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Rechtsterrorismus
Hanau: Auch Shisha-Rauchen erhöht das Todesrisiko

Wer hätte das gedacht, dass die Zuschreibung, Shisha-Rauchen würde das Todesrisiko erhöhen, eine ganz neue Bedeutung erhält. Noch vor Wochen stänkerte man Politik rauf, Medien runter, über gefährliche Horte wie Shisha-Bars.

(Foto: pixa)
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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Wer hätte das gedacht, dass die Zuschreibung, Shisha-Rauchen würde das Todesrisiko erhöhen, eine ganz neue Bedeutung erhält. Noch vor Wochen stänkerte man Politik rauf, Medien runter, über gefährliche Horte wie Shisha-Bars.

Offenbar veranlasste das einen Tobias, mit einer Waffe gleich zwei Shisha-Bars in Hanau aufzusuchen und die Kohlenmonoxid-Werte in die Höhe schnellen zu lassen. Fazit: 11 Todesopfer. Vielleicht prangern ja wie auf Zigarettenschachteln bald auch EU-Warnhinweise an den Schaufenstern und Eingangstüren der Shisha-Bars? Moscheen, Dönerbuden oder Türkeneinkaufsmeilen sollte man dann auch in Betracht ziehen!

Ich sehe mir gerade ein Video von TRT Deutsch, also dem Kanal, der seit kurzem nach dem Kalkül deutscher Politiker und Türkei-Kritiker, Erdogan via Satellit nach Deutschland bringt. Ein junger Mann spricht im Krankenhausbett mit zittriger Stimme über die gezielte Tötung in einer der Shisha-Bars in Hanau. Nach dem Flaum über der Lippe vielleicht gerade mal 14 Jahre alt und derart verstört, dass das Video in deutschen Medien und Kritikern als kitschig und islamistisch bezeichnet werden würde, weil der Junge erzählt, wie man sich während des Gemetzels und ineinandersacken gegenseitig aufgefordert habe die Schahāda zu bekunden. Er hat den bewaffneten Angriff mit einem weiteren Jungen überlebt, aber er wird, ob islamistische Zuschreibung oder nicht, sein Leben lang gezeichnet sein.

Ich würde mir jetzt als Migrations- und Integrationskritiker ernsthafte Sorgen darüber machen, denn die Erdogan-Schulen werden diesen und viele andere Jungen in Deutschland umpolen und zu einem unintegrierbaren Nationalislamisten formen.

Nach dem Video stoße ich auf weitere Meldungen in den Medien sowie Social Media. Man berichtet, man höre und staune, von einem „fremdenfeindlichen“ Vorfall. Die Opfer waren also „Fremde“. Was der Täter dachte, als er die Magazine geleert hat, transportieren Politiker und Medien feuchtfröhlich weiter.

Heiko Maas spricht von einem „Ereignis“, der Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen etwas von „Täter sind immer rechts, Opfer immer links.“ Als ob das „Ereignis“ nicht ausreicht, zieht der andere das auch noch in Zweifel.

Niemand weiterer traut sich zu der Zeit, obwohl bereits lange vor der Tat ersichtlich ist und man erahnen kann, wessen Geistes Kind der Täter ist, von Terrorismus oder Terrormassaker zu sprechen. Diese Leute betrifft es ja auch nicht, die müssen das auch nicht ausbaden, die haben auch keine Opfer zu beklagen, sind ja nur Fremde. Die Opfer und die Angehörigen, die müssen das ausbaden, sich ja in die Lage der Politiker und Kritiker versetzen und verstehen, dass sie als Fremde anzukommen haben.

Lange vor dem Terrorangriff hatte Tobias trotz deutschem wasserdichten Netzwerkdurchsetzungsgesetz, Hass verbreitet und angedeutet, was er demnächst beabsichtigt. Offenbar wurde dieses Gesetz auf den Weg gebracht, um Hasskriminalität nach vollendeten Tatsachen noch untersuchen zu können, bevor es im Nirwana landet. Waren die Sicherheitsbehörden auch hier nicht darauf vorbereitet oder hatten nicht die Mittel und Wege, so etwas unterbinden zu können?

Etwas hat ja das wasserdichte Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Maas erreicht. Wurden die Bekennerschreiben und Videos erst Monate nach den letzten NSU-Morden publik, sind solche Schreiben und Videos bereits vor den jüngsten Taten zu lesen und zu betrachten.

Wenn ich wieder daran zwangserinnert werde, was die Verfassungs- und Sicherheitsorgane des Staates alles zerschreddert haben, um die NSU-Morde schlicht auf drei Täter zu begrenzen, dann überkommt mich das Gefühl, dass die Taten zwar nicht eingerechnet waren, aber auch nicht so richtig verfolgt und verhindert werden sollten. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass das deutsche Experiment mit dem Extremismus erneut missglückt ist und man an der einen oder anderen Stellschraube dreht, damit man den Informanten/Täterkreisen noch genug Leine lässt, aber auch nicht zu sehr aus dem Auge verliert.

Was das Ergebnis bereits innerhalb eines Jahres ist? Gleich drei Terrorangriffe, eines in Halle, das andere in Hanau, eines gegen einen CDU-Politiker und ein Terrornetzwerk das hops genommen wird, bevor es mehrere Moscheen angreift. Ein bescheidener Erfolg für die Verfassungs- und Sicherheitskreise, nicht wahr?

Und wer übernimmt nun dafür die Verantwortung? Die „IslamkritikerInnen“ und „MigrationskritikerInnen“ sind derzeit zu Gänze abgetaucht. Denen wird man einige Tage im Social Media nicht habhaft werden können und wenn, dann streiten sie ab, irgend etwas damit zu tun zu haben, schließlich seien die Täter ja erwachsen und strafmündig. Und wenn sie wieder auftauchen, dann ganz bestimmt wieder in irgend welchen Talkshows, wo sie weiter munter drauflos reden. Die Kritiker vergessen nur geflissentlich, dass die meisten dieser Täter sich an ihrem Gelaber aufladen, zur Tat schreiten und dann eine Krankmeldung verpasst bekommen und automatisch für unzurechnungsfähig erklärt werden.

Die Politiker selbst üben sich derzeit kräftig in Schnappatmung und vergießen Krokodilstränen, was in einigen Tagen oder gar Minuten – Bundesadler Frank-Walter Steinmeier hatte gerademal fünf Minuten Zeit für eine Hanau-Stipvisite – wieder passé ist, denn, Ramadan steht vor der Tür und die Kopftücher sind noch nicht vom Radar verschwunden. Ich kann ja schon die Titelschlagzeilen der Zukunft lesen, die die halbverhungerten und im Dämmerzustand dahinvegetierenden SchülerInnen aufgreifen, oder wie man die Kopftücher nicht nur aus den Amtsstuben, sondern auch aus sämtlichen öffentlichen Räumen wegfegt; bis auf die Putzfrauen, die dürfen dann eine tragen, unter dem gelben Schutzhelm.

Die Verantwortung dürfen, wie selbstverständlich, die Menschen mit Migrationshintergrund übernehmen. Wundert man sich noch, wenn in Hanau auf offener Straße Menschen mit Migrationshintergrund von Biodeutschen Passanten anhören müssen, dass das erwartbar war?

Da sagt z.Bsp. ein Passant:

„Das war absehbar, dass das passiert, so wie sich Hanau entwickelt hat mit der Immigration und den Muslimen.“

Wohlgemerkt, diese Biodeutschen sind während des angestoßenen Gesprächs in der Annahme, ihren geistigen Dünnschiss mit Biodeutschen, also seinesgleichen und nicht mit Fremden, geteilt zu haben. Sie merken nicht einmal von Angesicht zu Angesicht, dass der andere Gesprächspartner ein Mensch mit Migrationshintergrund ist. Diese Biodeutschen sind so was von unterbelichtet, die merken in ihren Wahnvorstellungen nicht einmal mehr, wer vor ihnen steht.

Also sind wieder die Opfer die Verantwortlichen des Massakers. Kennen wir ja bereits durch die Döner-Morde zu Genüge. In wenigen Tagen sind sie wieder allein, man glaubt ihnen nicht, man beschwichtigt oder stuft die Tat als eine Einzeltat eines Gestörten ein, weil man den Täter ja bereits psychologisch krank geschrieben hat.

Ich sags mal in aller Deutlichkeit: Das „Nie wieder!“ sollte in „Immer wieder!“ umgeändert werden. Wie zu Stürmer-Zeiten palavern in endlosen Talkshows, Medienberichten oder TV-Dokus, Biodeutsche und bionisierten Deutschen über die Migration, die Muslime oder den Islam und die gesamte politische Landschaft sitzt mit auf demselben Misthaufen, auf dem das UnKraut prächtig gedeiht.

Nabi Yücel – yuecelnabi@hotmail.de


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.