Uiguren-Verfolgung
Türkei: China zwingt Diaspora-Uiguren zur Spionage

Ein neuer Bericht der in Spanien ansässigen Menschenrechtsgruppe Safeguard Defenders beschreibt die Taktik, mit der die Behörden der Volksrepublik China die uigurischen Diaspora-Gruppen in der Türkei überwachen und kontrollieren.

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Ankara – Ein neuer Bericht der in Spanien ansässigen Menschenrechtsgruppe Safeguard Defenders beschreibt die Taktik, mit der die Behörden der Volksrepublik China die uigurischen Diaspora-Gruppen in der Türkei überwachen und kontrollieren.

Die gesammelten Informationen werden verwendet, um Uiguren zu zwingen, ihre Gemeindemitglieder auszuspionieren, über Chinas Menschenrechtsverletzungen zu schweigen oder pro-chinesische Propaganda zu erzeugen.

Ich denke, die Polizei wusste über meine finanzielle Situation hier in der Türkei Bescheid, wahrscheinlich durch ihre Informanten. Ich befand mich vor einiger Zeit in einer finanziell schwierigen Lage. Nur wenige Menschen in meinem Umfeld kannten die Situation…… Ich begann, fast jeden Uiguren in meiner Umgebung zu verdächtigen…

Der Bericht „Targeted in Türkiye: China’s Transnational Repression Against Uyghurs“ (Chinas grenzüberschreitende Unterdrückung von Uiguren) zeigt anhand von Interviews mit in der Türkei lebenden Uiguren, wie die chinesische Polizei grenzüberschreitende Netzwerke nutzt, an denen lokale Nachbarschaftsarbeitsgruppen in China sowie Missionsmitarbeiter und Informanten in der Türkei beteiligt sind, um im Ausland lebende Uiguren zu überwachen und zu manipulieren.

„Die [chinesische] Polizei fragte mich, ob ich jemanden aus unserer Stadt kenne, der in der Türkiye lebt…
Sie fragten mich direkt nach den Namen von anderen Uiguren…“

Die Ergebnisse der Interviews deuten darauf hin, dass der chinesische Staat auf der Grundlage von Informationen, die über etablierte Netzwerke in beiden Ländern gesammelt wurden, detaillierte Aufzeichnungen über die in der Türkei lebenden Uiguren führt.

In China scheinen diese Netzwerke um die Heimatstadt der uigurischen Zielperson herum aufgebaut und werden von der örtlichen Polizei mit Hilfe der Hilfe der Arbeitsgruppe „Nachbarschaft“ geleitet.

Die chinesische Polizei sammelt Informationen über die uigurische Zielperson mit Hilfe chinesischer Vertretungen und uigurischer Informanten in der Türkei. Die Polizei kontaktiert die uigurische Zielperson entweder direkt per Anruf oder Nachricht; manchmal wird die Familie in China gezwungen als Vermittler zu fungieren; in anderen Fällen nehmen chinesische Missionsmitarbeiter in der Türkei Kontakt auf.

Die von diesen Netzwerken gesammelten Informationen nutzt die chinesische Polizei, um Uiguren dazu zu zwingen, für sie zu spionieren, über Chinas Menschenrechtsverletzungen zu schweigen oder pro-chinesische Propaganda zu produzieren. In allen in dieser Studie untersuchten Fällen bedrohte die Polizei im Rahmen der grenzüberschreitenden Unterdrückung Familienangehörige in ihrer Heimat offen oder verdeckt. Die Ergebnisse dieses Berichts stimmen mit den Ergebnissen anderer Menschenrechtsberichte überein, die sich auf Uiguren konzentrieren, die nicht nur in der Türkei, sondern auch in anderen Ländern leben.

Bei den Uiguren handelt es sich um eine turksprachige muslimische Minderheit, die überwiegend in der autonomen Region Xinjiang auf dem Territorium der Volksrepublik China lebt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft China schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Uiguren vor und beschuldigt die chinesischen Behörden seit 1980er-Jahren, diese systematisch zu verfolgen. Mitglieder dieser Volksgruppe würden aufgrund ihrer Herkunft und muslimischen Religion willkürlich festgenommen und inhaftiert sowie in Internierungslager gesteckt.

In der Haft hätten diese Menschen keinen „Kontakt zur Außenwelt“ und seien „starken Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit sowie ihrer sozialen und kulturellen Rechte“ ausgesetzt.

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