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EZB-Direktor Yves Mersch warnt vor Facebook-Währung Libra

Die breite Akzeptanz der von Facebook angekündigten neuen Kryptowährung Libra, könnte die Fähigkeit der Europäischen Zentralbank, die Geldpolitik festzulegen, untergraben.

(Foto: Screenshot/CNBC)
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Frankfurt – Die breite Akzeptanz der von Facebook angekündigten neuen Kryptowährung Libra, könnte die Fähigkeit der Europäischen Zentralbank, die Geldpolitik festzulegen, untergraben. Dies sei ein potenzielles Risiko für den Währungsblock, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Montag.

„Je nach Akzeptanzniveau Libras und der Referenzierung des Euro in ihrem Reservekorb könnte sie die Kontrolle der EZB über den Euro verringern, den geldpolitischen Transmissionsmechanismus beeinträchtigen, indem sie die Liquiditätsposition der Banken des Euroraums beeinträchtigt und die internationale Rolle der Einheitswährung untergraben, beispielsweise durch eine geringere Nachfrage“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Mersch.

Was ist Libra?

Am 18. Juni 2019 kündigte Facebook Libra an. Es ist eine virtuelle Währung oder Kryptowährung, obwohl einige Leute mit dieser Definition nicht einverstanden sind.

Laut Facebook soll Libra zu einer globalen Währung für Milliarden von Menschen werden, insbesondere für diejenigen in Entwicklungsländern, die keinen Zugang zu Banken oder Finanzdienstleistungen haben. Mit anderen Worten, digitales Geld, das auf andere Personen übertragen oder einfach nur zum Einkaufen verwendet werden kann.

Libra soll von der Libra Association geregelt werden, einer Schweizer Gruppe mit 28 Mitgliedern – darunter die Facebook-Tochter Calibra, Uber, PayPal, Mastercard, Visa, Spotify und viele andere bekannte Namen aus den Bereichen Technologie und Finanzen.

Libra funktioniere ohne Bankkonto. Man benötige lediglich eine App. Dafür hat Facebook die Tochterfirma Calibra gegründet, die auch die sogenannte Wallet-App dafür bereitstellt.

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