deal mit Türkei: Hegseth sagt Treffen mit Netanjahu ab

Washington - Der geplante F-35-Verkauf an die Türkei sorgt für massive diplomatische und innenpolitische Spannungen. Wie ein israelischer Insider der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, hat US-Verteidigungsminister...

Headlines

Yücel: An der Türkei kommt man nicht mehr vorbei

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Es muss für die türkische Opposition unter dem Doppelgespann Ekrem İmamoğlu und Özgür Özel mittlerweile...

Israelisches Konsulat verurteilt New Yorks First Lady Rama Duwaji

New York - Das israelische Konsulat in New York hat die Ehefrau des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, Rama...

Brüssel: Premier De Wever am Flughafen mit Erdogan-Revolver

Brüssel - Ein höchst ungewöhnliches diplomatisches Geschenk des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan hat nach dem NATO-Gipfel in Ankara...

Trump und Erdoğan: Warum die Türkei zur Trumpfkarte wird

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Seit Tagen ist in westlichen Medien ein bemerkenswertes Schauspiel zu beobachten. Kaum rückte der NATO-Gipfel...

Meinung

31 Jahre Srebrenica: Warum das Gedenken heute wichtiger ist denn je

Morgen am 11. Juli 2026 jährt sich das Massaker von Srebrenica zum 31. Mal. Im Sommer 1995 verübten bosnisch-serbische Truppen unter den Augen der...

Yücel: An der Türkei kommt man nicht mehr vorbei

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Es muss für die türkische Opposition unter dem Doppelgespann Ekrem İmamoğlu und Özgür Özel mittlerweile frustrierend sein. Jahrelang erklärt man...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...