Start Panorama Kriminalität Berlin „Bushidos Kinder sollten entführt werden“: Clanchef Abou-Chaker festgenommen

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„Bushidos Kinder sollten entführt werden“: Clanchef Abou-Chaker festgenommen

Berliner Justizbeamte haben einen Haftbefehl gegen Arafat Abou-Chaker vollstreckt. Er wurde nach einem Prozesstermin vor dem Amtsgericht Tiergarten am Mittag direkt im Gerichtssaal festgenommen und soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden.

(Archivfoto Screenshot/wdr)
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Berlin – Berliner Justizbeamte haben einen Haftbefehl gegen Arafat Abou-Chaker vollstreckt. Er wurde nach einem Prozesstermin vor dem Amtsgericht Tiergarten am Mittag direkt im Gerichtssaal festgenommen und soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden.

Abou-Chaker wurden laut Zeugenberichten Handschellen angelegt, er habe gefasst reagiert und sei kooperativ gewesen. Das berichtet der “Spiegel‘‚ am Dienstag. Der Verhaftung seien länger andauernde verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. Dem Bericht zufolge, sollten die Frau und Kinder des Rapstar Bushido entführt werden.

Abou-Chaker sei dringend verdächtig, Leute gesucht zu haben, die die Entführung von Bushidos Kindern und Frau umsetzen sollten. Die Kinder seines Bruders Yasser Arafat soll er mit seinem ältesten Bruder Nasser selbst entführt haben.

Im vergangenen September brachen Bushido und seine Frau erstmals gemeinsam ihr Schweigen und berichteten ausführlich darüber, wie sehr sie und ihre Ehe jahrelang unter dem Einfluss des kriminellen Abou-Chaker-Clans standen – und wie ihnen die Befreiung gelang.

„Er bestimmte unser gesamtes Leben, das ganze Denken meines Mannes“, sagt Anna-Maria Ferchichi im Gespräch mit dem stern über Arafat Abou-Chaker, den Clan-Chef und langjährigen Geschäftspartner ihres Ehemannes Bushido.

2013 hatte der stern unter dem Titel „Bushido und die Mafia“ die Verbindung des Rappers mit der deutsch-arabischen Großfamilie enthüllt. Bushido hatte Arafat Abou-Chaker eine Generalvollmacht über seine Geschäfte erteilt. Es heißt, der Clan-Chef habe 50 Prozent aller Einkünfte Bushidos erhalten.

„Er hat uns lange genug abkassiert und beinahe unsere Ehe zerstört“, sagt Ferchichi im stern. Im März gab ihr Mann die Trennung von Abou-Chaker bekannt. Kein ungefährlicher Schritt im Milieu der organisierten Kriminalität. Anna-Maria Ferchichi: „Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schießt. Eigentlich rechnen wir jeden Tag damit. Aber wir blenden das aus. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.“

Die Trennung, so sagen beide, sei unausweichlich gewesen. „Die Eingriffe in mein Privatleben wurden immer massiver“, schildert Bushido das Verhalten seines Geschäftspartners. So habe Arafat Abou-Chaker sogar bestimmt, dass Bushidos 2013 verstorbene Mutter im Rahmen einer islamischen Beerdigung beizusetzen sei, bei der Männer und Frauen getrennt zum Grab gehen. Dazu sagt Anna-Maria Ferchichi dem stern: „Ich hatte die Mutter meines Mannes bis zum Schluss gepflegt, und jetzt durfte ich nicht mit meinem Mann zusammen an ihrem Grab stehen. Stattdessen standen da irgendwelche Rocker und halb Neukölln.“

Bushido räumt ein, wie er sich Arafat Abou-Chaker unterordnete: „Weil die Wahrheit nämlich so aussah, dass ich nichts zu melden hatte. Dass Arafat einfach alles entschieden hat.“ Bushido sagt auch: „Natürlich bin ich nicht nur Opfer. Ich bin auch Mitwisser, und deshalb trage ich eine Mitschuld. Ich habe weggesehen. All die Jahre.“ Am Ende wäre das Paar auch bereit gewesen, eine hohe Ablösesumme zu bezahlen, um sich freizukaufen.