Los Angeles – Die Oscar-Preisträgerin und ehemalige Sondergesandte des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Angelina Jolie, hat auf das Ausmaß der Zerstörungen im Gazastreifen aufmerksam gemacht. Unter Berufung auf Satellitenbilder rief sie dazu auf, die Schäden eigenständig nachzuvollziehen.
Vorher-Nachher-Aufnahmen der Region
Über das soziale Netzwerk Instagram teilte Angelina Jolie. „Man kann jetzt Google Earth öffnen und sehen, was mit Gaza gemacht wurde“, schrieb die Schauspieler in ihrem Beitrag. Die veröffentlichten Satellitenbilder vergleichen städtische Gebiete vor Beginn der Militäroperation mit Aufnahmen aus dem Sommer 2026.
Die Aufnahmen dokumentieren unter anderem Zerstörungen im Umfeld der Al-Qadisiyah-Schule in Rafah, in der Stadt Chan Yunis sowie an der Omar-Mukhtar-Straße in Gaza-Stadt. „Ganze Nachbarschaften wurden in Schutt und Asche gelegt“, erklärte Jolie. Wohngebäude, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser sowie Straßen, Wasser- und Sanitärsysteme seien flächendeckend beschädigt oder zerstört worden.
UN-Daten belegen massive Infrastrukturschäden
Jolie stützte ihre Aussagen auf Analysen der Vereinten Nationen. Demnach wiesen bis Juni 2026 rund 82 Prozent aller Strukturen im Gazastreifen Beschädigungen auf. Etwa zwei Drittel dieser betroffenen Bauwerke wurden als vollständig zerstört eingestuft.
Zudem wies Jolie auf die dramatische Lage der Zivilbevölkerung vor dem bevorstehenden Winter hin. Laut humanitären Kennzahlen benötigen derzeit rund 1,98 Millionen Menschen – was etwa 94 Prozent der Gesamtbevölkerung des Enklave entspricht – Notunterkünfte und grundlegende Hilfsgüter. Der Zugang für Hilfsgüter und Baumaterialien sei jedoch weiterhin von Beschränkungen und Verzögerungen betroffen.
Appell an die internationale Gemeinschaft
Die Satellitenbilder könnten zwar das physische Ausmaß der Zerstörung dokumentieren, nicht jedoch das menschliche Leid vor Ort abbilden, so Jolie weiter: „Was sie nicht zeigen können, ist, was es bedeutet, mittendrin zu leben, was mit den getöteten Familien geschehen ist und wie das Leben für die Überlebenden aussieht.“
Abschließend forderte die langjährige UN-Sondergesandte die ungehinderte Lieferung von Notunterkünften, medizinischer Versorgung und humanitärer Hilfe sowie die Schaffung von Bedingungen, die den Wiederaufbau von Wohnhäusern, medizinischen Einrichtungen und Schulen ermöglichen.
Angelina Jolie war von 2001 bis 2022 mehr als zwei Jahrzehnte lang als Sondergesandte für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR tätig.
American actress Angelina Jolie shared satellite images on Instagram of Gaza before and after Israel’s genocidal war. While the post made no mention of Israel, Jolie wrote “You can now open Google Earth and see what was done to Gaza.” 🔴 LIVE updates: https://t.co/zAN1DkiRNK https://t.co/nMqrFH9g1B
— Al Jazeera English (@AJEnglish) October 4, 2026
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