Italien
Menschenjagd-Safari: Abschuss von Kindern und schwangeren Frauen

Neue Vorwürfe aus Italien: Wohlhabende Europäer sollen während der Belagerung von Sarajevo gegen hohe Summen Jagd auf Zivilisten gemacht haben.

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Rom – Eine neue Strafanzeige in Italien wirft ein düsteres Licht auf die Zeit der Belagerung von Sarajevo in den 1990er Jahren.

Berichten zufolge sollen wohlhabende Personen aus Westeuropa, unterstützt von serbischen Drahtziehern, gezielt in die Hügel oberhalb der belagerten Stadt gereist sein, um an einer grausamen Form von „Safari“ teilzunehmen. Bei diesen Expeditionen handelte es sich jedoch nicht um die Jagd auf Tiere, sondern um eine gezielte Menschenjagd auf die wehrlose Zivilbevölkerung. Es heißt, dass Ausländer aus Italien, den USA, Kanada, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien daran teilgenommen hätten, getrieben von nichts anderem als ihrem eigenen perversen Vergnügungsdrang.

Die Vorwürfe besagen, dass diese sogenannten Wochenendscharfschützen hohe Summen zahlten, um von den strategisch günstigen Positionen der Belagerer aus auf Menschen in der Stadt zu schießen.

Besonders erschütternd ist dabei das Detail, dass für den Abschuss von Kindern oder schwangeren Frauen zusätzliche Zahlungen geleistet worden sein sollen. Die Beträge erreichten dabei teilweise umgerechnet Hunderttausende Euro. Diese perversen Transaktionen wurden offenbar über ein Netzwerk von Mittelsmännern organisiert, die den wohlhabenden Touristen den Zugang zu den Frontlinien und die notwendige Ausrüstung ermöglichten.

Diese Vorfälle waren über Jahrzehnte hinweg Gegenstand von Gerüchten und Zeugenaussagen, doch die aktuelle Strafanzeige in Italien bringt eine neue juristische Dynamik in die Aufarbeitung dieser Kriegsverbrechen. Überlebende und Beobachter der Belagerung hatten bereits in der Vergangenheit berichtet, dass Schüsse oft aus Winkeln fielen, die nicht direkt mit militärischen Operationen zu erklären waren. Die Vorstellung, dass Privatpersonen aus purem Sadismus und zur Unterhaltung an der Ermordung von Zivilisten teilnahmen, unterstreicht die Abgründe, die sich während des Bosnienkrieges auftaten.

Die rechtlichen Schritte in Italien zielen nun darauf ab, die Hintermänner und Profiteure dieses makabren Geschäftsmodells zu identifizieren. Es steht die Frage im Raum, wie solche Reisen über Grenzen hinweg organisiert werden konnten und welche Netzwerke in Westeuropa davon wussten oder sie ermöglichten. Die Belagerung von Sarajevo, die fast vier Jahre dauerte und über 11.000 Menschenleben forderte, bleibt damit auch Jahrzehnte später ein mahnendes Beispiel für die Notwendigkeit einer lückenlosen internationalen Strafverfolgung von Kriegsverbrechen.

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