"Totale Verrohung"
Ärztepräsident: Patienten immer aggressiver

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery schlägt wegen Gewalt gegen Ärzte Alarm. "Wir erleben derzeit eine totale Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal", sagte Montgomery.

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Düsseldorf (ots) – Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery schlägt wegen Gewalt gegen Ärzte Alarm. „Wir erleben derzeit eine totale Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal“, sagte Montgomery der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

„Das kriegen wir als Ärzteschaft alleine nicht in den Griff“, erklärte der Ärztepräsident. Auch in Notaufnahmestellen passiere es immer wieder, dass Leute wegen der Wartezeiten sehr aggressiv würden. In einigen Krankenhäusern gebe es bereits Sicherheitsdienste, um das Personal dort zu schützen.

„Die Politik muss dringend einen Kulturwandel befördern, damit man wieder begreift, dass diese Menschen Retter und Helfer sind.“

Montgomery verwies darauf, dass die Gewaltbereitschaft auch im Umfeld der Silvester-Feiern deutlich geworden sei. „Da sind Rettungssanitäter und Notärzte angegriffen worden, weil man sie für Repräsentanten der Staatsmacht hält.“

Montgomery fordert mehr Geld für Notfallversorgung

Montgomery hat für den Fall einer Neuauflage der großen Koalition an Union und SPD appelliert, mehr Geld für die Notfallversorgung von Patienten bereitzustellen. „Vorneweg steht das Problem Notfallversorgung. Das müssen wir im Sinne der Menschen lösen“, sagte der Ärztepräsident der „Rheinischen Post“. “

Wenn eine ausreichende Finanzierung für die Notfallversorgung zur Verfügung steht, dann wird es auch gelingen, ein gemeinsames Konzept von niedergelassenen Ärzten und Kliniken flächendeckend aufzubauen“, sagte Montgomery. Für die Notfallversorgung müsse es eine Finanzierung außerhalb der Budgetierung der gesetzlichen Krankenkassen geben. Montgomery will die künftige Finanzierung der Notfallversorgung durch höhere Zuschüsse an die Krankenkassen sichern.

„Die nächste Regierung muss nur dafür sorgen, dass das Geld der Leistung folgt, also dorthin fließt, wo es hineingehört“, sagte er und verwies darauf, dass für Hartz-IV-Empfänger zu niedrige staatliche Zuschüsse an die Krankenkassen gezahlt würden.“Im Durchschnitt nehmen sie pro Monat Leistungen für 270 Euro in Anspruch. Gezahlt werden monatlich aber nur 90 Euro.“ Insgesamt gehe es da um fast neun Milliarden Euro pro Jahr.

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